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Nähe zu Terrororganisation - USA "besorgt" über neue Taliban-Regierung

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Die Taliban haben ihre neue Regierung für Afghanistan vorgestellt. "Verbindungen und Werdegang" einiger Regierungsmitglieder bieten laut US-Außenministerium Anlass zur Sorge.

Sabiullah Mudschahid, Sprecher der Taliban, spricht während einer Pressekonferenz. Mudschahid gab einen Teil der Übergangsregierung der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan bekannt.
Sabiullah Mudschahid, Sprecher der Taliban, spricht während einer Pressekonferenz. Mudschahid gab einen Teil der Übergangsregierung der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan bekannt.
Quelle: dpa

Die USA haben Besorgnis über die Übergangsregierung der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan ausgedrückt. Auf der Liste der Kabinettsmitglieder stünden "ausschließlich Personen, die Mitglieder der Taliban oder ihrer enger Verbündeter sind und keine Frauen", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums laut Medienberichten.

Es bestünde daher "keine Eile", die neue Regierung anzuerkennen, erklärte das US-Außenministerium. Washington sei "besorgt über die Verbindungen und den Werdegang einiger der Personen", hieß es in einer Erklärung.

Wir verstehen, dass die Taliban dieses Kabinett als Interimskabinett vorgestellt haben. Wir werden die Taliban jedoch nach ihren Taten und nicht nach ihren Worten beurteilen.
Sprecher des US-Außenministeriums

"Sie wollen gemeinsam das weitere Vorgehen und die Haltung gegenüber Afghanistan diskutieren", so ZDF-Korrespondent Benjamin Daniel zum Treffen der Außenminister Heiko Maas und Antony Blinken.

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Terror-Verbindungen von Innenminister Hakkani

Besonders im Fokus stehe dabei der neue Innenminister, Siradschuddin Hakkani. Er ist Anführer des für den Einsatz von Selbstmordattentätern bekannten Hakkani-Netzwerks, das von den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Siradschuddin Hakkani gehört zu den meistgesuchten Männern der US-Ermittlungsbehörde FBI. Das Hakkani-Netzwerk war von seinem Vater gegründet worden.

Die Islamisten hatten die Bekanntgabe einer neuen afghanischen Regierung zuvor mehrfach verschoben. Sie hatten eine "inklusive" Regierung versprochen, die die komplexe ethnische Zusammensetzung des Landes abbilden solle.

Sie ist in Sicherheit in Berlin: Patoni Teichmann konnte sich durchschlagen zum Flughafen, als Kabul fiel. Schaffte es raus mit dem ersten Evakuierungsflug der Bundeswehr.

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Maas: Übergangsregierung stimmt "nicht optimistisch"

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich besorgt über die Entwicklung in Afghanistan geäußert. "Die Verkündung einer Übergangsregierung ohne Beteiligung anderer Gruppen und die gestrige Gewalt gegen Demonstrantinnen und Journalisten in Kabul sind nicht die Signale, die (...) optimistisch stimmen", teilte Maas am Mittwoch mit.

In Afghanistan droht nach Angaben von Maas eine dreifache humanitäre Krise. In vielen Teilen des Landes herrsche jetzt schon Nahrungsmittelknappheit aufgrund der Dürre. Gleichzeitig seien internationale Hilfszahlungen gestoppt worden, von denen viele Menschen abhängen. Auch vor einem wirtschaftlichen Kollaps in dem Land warnt Maas.

Wenn eine neue Regierung nicht in der Lage ist, die Staatsgeschäfte am Laufen zu halten, droht nach dem politischen der wirtschaftliche Kollaps - mit noch drastischeren humanitären Folgen.
Außenminister Heiko Maas (SPD)

Afghanistan - Wer die wichtigsten Taliban-Anführer sind 

Binnen weniger Tage haben die Taliban fast ganz Afghanistan unter Kontrolle gebracht. Wer sind die wichtigsten Köpfe der islamistischen Miliz? Ein Überblick.

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US-Außenminister besucht Militärbasis Ramstein

Die weiteren Entwicklungen in Afghanistan sollen auch Thema einer Videokonferenz von mehr als 20 Ländern sein, die am Mittwoch unter Leitung von Außenminister Maas und US-Außenminister Antony Blinken stattfinden soll. Am Mittwoch reiste Blinken dazu nach Deutschland. Dabei ist auch der Besuch des US-Luftwaffenstützpunkts im rheinland-pfälzischen Ramstein geplant.

Bei seinem Besuch in Deutschland will Blinken der Bundesregierung für die Zusammenarbeit bei den Evakuierungsflügen aus Kabul und für Deutschlands 20-jährigen Afghanistan-Einsatz danken. Mit der Luftbrücke hatten die USA und ihre Verbündeten etwa 123.000 Menschen ausgeflogen. Derzeit wird debattiert, wie weitere Ortskräfte aus dem Land gebracht und wie darüber mit den Taliban verhandelt werden soll.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

Nachrichten | Thema - Afghanistan 

Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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