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Prozess um Tod von George Floyd - Polizeichef: Chauvin hätte loslassen müssen

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Im Prozess um den gewaltsamen Tod von George Floyd übt der Polizeichef von Minneapolis scharfe Kritik: Der angeklagte Ex-Polizist habe Prinzipien und Werte der Behörde verletzt.

Der Polizeichef von Minneapolis hat den Angeklagten im Prozess um den Tod von George Floyd schwer belastet. Sein Verhalten habe gegen die Werte der Polizeibehörde verstoßen.

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Zu Beginn der zweiten Woche des Prozesses um den Tod von George Floyd ist am Montag der Polizeichef von Minneapolis als prominenter Zeuge der Anklage aufgetreten. Medaria Arradondo sagte am Montag vor Gericht in Minneapolis aus, der angeklagte Ex-Polizist Derek Chauvin habe mit seinem Vorgehen gegen die Prinzipien und Werte der Polizeibehörde verstoßen.

Weiter das Knie gegen Floyds Hals zu drücken, als dieser mit Handschellen gefesselt auf dem Bauch lag und keinen Widerstand mehr geleistet habe, sei in keiner Weise mit den Grundsätzen der Behörde vereinbar und werde auch nicht gelehrt. Das sei "ganz sicher nicht Teil unserer Ethik und Werte", sagte Arradondo, der erste schwarze Polizeichef der Stadt. Er hatte Chauvin und drei weitere Beamte am Tag nach Floyds Tod im Mai entlassen, im Juni hatte er von "Mord" gesprochen.

Minutenlang Knie an den Hals gedrückt

Ex-Polizist Chauvin ist in dem Prozess der Tötung Floyds bei einer Festnahme am 25. Mai 2020 angeklagt. Videoaufnahmen zeigen, wie der weiße Beamte dem Afroamerikaner Floyd mehr als neun Minuten lang das Knie in den Hals drückt - auch dann, als der gefesselt am Boden liegende 46-Jährige immer wieder über Atemnot klagt und sich nicht mehr rührt.

Der Tod des Schwarzen George Floyd löste weltweit eine Welle der Wut und Empörung aus. Nun beginnt der Prozess gegen den Ex-Polizisten Chauvin.

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Arradondo sagte weiter aus, Chauvin habe offenbar nicht, wie von den Regeln gefordert, leichten bis mäßigen Druck auf Floyds Hals ausgeübt. Zudem hätte er früher loslassen und bei Floyd noch vor Eintreffen eines Krankenwagens Erste Hilfe leisten müssen. Auch sei Chauvin nicht wie vorgeschrieben deeskalierend vorgegangen.

Arzt: Herzstillstand in Notaufnahme festgestellt

Vor dem Polizeichef hatte am Montag in dem Prozess ein Arzt der Notaufnahme ausgesagt, in die Floyd eingeliefert worden war. Bradford Langenfeld erklärte, Floyds Herz habe zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr geschlagen. Er habe damals vermutet, dass der Herzstillstand vermutlich von Sauerstoffmangel oder Ersticken ausgelöst worden sei, sagte Langenfeld.

Sanitäter hätten ihm berichtet, dass sie etwa 30 Minuten lang versucht hätten, Floyd wiederzubeleben. Auch Langenfeld versuchte weitere 30 Minuten lang eine Wiederbelebung, stellte aber schließlich den Tod Floyds fest.

Das "George Floyd Square" Graffito auf eine Häuserwand in Minneapolis gesprüht.
Die Worte von George Floyd "I can' t breathe" wurden zu einem Motto der "Black-Lives-Matter"-Bewegung.
Quelle: reuters

Die Kommandeurin der polizeilichen Ausbildungseinheit zum Zeitpunkt von Floyds Tod, Katie Blackwell, sagte im Zeugenstand, Chauvin habe jährlich ein Training in Defensivtaktik erhalten. Dabei sei auch vermittelt worden, zur Fixierung des Nackens einen oder zwei Arme einzusetzen, nicht das Knie.

Der Tod Floyds in Minneapolis löste im vergangenen Jahr Proteste und Unruhen aus, auch weit über die Grenzen der USA hinaus.

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von Alica Jung, Washington
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