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Prozess um den Tod George Floyds - Experte: Vorgehen von Polizisten angemessen

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"Objektiv vernünftig" und völlig angemessen sei das Vorgehen der Polizei gewesen. Das sagt ein Sachverständiger, den die Verteidigung im Floyd-Prozess als Zeugen aufgerufen hat.

Gerichtszeichnung: Verteidiger Eric Nelson  (l. ) und der ehemalige Polizeibeamte von Minneapolis, Derek Chauvin (M.), der wegen der Ermordung von George Floyd vor Gerichts steht,  in Minneapolis, Minnesota am 13.04.2021
Derek Chauvin ist wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 45-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft.
Quelle: Reuters

Im Prozess um den Tod des Schwarzen George Floyd hat ein Experte das Vorgehen des angeklagten Polizisten als angemessen bezeichnet. Polizisten müssten nicht warten, bis etwas Übles passiere, sagte der Einsatzexperte und frühere Polizist Barry Brodd am Dienstag in Minneapolis. Es genüge, wenn sie den begründeten Eindruck hätten, bedroht zu sein.

Anklage gegen Derek Chauvin

Der 45-jährige Weiße Chauvin ist wegen eines Tötungsdelikts im Zusammenhang mit dem Tod des Schwarzen Floyd am 25. Mai 2020 angeklagt. Videoaufnahmen, auf denen der von Chauvin und weiteren Beamten gefesselte Floyd sagt, dass er nicht atmen könne, und auf denen er schließlich regungslos wird, lösten Proteste und Gewalt in den USA aus.

Das Video, indem der Weiße Polizist Derek Chauvin minutenlang auf dem Hals von George Floyd kniet, ging um die Welt. Nun ist es das zentrale Beweisstück im Prozess um den Tod von Floyd. Auch die Macherin des Videos, Darnella Frazier, sagt im …

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Bislang hatte die Anklage ihre Zeugen aufgerufen. Seit Dienstag ist die Verteidigung am Zug. Sie argumentiert, Floyd sei wegen Drogenkonsums und gesundheitlicher Probleme zu Tode gekommen und nicht wegen Chauvins Vorgehen. Brodd sagte, er denke nicht, dass Chauvin tödliche Gewalt angewendet habe, als er Floyd bäuchlings auf den Boden presste, seine Hände auf dem Rücken fesselte und ihm dann neuneinhalb Minuten das Knie auf den Hals drückte. Er sagte:

Ich bin der Meinung, dass der Umgang des Beamten Chauvin mit Herrn Floyd seiner Ausbildung entsprach, gängiger Praxis der Polizeiarbeit folgte und objektiv vernünftig war.
Ex-Polizist Barry Brodd, Zeuge der Verteidigung

Man müsse schließlich auch berücksichtigen, dass Umstehende die Polizisten angebrüllt hätten. "Es ist leicht, sich hinzusetzen und das Verhalten eines Beamten zu beurteilen", sagte Brodd. "Es ist eher eine Herausforderung, sich in den Polizisten hineinzuversetzen und zu versuchen, eine Bewertung vorzunehmen durch das, was sie fühlen, was sie empfinden, die Angst, die sie haben, und dann eine Entscheidung zu treffen." Im Übrigen sei er der Auffassung, dass jemand, der wie Floyd sage, er könne nicht mehr atmen, keineswegs ersticke, denn nur wer atme, könne auch etwas sagen.

Ein Experte hat im Prozess um den Tod von George Floyd ausgesagt, die Todesursache sei Sauerstoffmangel gewesen. Ein Polizist hatte minutenlang auf dessen Hals gekniet.

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Brodd widersprach Zeugen der Anklage, die gesagt hatten Chauvin habe gegen Vorgaben der Polizeibehörde verstoßen, als er Floyd fesselte und auf ihm kniete. Auch sei es unsinnig anzunehmen, dass der gefesselte am Boden liegende Floyd noch eine Gefahr für die Polizisten gewesen sei.

Verteidiger: Floyd starb an Überdosis oder Herzrhythmusstörung

Chauvins Anwalt Eric Nelson argumentiert, der Afroamerikaner sei an den Folgen einer Drogen-Überdosis oder aufgrund einer Herzerkrankung gestorben. Nelson sagte:

Die Beweise werden zeigen, dass Herr Floyd an einer Herzrhythmusstörung starb, die in Folge von Bluthochdruck, seiner Herzerkrankung, der Einnahme von Methamphetamin und Fentanyl sowie des Adrenalins in seinem Körper auftrat, was alles dazu beitrug, ein bereits geschwächtes Herz weiter zu gefährden.
Eric Nelson, Anwalt des Angeklagten

Als erster Zeuge der Verteidigung hatte ein Polizist im Ruhestand über einen Vorfall bei einer Festnahme Floyds im Mai 2019 ausgesagt. Dabei sei Floyd als Beifahrer in einem Auto der Anweisung nicht nachgekommen, seine Hände zu zeigen, sagte Ex-Polizist Scott Creighton. Eine Drogeneinnahme Floyds habe er nicht gesehen.

Eine weitere Zeugin, die frühere Sanitäterin Michelle Moseng, sagte aus, Floyd habe ihr gesagt, er habe etwa alle 20 Minuten zahlreiche Opiode zu sich genommen. Auf die Frage warum, habe er gesagt, er sei süchtig.

Staasanwaltschaft deckt Widersprüche auf

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass die Menge an Fentanyl und Meth, die Floyd vor seinem Tod genommen hatte, nicht tödlich war. Staatsanwältin Erin Eldridge wies im Kreuzverhör außerdem darauf hin, dass die Beamten Floyd widersprüchliche Anweisungen gegeben hätten, unter anderem habe er seine Hände aufs Armaturenbrett legen sollen.

Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 45-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, "Mord zweiten Grades", verurteilt wird.

Nach dem Tod eines jungen Afroamerikaners kam es in den USA in der dritten Nacht in Folge zu Krawallen. Daunte Wright wurde bei einer Kontrolle, laut Polizei, aus Versehen erschossen.

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