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US-Präsident bei Markus Lanz - Obama: "Hatte stets starke Frauen um mich"

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Barack Obama spricht mit Markus Lanz darüber, woran er sich als US-Präsident nie gewöhnen konnte, welche Risse durch die USA gehen und was er sich von Joe Biden erhofft.

Barack Obama weiß, was auf Joe Biden zukommt: "Am ersten Tag im Oval Office wird dir klar, dass alle Nachrichten in der Zeitung und im TV, alle Probleme weltweit jetzt auch deine eigenen Probleme sind. Das muss man erst einmal verarbeiten."

Obama selbst wurde im Januar 2009 in unruhigen Zeiten Präsident der Vereinigten Staaten. Finanzkrise, Irakkrieg und Krieg in Afghanistan: Im Interview mit Markus Lanz spricht er über seine Zeit im Weißen Haus - und über die Herausforderungen, vor denen sein ehemaliger Vize-Präsident Joe Biden jetzt steht.

Sehr belastet hätten ihn in seiner Amtszeit besonders die Entscheidungen zur Terrorismusbekämpfung und im Krieg, sagt Obama - junge Menschen dem Risiko auszusetzen, zu sterben oder sich schwer zu verletzen.

Im ersten Teil seiner Memoiren, die Obama gerade bewirbt, schildert er, wie er Briefe an die Angehörigen gefallener Soldaten unterzeichnete. "Daran gewöhnt man sich nie, das bleibt."

Obama: Die Anonymität kommt nicht wieder

Im Persönlichen habe ihm die "Sicherheitsblase" zu schaffen gemacht, in der man als Präsident lebe:

"Für mich begann das recht früh, da ich als Präsidentschaftskandidat mehr Drohungen erhielt als Kandidaten vor mir. Mit der offiziellen Ernennung zum Präsidenten ist die Abschirmung dann perfekt. Fährt man im Auto, sieht man keine anderen Fahrzeuge. Man geht nicht mehr durch die Lobby ins Hotel, sondern durch einen Hintereingang."

Dadurch verändere sich das menschliche Miteinander, so Obama. Und: Die Anonymität sei auch nach seiner Amtsübergabe an Donald Trump nicht wiedergekommen. "Zwar sind die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr so streng, der Prominentenstatus aber bleibt."

Ich hatte immer gedacht, wenn ich erstmal nicht mehr Präsident bin, wird alles wieder wie vorher.
Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

"Chance auf ein einfühlsameres und vernünftigeres Amerika"

Mit der Wahl von Joe Biden und Kamala Harris verbindet Obama große Hoffnungen. Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter Obama. "Wir haben nun die Chance auf ein einfühlsameres und vernünftigeres Amerika."

Es verwundere ihn nicht, dass Trump seine Niederlage nicht würdevoll akzeptiere. Biden müsse nun nach der Amtszeit von Donald Trump viel Aufbauarbeit betreiben.

Dass Kamala Harris die erste Vizepräsidentin der USA sein wird, sei großartig:

Ich hatte stets starke Frauen um mich. Mir hat das gezeigt, wie wichtig es ist, Frauen Gehör zu schenken und sie in Führungsverantwortung zu bringen.
Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

"Frauen haben die Fähigkeit zu klugen Entscheidungen, ohne ihr Ego beweisen zu müssen. Sie erledigen die Dinge einfach. Das ist natürlich eine Verallgemeinerung, aber Männer sind einfach stärker ego-getrieben als aufgabenorientiert. Michelle und meine Töchter haben mich in dieser ganzen verrückten Zeit davor bewahrt, den Verstand zu verlieren."

Angela Merkel und Barack Obama auf einer Bühne im Gespräch. Der frühere US-Präsident veröffentlichte den ersten Teil seiner Memoiren.

Memoiren veröffentlicht - Obama: Lob für Merkel, Tadel für Sarkozy 

Barack Obama veröffentlicht den ersten Teil seiner Memoiren. Dort beschreibt er seine Zeit als US-Präsident - und auch seine Erfahrungen mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel.

Risse in der Gesellschaft werden nicht einfach verschwinden

In der Innen- und Außenpolitik erwartet Obama mit dem Duo Biden-Harris den Beginn einer neuen Ära. Biden sei etwa von der Bedeutung der transatlantischen Beziehungen fest überzeugt: Außenpolitisch werde er rasch klarstellen, "dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten, mit Deutschland stärker sind."

Die tiefen Risse in der Gesellschaft würden durch den Amtswechsel aber nicht verschwinden.

Viele der tieferliegenden Themen, die Trump repräsentiert, gab es schon vor ihm und wird es nach ihm geben.
Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

Trump und viele Republikaner hätten versucht, "die Reibungen in unserer Gesellschaft" für sich auszunutzen - zwischen den Menschen auf dem Land und in der Stadt, zwischen Globalisierungsgegnern und -befürwortern.

Er sei zuversichtlich, dass die "Vision eines integrativen Amerikas" am Ende siegen werde, so Obama. Auch wenn die Rückwärtsgewandten noch eine laute Stimme im politischen Amerika hätten.

"Die Generation meiner Töchter und ihrer Freunde ist der Meinung, dass Menschen ein Anrecht auf Achtung und Würde haben, ungeachtet der Rasse, Religion oder sexuellen Orientierung."

Nach dem Mord an George Floyd habe man das beobachten können: "Die Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze gingen nicht nur von Afroamerikanern aus, sondern von Menschen aus der ganzen Gesellschaft. Das ist die Zukunft Amerikas."

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