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Von Buffet bis Bezos - Steuer-Leak: US-Superreiche zahlen kaum

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Das Vermögen der reichsten US-Bürger wächst seit Jahren rasant. Steuern zahlten sie dafür laut einer "ProPublica"-Recherche kaum. Das Portal veröffentlichte geleakte Steuerdaten.

Archiv: Warren Buffett am 04.05.2019 in Omaha, Nebraska.
US-Multimilliardär Warren Buffett: Profi im Steuervermeiden
Quelle: Reuters

Dem US-Rechercheportal "ProPublica" wurden umfangreiche Steuerdaten superreicher US-Bürger zugespielt. Aus ihnen geht hervor, dass die 25 reichsten Amerikaner auf ihr in den letzten Jahren rasant gestiegenes Vermögen kaum Steuern gezahlt haben sollen.

Während der durchschnittliche US-Haushalt in den vergangenen Jahren rund 70.000 US-Dollar verdient und darauf 14 Prozent Einkommenssteuer gezahlt habe, nutzten die meisten Superreichen demnach diverse Mittel der Steuervermeidung.

So wenig Einkommenssteuer zahlt Warren Buffett

So hätten Vermögende wie Jeff Bezos, Warren Buffett oder Elon Musk auf dem Papier ein deutlich niedrigeres Einkommen als ihr Vermögen glauben macht.

Buffets Vermögen wuchs "ProPublica" zufolge zwischen 2014 und 2018 um 24,3 Milliarden Dollar, er gab jedoch nur ein Einkommen von 125 Millionen Dollar an. Darauf habe er 23,7 Millionen Dollar Einkommenssteuer gezahlt – auch das deutlich weniger als der offizielle US-Spitzensteuersatz von 37 Prozent.

Pikant: Buffett hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für eine stärkere Besteuerung der Reichen stark gemacht.

Vermögen stammt vor allem aus Investments

Der Großteil des Vermögens der Superreichen stammt nicht aus Lohnzahlungen, sondern aus im Wert steigenden Unternehmensbeteiligungen und sonstigen Vermögenswerten, erklärt Professor Joachim Englisch, Direktor des Instituts für Steuerrecht an der Universität Münster.

"Für solche Wertsteigerungen gilt in den USA, wie auch in Deutschland, das Realisationsprinzip, juristisch ist Einkommen also erst gegeben, wenn durch Verkauf Gewinne realisiert werden", sagt Englisch ZDFheute. "Und wenn eben nicht verkauft wird, fällt eben auch keine Steuer an."

Die G 7-Finanzminister haben sich auf eine Mindeststeuer von mindestens 15 Prozent für Großkonzerne geeinigt. Die Unternehmen sollen dort Steuern zahlen, wo sie Umsatz machen.

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Steuersätze begünstigen Reiche auch in Deutschland

In Deutschland wie in den USA sind Steuern auf Kapitalerträge, Erbschaften und andere Vermögenswerte oft vergleichsweise niedriger als die auf das Gehalt. Zudem können Verluste aus Investments, Kreditzinsen oder Spenden genutzt werden, um die Steuersumme zu drücken.

Laut "ProPublica" verdiente Amazon-Gründer Bezos auf diese Weise im Jahr 2011 nur so wenig, dass er einen 4.000 Dollar Steuerfreibetrag für seine Kinder in Anspruch nehmen durfte. Reiche profitieren also doppelt, da ihnen mehr Optionen offenstehen, um ihr Vermögen gewinnbringend anzulegen – und diese Optionen oft lukrativer sind als ein reguläres Lohn-Einkommen.

Dass verschiedene Einkommensarten unterschiedlich besteuert werden, ist auch für Englisch ungerecht: "Ich spreche mich schon seit zehn Jahren für die Abschaffung der Abgeltungssteuer aus", nennt er als Beispiel. Der Steuerexperte gibt aber zu bedenken, dass über steuerliche Vergünstigungen auch sinnvolle wirtschaftspolitische Anreize gesetzt werden können.

Welche Alternativen gibt es?

In Deutschland sei die Verteilung der Einkommen weniger problematisch, sagt Englisch: "Nach Steuern, Abgaben und Transfers ist die Einkommensverteilung in Deutschland deutlich weniger ungleich als in den USA."

Die deutsche Einkommenssteuer ist sehr umverteilungsintensiv.
Prof. Joachim Englisch, Institut für Steuerrecht, Universität Münster

Ganz anders sehe das aber bei den Vermögen aus: "Es gibt keine allgemeine Vermögenssteuer, keine einmalige Vermögensabgabe, und vor allem nur eine völlig deformierte Erbschaftssteuer mit Effektivbelastungen in der Größenordnung des 'ProPublica'-Berichts", betont Englisch. Nur circa zwei bis drei Prozent des gesamten Vermögensübergangs auf die nächste Generation würden in Deutschland belastet.

Die unzulängliche Erbschaftssteuer ist die Achillesferse der Steuergerechtigkeit in Deutschland.
Prof. Joachim Englisch, Institut für Steuerrecht, Universität Münster

Einer Vermögenssteuer hingegen steht Englisch kritisch gegenüber.

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