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Corona-Wahljahr in den USA - Wählen in der Pandemie

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Wahljahre sind in den USA immer besonders. Die Corona-Krise hat das verschärft. Trump zeigt sich als Amtsinhaber, der sein Land spaltet und Biden als Nachfolger nicht anerkennt.

Kamala Harris (links) und Joe Biden am 16.11.2020 in Wilmington (USA)
Viele erste Male haben die US-Wahl in diesem Jahr begleitet. Im Bild sind der zukünftige Präsident Joe Biden und seine Vize Kamala Harris.
Quelle: picture alliance

"Wählt, als ginge es um euer Leben": Das war für viele Amerikanerinnen und Amerikaner im Jahr 2020 eine ganz besondere Motivation, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung bei der Präsidentschaftswahl in den USA war so hoch wie seit über 100 Jahren nicht mehr. Denn es ging in der Corona-Krise im wahrsten Sinne um das Leben von Millionen Amerikanerinnen und Amerikanern.

Demokratische Wählerinnen und Wähler warfen US-Präsident Donald Trump ein verspätetes Handeln zu Beginn der Pandemie vor und machen ihn für die hohe Zahl an Corona-Toten verantwortlich. Auf der anderen Seite fürchteten Republikanerinnen und Republikaner unter einem Präsident Joe Biden noch mehr Corona-Maßnahmen sowie wirtschaftliche Folgen.

In absoluten Zahlen ist kein Land der Welt stärker von der Corona-Pandemie betroffen als die USA. Die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle erreichte einen neuen Höchststand.

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Viele erste Male im US-Wahlkampf

Wegen Corona fand der Wahlkampf zum ersten Mal größtenteils online statt, ebenso die beiden Nominierungs-Parteitage. Und auch sonst gab es Punkte, die diese US-Wahl von vorherigen Wahlen unterscheidet.

Zum ersten Mal sind beide Bewerber älter als 70 Jahre. Außerdem gaben so viele Menschen wie noch nie - über 100 Millionen - ihre Stimme bereits vor dem eigentlichen Wahltag ab. Es war auch eine Folge der Corona-Krise, dass viele per Brief abstimmten. Es ist zudem das erste Mal in der Geschichte, dass ein amtierender US-Präsident das Wahlergebnis nicht anerkennen will.

Die heiße Phase des Wahlkampfs begann mit dem Super Tuesday Anfang März. Für die demokratische Partei gab es eine entscheidende Frage: Wer hat größere Chancen, Donald Trump zu schlagen? Der progressive Bernie Sanders oder der moderate Joe Biden? Die Wahl fiel auf den ehemaligen Vizepräsidenten Barack Obamas, den zu dem Zeitpunkt 77-jährigen Biden.

Im August entschied Biden, Kamala Harris zu seiner Vizekandidatin zu machen. Mit der 56-Jährigen aus Kalifornien wird zum ersten Mal eine Schwarze Frau diesen Posten übernehmen.

Die Erwartungen an US-Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris sind sehr groß. Stehen sie doch vor immensen Herausforderungen in dem zerrissenen, gespaltenen Land.

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Politischer Graben zwischen Biden und Trump wird tiefer

Bereits weit im Vorfeld des Wahltags gab es Streit um die Briefwahl. Trump machte Stimmung dagegen und behauptete, sie sei besonders anfällig für Betrug. Er legte damit den Grundstein für Verunsicherung und Misstrauen innerhalb seiner Wählerschaft. Und ebnete den Weg für eine Desinformationskampagne, die er auch nach Verkündung des Wahlergebnisses weiter führte.

Ein weiterer Aufreger im US-Wahlkampf 2020: Mitte September starb die Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg. Ihre Nachbesetzung machte den Graben zwischen Demokraten und Republikanern nur noch größer. Letztlich setzte sich Trump durch. Eine Woche vor der Wahl wurde die von ihm vorgeschlagene konservative Richterin Amy Coney Barrett auf Lebenszeit vereidigt.

Nach 100 Tagen im Amt gilt Donald Trump vielen als die schlimmste Fehlbesetzung aller Zeiten im Weißen Haus. Doch es haben schon andere US-Präsidenten vor ihm an den Werten der Nation gerüttelt.

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Doch das prägende Thema des Wahlkampfs blieb das Coronavirus. Besonders als bekannt wurde, dass sich Trump und seine Frau Melania sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weißen Haus infiziert hatten.

Wahltag im Zeichen von Corona

So stand auch der Wahltag am 3. November im Zeichen der Pandemie. Trotz der hohen Zahl von Briefwählern und -wählerinnen bildeten sich vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen. Die Streichung von Wahllokalen und Corona-Vorsichtsmaßnahmen verlangsamten den Prozess mehr als sonst.

Und noch ein Novum: Ganze vier Tage dauerte es, bis ein Wahlsieger verkündet wurde. Doch statt Joe Biden zu gratulieren, sprach Amtsinhaber Trump von einer manipulierten Wahl - aufgrund der Briefwahlstimmen. In mehreren Bundesstaaten versuchte er, das Ergebnis anzufechten.

So wird voraussichtlich erst mit der Vereidigung von Biden am 20. Januar ein wenig mehr Ruhe und Stabilität in die US-Politik einkehren.

Donald Trump drohen nach Ende seiner Amtszeit als US-Präsident im Januar etliche Prozesse. Ihm werden unter anderem Steuerhinterziehung und sexuelle Belästigung vorgeworfen.

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Alica Jung ist Reporterin im ZDF-Studio Washington.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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