Sie sind hier:

Proteste in den USA - Mehr als 100 Angriffe auf Journalisten

Datum:

Es begann mit der Festnahme eines CNN-Korrespondenten vor laufender Kamera, mittlerweile wurden im Rahmen der Proteste über 100 Polizeiangriffe auf Medienvertreter gezählt.

Polizist schießt mit Gummigeschossen auf Teilnehmer eines Protestmarsches in Los Angeles
Protestmarsch in Los Angeles: Polizist schießt mit Gummigeschossen auf Teilnehmer
Quelle: ap

Seit mehreren Tagen demonstrieren Menschen in den USA gegen rassistische Polizeigewalt, nachdem der 46-jährige George Floyd bei einer Polizeikontrolle durch weiße Polizisten zu Tode gekommen ist. Dabei kommt es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Was neu ist, sind gezielte Angriffe durch Sicherheitskräfte auf Journalisten und Kameraleute.

Es begann mit der Festnahme des CNN-Reporters Omar Jimenez vor laufender Kamera am vergangenen Freitag. Kurz danach, am Samstag, wurden eine Reporterin des Nachrichtensenders MSNBC und ihr Team von einem Polizisten mit Gummigeschossen von ihrem zugewiesenen Drehort verdrängt. Die Fotografin Linda Tirado wurde in Minneapolis von einer Gummikugel der Polizei im Gesicht getroffen. Das linke Auge musste mittlerweile entfernt werden.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Angriffe auch auf ein deutsches Team

Die Rechercheplattform Bellingcat hat mittlerweile mehr als 100 Übergriffe auf Journalisten gezählt. Am Sonntag wurde auch ein deutsches Fernsehteam der Deutschen Welle von Polizisten beschossen und auch heute kam es wieder zu Angriffen auf ein Team des deutschen Auslandssenders:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Diese Angriffe seien durch nichts zu rechtfertigen, erklärte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Frank Überall:

Besonders perfide sind die Angriffe durch US-Polizisten. Die Polizei hat für den Schutz der Journalistinnen und Journalisten zu sorgen, auf keinen Fall dürfen Medienvertreter gezielt beschossen werden.

Der DJV forderte strafrechtliche Konsequenzen für die beteiligten Polizisten.

Auch Trump wird für die Angriffe verantwortlich gemacht

Auch Reporter ohne Grenzen forderte, die Polizei müsse Journalisten schützen und dürfe sie nicht an ihrer Arbeit hindern. Die Organisation machte die häufig medienfeindliche Rhetorik von US-Präsident Donald Trump für die Gewalt verantwortlich.

"Es war vorauszusehen, dass die Art von Präsident Trump, die Medien zu dämonisieren und ein klares Feindbild aufzubauen, tatsächlich zu Gewalt führen würde", erklärte Geschäftsführer Christian Mihr.

Die beispiellose Brutalität, mit der sowohl die Polizei als auch Protestierende in den vergangenen Tagen auf Reporterinnen und Reporter losgegangen sind, ist das Ergebnis dieser feindseligen Rhetorik.

Trump hatte Medien auf seinen Wahlkampfveranstaltungen als "Feinde des Volks" bezeichnet und wirft Reportern regelmäßig vor, falsch zu berichten.

Australien verurteilt die Angriffe gegen die Presse

Als erstes Land hat sich Australien nun öffentlich gegen die Gewalt gegen Medienschaffende während der Proteste ausgesprochen, nachdem auch ein australisches Team in der nähe des weißen Hauses von der Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas angegriffen wurde. Außenministerin Marise Payne äußerte "starke Bedenken gegenüber den zuständigen Behörden in Washington". 

Sehen Sie hier den Angriff auf das Team in Washington:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Jan Schneider ist Redakteur im ZDFheuteCheck-Team. Dem Autor auf Twitter folgen: @janatorium

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.