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Trump oder Biden? - US-Wahl: Worauf es in der Nacht ankommt

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Trump oder Biden? Wer geht als Sieger aus der US-Wahl hervor? Wer das in der Wahlnacht frühzeitig einschätzen will, sollte diese Staaten und diese Regeln besonders im Blick haben.

Erbittert haben die beiden Kontrahenten Trump und Biden gekämpft. Kaum zuvor war die Stimmung an einem Wahltag so aufgeladen. Der Amtsinhaber heizt noch einmal an, Gerichte haben Entscheidungen getroffen, zugunsten seines Kontrahenten.

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In den USA wird nicht unbedingt derjenige mit den meisten Stimmen im gesamten Land Präsident - stattdessen wird in den einzelnen Bundesstaaten darüber entschieden, wie die Wahlleute im sogenannten "Electoral College" für den jeweiligen Staat abstimmen sollen. Es gibt 538 Wahlleute, eine Mehrheit liegt bei 270.

Wo die Wahlsieger schon so gut wie feststehen

Für mehr als zwei Drittel der Bundesstaaten scheint aufgrund von Umfragen und der Historie klar, wie sie sich entscheiden werden. Die Webseite Politico glaubt, dass durch diese fixen Staaten Joe Biden bei rund 225 Wahlleuten steht, Donald Trump kommt auf etwa 180. Sollte einer dieser Staaten anders als gedacht wählen, wäre das eine Sensation.

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Welche Staaten die Stimmen schnell oder langsam auszählen

Ein gutes Dutzend Staaten jedoch ist besonders umkämpft. Sie gelten als "Battleground States". Wer die ersten Ergebnisse analysiert, sollte diese Staaten besonders im Blick haben. In Sachen Ablauf der US-Wahl fallen sie in zwei Gruppen:

  1. Staaten, in denen ein Ergebnis noch am Abend wahrscheinlich ist.
  2. Staaten, die womöglich noch einige Tage brauchen, bis Beobachter einen Sieger ausrufen.

Zur ersten Gruppe der schnell auszählenden Staaten gehören Florida (29 Wahlleute), North Carolina (15) und Arizona (11). Auch in Ohio (18) wird noch am Abend mit einem belastbaren vorläufigen Ergebnis gerechnet. All diese Staaten haben zwei Dinge gemeinsam:

  1. Beide Kandidaten liegen dort laut Umfragen eng beieinander.
  2. Trump muss alle von ihnen gewinnen, um eine realistische Chance auf den Gesamtsieg zu haben.

Ein Sonderfall ist Texas mit 38 Wahlleuten: Seit Jahrzehnten ist der Staat fest in republikanischer Hand. Zuletzt gewann Jimmy Carter dort vor 44 Jahren für die Demokraten. Wegen vieler neu zugezogener Bürger in den Metropolen Dallas, Houston und Austin und wegen einer wachsenden Zahl an Latino-Wählern könnte der Staat aber in greifbare Nähe für Biden rücken. Auch in Texas wird ein frühes Ergebnis am Wahlabend erwartet - ein Sieg wäre ein herausragendes Zeichen für Biden.

In manchen Staaten gelten nach dem Wahltag eingehende Stimmen

In den Staaten mit knappem Ergebnis kommt noch eine Besonderheit hinzu. Vielerorts gilt eine Frist von einigen Tagen, in der noch eingehende Stimmen gelten: Solange das Datum des Poststempels spätestens der 3. November ist. Rund 30 Staaten erlauben es zudem, Fehler bei der Briefwahl wie beispielsweise fehlende Unterschriften zu korrigieren.

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Aber: Biden stünde gut da, sollte in der Nacht nur ein einziger dieser Staaten für ihn ausgerufen werden. Selbst wenn es am Abend rechnerisch noch nicht zu den 270 nötigen Wahlleuten reichen sollte. Das liegt einerseits daran, dass ihn die vielen Wahlleute dort nahe an die nötige Zahl von 270 brächten.

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Andererseits hat es demografische Gründe: Ein Sieg etwa in Ohio spräche dafür, dass die Chancen in ähnlichen Staaten mit langsamerer Zählung steigen - vor allem in den ebenfalls industriell und landwirtschaftlich geprägten Staaten mit weißer Bevölkerung im Mittleren Westen.

Staaten, die 2016 entscheidend waren, zählen vermutlich länger

Dort liegen drei der vier Staaten, die zur zweiten Gruppe der langsameren "Battleground States" gehören: Wisconsin, Michigan und Pennsylvania. In ihnen, und zusätzlich in Nevada, könnte in der Nacht noch kein Sieger von den Fernsehsendern oder Nachrichtenagenturen ausgerufen sein.

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Das liegt daran, dass die Wahlgesetze dort das oft langwierige Auszählen der Briefwahlstimmen erst ab dem Wahltag erlauben. Gerade die ersten drei Staaten waren es aber, die 2016 überraschend an Trump gingen und ihm den Sieg brachten, und auch 2020 ist er auf diese Staatengruppe zwingend angewiesen.

Das heißt: Sollte Biden bei der Wahl gut abschneiden, könnte sich das bereits am Wahlabend deutlich abzeichnen, weil schon einige elementar wichtige Staaten für ihn ausgerufen werden. Sollte sich dagegen Trump gegen die Prognosen durchsetzen, dann wird sich das voraussichtlich erst in den Folgetagen der Wahl wirklich entscheiden.

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