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US-Vorwahlen der Demokraten - Joe Biden gewinnt in South Carolina

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Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden hat die Vorwahl der Demokraten in South Carolina gewonnen. Tom Steyer gab noch am Abend (Ortszeit) seinen Rückzug aus dem Rennen bekannt.

Bei der Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat South Carolina hat sich Joe Biden gegen seine Mitstreiter durchgesetzt. Der ehemalige Vizepräsident hat damit seinen ersten Sieg in den Vorwahlen eingefahren. Milliardär Tom Steyer gab seinen Rückzug aus dem Wahlkampf bekannt, obwohl er in South Carolina den dritten Platz erreicht hatte. Er sehe für sich selber keinen Weg zur Präsidentschaft, so Steyer am Abend (Ortszeit). Die Republikaner hatten ihre Vorwahl in South Carolina abgesagt.

Wichtiger Sieg für Biden

Es war ein wichtiger Sieg für Joe Biden: Der ehemalige Vizepräsident hatte zuletzt viel Kritik einstecken müssen, denn in den ersten drei Vorwahlen der Demokraten schloss er deutlich schlechter ab als erwartet. Biden war als klarer Favorit ins Rennen gegangen, musste jedoch in Iowa, New Hampshire und Nevada Niederlagen einstecken. In New Hampshire belegte er sogar nur den fünften Platz.

Bereits in den Umfragen hatte Biden in South Carolina deutlich vorne gelegen. Milliardär Tom Steyer, der enorm viel Wahlkampfwerbung in South Carolina geschaltet hatte, galt ebenfalls als einer der Favoriten. Die Ergebnisse bestätigen dieses Bild: Biden kommt auf 49 Prozent der Stimmen, Bernie Sanders auf 20 Prozent. Tom Steyer belegt den dritten Platz mit elf Prozent, es folgen Pete Buttigieg und Elizabeth Warren auf den Plätzen vier und fünf.

Für Steyer war der dritte Platz schließlich nicht genug. Vor Unterstützern erklärte er am Abend (Ortszeit), er habe immer gesagt, er werde sich aus dem Rennen zurückziehen, wenn er keinen Weg zur Präsidentschaft sehe. Dies sei nun der Fall. Er werde aber weiterhin für die Themen kämpfen, die seinen Wahlkampf prägten. Zudem sicherte er zu, den Kandidaten der Demokraten in der Präsidentschaftswahl im November zu unterstützen. Nach Steyers Rückzug sind nun noch sieben Kandidaten im Rennen um die Nominierung der Demokraten.

Biden: "Diese Kampagne ist sehr wohl lebendig"

Am Abend (Ortszeit) trat Biden vor Unterstützer in South Carolina und dankte ihnen für ihren Einsatz für seinen Wahlkampf. "Die Bidens lieben euch", rief er in die Menge und erntete damit großen Jubel. Auch auf Kritik an seinen bisherigen Ergebnissen in den Vorwahlen ging Biden ein. Vor nur wenigen Tagen sei sein Wahlkampf für "tot" erklärt worden, doch das Ergebnis in South Carolina beweise das Gegenteil: "Diese Kampagne ist sehr wohl lebendig."

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Zuvor hatte sich Bidens Konkurrent Bernie Sanders zu den Ergebnissen in South Carolina geäußert. Der Senator aus Vermont zeigte sich wenig besorgt über die Niederlage. Er gratulierte Biden zu seinem Sieg. Zu seinen Unterstützern sagte er, "niemand" könne in allen Bundesstaaten gewinnen und er rechne durchaus mit weiteren Niederlagen während der Vorwahlen. Er blicke nun auf den "Super Tuesday" am kommenden Dienstag.

South Carolinas symbolische Bedeutung

Ein Sieg in South Carolina ist nicht nur für Bidens Wahlkampf wichtig, sondern hat auch traditionell eine symbolische Bedeutung. In Iowa, New Hampshire und Nevada, den ersten drei Bundesstaaten, in denen Vorwahlen stattfinden, ist der Anteil afroamerikanischer Wähler in der Bevölkerung vergleichsweise gering. Anders ist es in South Carolina. Der Bundesstaat gilt als richtungsweisend im Kampf um die Stimmen afroamerikanischer Wähler. Biden gilt als besonders beliebt bei dieser Wählergruppe.

Auch für den weiteren Verlauf der Vorwahlen und die Nominierung der Demokraten ist South Carolina richtungsweisend. Fünf der sechs Sieger der demokratischen Vorwahlen in South Carolina seit 1992 wurden auch später der Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl. Lediglich John Edwards, der 2004 in South Carolina gewann, unterlag in den Vorwahlen schließlich seinem Konkurrenten, dem späteren Kandidaten der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2004, John Kerry. 2016 hatte sich Hillary Clinton in South Carolina deutlich gegen Bernie Sanders durchgesetzt.

Sanders weiter vorne - "Super Tuesday" am Dienstag

In South Carolina werden 54 Delegierte verteilt. Insgesamt gibt es 3.979 Delegierte, die in den Vorwahlen auf die Kandidaten verteilt werden. Im Juli findet der Parteitag der Demokraten in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin statt. Dort wird dann offiziell der Kandidat gewählt, der in der Präsidentschaftswahl im November für die Partei antreten wird.

Teaser - Infografik Ablauf US-Wahl

US-Wahlen - Zeitplan bis zum Wahltag 

Wann finden in welchem Bundesstaat Vorwahlen statt? Hier finden Sie eine grafische Übersicht über den zeitlichen Verlauf der US-Vorwahlen bis zum Wahltag.

von Corinna Zander

Nach den ersten vier Vorwahlen führt weiterhin Bernie Sanders. Der Senator aus Vermont konnte nach einem zweiten Platz beim Auftakt in Iowa in New Hampshire und Nevada gewinnen. Sein Vorsprung wurde jedoch nun durch Bidens Sieg in South Carolina verringert. Die nächsten Vorwahlen finden am kommenden Dienstag, am sogenannten "Super Tuesday" statt. Dann steigt auch Milliardär Michael Bloomberg offiziell in die Wahl ein: Am Dienstag steht sein Name zum ersten Mal auf den Wahlzetteln. Er hatte die Vorwahlen in den ersten vier Bundesstaaten ausgelassen, um sich auf den "Super Tuesday" zu konzentrieren.

An diesem Superwahltag wird in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt, unter anderem in Kalifornien, wo es für die Kandidaten um 416 Delegierte geht. Auch in Massachusetts, Minnesota und Vermont, den Heimatbundesstaaten von Elizabeth Warren, Amy Klobuchar und Bernie Sanders, wird am Dienstag gewählt. Insgesamt werden am "Super Tuesday" ein Drittel der Delegierten verteilt.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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