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Unmittelbar nach Floyd-Urteil - USA: Zwei tote Schwarze nach Polizei-Schüssen

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Die ganze Welt schaute am Dienstag auf das Urteil im Prozess wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten. Nun gibt es wieder zwei tote Schwarze.

Eine Frau hält ein Schild hoch, auf dem «Stop Killing Unarmed Black Men!» (dt. «Hört auf, unbewaffnete schwarze Männer zu töten!») steht, während eines Protests nachdem ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz erschossen wurde.
Proteste gegen Polizeigewalt in Elizabeth City, USA
Quelle: dpa

Nur einen Tag nach dem Schuldspruch gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd ist in den USA erneut ein Schwarzer bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch in der Kleinstadt Elizabeth City im Bundesstaat North Carolina, als Beamte einen Durchsuchungsbefehl ausführten, wie Sheriff Tommy Wooten sagte. Einen Tag zuvor hatte ein Polizist im Staat Ohio eine 16-jährige Schwarze erschossen, die Videoaufnahmen zufolge mit einem Messer bewaffnet war.

Ebenfalls am Dienstag war der ehemalige Polizist Chauvin im Prozess nach dem Tod von George Floyd in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Die Tötung des unbewaffneten 46-Jährigen vor knapp einem Jahr hatte in den USA zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt.

Ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt: Chauvin droht eine lange Haftstrafe. US-Präsident Biden begrüßte den Schuldspruch.

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Familienvater wollte sich offenbar von Durchsuchung entfernen

Der Sheriff im Bezirk Pasquotank, Wooten, sagte, bei der Durchsuchung in Elizabeth City sei es um das spätere Opfer, Andrew Brown Junior, gegangen. Er machte allerdings keine genaueren Angaben zum Hergang der Tat oder zum Grund für den Durchsuchungsbefehl gegen Brown. Nach örtlichen Medienberichten soll der unbewaffnete 40-jährige Familienvater während der Durchsuchung in sein Auto gestiegen sein und habe wegfahren wollen. Daraufhin sei geschossen worden, sagten Familienmitglieder demnach.

Der Vorfall wird nun von der zuständigen Behörde des Bundesstaats (SBI) untersucht. Der Beamte, der die Schüsse feuerte, ist bis auf Weiteres beurlaubt, wie Wooten erklärte. Bezirksstaatsanwalt Andrew Womble versprach eine eingehende Untersuchung.

Mehrere Menschen feiern auf offener Straße.

Ex-Polizist schuldig gesprochen - Erleichterung nach George-Floyd-Prozess 

Der Schuldspruch sorgt in den USA für Jubel und Erleichterung - und für Rufe nach weiteren Reformen.

Biden-Sprecherin: "Polizeigewalt trifft überproportional Schwarze und Latinos"

Einen Tag zuvor hatte ein Polizist im Staat Ohio eine 16-jährige Schwarze erschossen, die Videoaufnahmen zufolge mit einem Messer bewaffnet war. Das Mädchen habe andere Menschen angegriffen, erklärte der amtierende Polizeichef der Stadt Columbus, Michael Woods. Die vier tödlichen Schüsse waren nur wenige Minuten vor der Verkündung des Schuldspruches gegen Chauvin gefallen.

Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, erklärte:

Die Tötung der 16-jährigen Ma'Khia Bryant durch die Polizei in Columbus ist tragisch. Sie war ein Kind.

Psaki fügte hinzu, es sei bekannt, dass "Polizeigewalt überproportional Schwarze und Latinos trifft". Die Regierung setze sich daher für den Kampf gegen strukturellen Rassismus und Vorurteile ein. Zudem werbe das Weiße Haus für dringend benötigte Polizeireformen.

Floyd starb wegen Verdachts auf gefälschten 20-Dollar-Schein

Chauvin war am Dienstag im Prozess nach dem Tod von George Floyd schuldig gesprochen worden. Der 46 Jahre alte Floyd war vor einem Jahr bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Die Beamten hatten ihn wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.

Allein im vergangenen Jahr wurden in den USA nach einer Datenbank der "Washington Post" 243 Schwarze von der Polizei erschossen.

Menschen reagieren nach dem Urteilsspruch im Prozess gegen den ehemaligen Polizeibeamten von Minneapolis, Derek Chauvin, aufgenommen am 21.04.2021
Kommentar

Kommentar zum Floyd-Prozess - Ein klein wenig Hoffnung 

Dass Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd schuldig gesprochen wurde, macht ein klein wenig Hoffnung. Nicht mehr. Der Weg zu einem gerechten Amerika bleibt weit.

von Elmar Theveßen
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