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Rückzugspläne der US-Regierung - Biden: Irak ab 2022 kein Kampfeinsatz mehr

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US-Präsident Joe Biden hat ein offizielles Ende des US-Kampfeinsatzes im Irak angekündigt. Die letzten Kampftruppen sollen bis Ende des Jahres abgezogen werden.

Die USA wollen ihren Kampfeinsatz im Irak bis Ende des Jahres beenden. Das kündigte US-Präsident Biden beim Besuch des irakischen Regierungschefs al-Kadhimi in Washington an.

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Die USA wollen ihren Kampfeinsatz im Irak offiziell beenden. Stattdessen sollen künftig die Ausbildung und Beratung der Sicherheitskräfte in dem Land im Mittelpunkt stehen.

Verbliebene Kampftruppen sollen den Irak bis zum Jahresende verlassen, hieß es in einer am Montag (Ortszeit) vom US-Außenministerium verbreiteten gemeinsamen Erklärung beider Regierungen. Die Rolle der internationalen Soldaten im Irak sei es, die Regierung bei ihrem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen.

Künftige Truppenstärke unklar

US-Präsident Joe Biden sagte bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Mustafa al-Kasimi im Weißen Haus, die USA würden sich im Irak ab dem Jahresende nicht mehr in einem Kampfeinsatz befinden.

Die Rolle der US-Truppen werde es sein, "verfügbar zu sein, weiter auszubilden, zu unterstützen, zu helfen und mit dem IS umzugehen". Eine konkrete Zahl zur künftigen Truppenstärke nannte Biden nicht.

Aktuell 2.500 US-Soldaten im Irak

Nach Angaben des Weißen Hauses sind derzeit rund 2.500 US-Soldaten im Irak im Einsatz. Die künftige Zahl werde sich an den Erfordernissen des geänderten Einsatzes ausrichten, hieß es. Experten rechneten aber nicht mit einem größeren Truppenabzug.

Die USA führen im Irak eine internationale Koalition an, die in der Region gegen den IS vorgeht. Der Einsatz der US-Soldaten ist in dem Krisenland umstritten. Vor allem eng mit dem Iran verbundene irakische Parteien und Milizen fordern deren Abzug.

Massenproteste gegen irakische Regierung

Andere Kräfte wie sunnitische Parteien und Kurden wollen dagegen, dass die US-Truppen im Land bleiben. Unter Bidens Amtsvorgänger Donald Trump hatten die USA die Zahl der Truppen im Irak verringert. Bereits seit dem vergangenen Jahr dient der US-Einsatz im Irak in erster Linie der Ausbildung und Beratung der irakischen Streitkräfte.

Die politische Lage im Irak ist instabil. Seit Herbst 2019 kommt es immer wieder zu Massenprotesten gegen die Führung des Landes. Die Demonstranten werfen ihr Misswirtschaft und Korruption vor.

Ein Mann untersucht im Schein einer Taschenlampe die Überreste eines verbrannten Krankenhausbettes.

Offenbar Feuer in Corona-Station - Dutzende Tote bei Krankenhausbrand im Irak 

Bei einem Brand in einem Krankenhaus im Irak sind nach aktuellen Angaben mindestens 92 Menschen gestorben. Das Feuer war offenbar auf einer Corona-Station ausgebrochen.

Weiterhin Anschläge des IS

Der Irak leidet zudem immer noch unter den Folgen des Kampfes gegen den IS, der zwischen 2014 und 2017 große Gebiete im Norden und Westen des Landes beherrscht hatte.

Die irakischen Sicherheitskräfte konnten den IS mit internationaler Unterstützung - insbesondere der USA - militärisch besiegen. Die Sicherheitslage in Bagdad hat sich seitdem deutlich verbessert. Zellen der Terroristen sind aber weiterhin aktiv und verüben Anschläge.

Irak von Corona schwer getroffen

Der vom Rohstoffverkauf abhängige Irak leidet wegen der niedrigen Ölpreise auch unter einer schweren Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit. Das Land gehört zudem zu den Ländern der Region, die von der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind.

Washington hatte dem Irak die Bereitstellung von rund einer halben Million Corona-Impfstoffdosen versprochen. Diese würden "in wenigen Wochen" im Irak eintreffen, versicherte Biden.

Papst Franziskus hat im Rahmen seiner Irakreise den Christen im Land Mut zugesprochen und sie zu Vergebung aufgefordert. Viele von ihnen haben durch den IS viel Leid erfahren.

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