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Vier Jahre US-Präsident Trump : Mit ihm die Sintflut

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Die Trump-Show endet schon nach der ersten Staffel. Der Hauptdarsteller wurde gefeuert. Und doch ist das Drama nachhaltig. Nicht nur wegen des Sturms auf den Kongress.

Donald Trump trat 2016 mit dem Versprechen an, Amerika wieder großartig zu machen. Unter anderem wollte er die Wirtschaft ankurbeln und Amerikas Rolle in der Welt neu definieren.

Um zu bewerten, wie viel Trump davon einlösen konnte, ist es zunächst nur fair, den Zeitraum bis zum Beginn der Covid-19-Pandemie zu betrachten und seinen Umgang mit der Krise gesondert zu beleuchten.

Kein verdoppeltes Wachstum unter Präsident Trump

So stand Amerika vor dem Ausbruch der Seuche wirtschaftlich gut dar. Mit einer Arbeitslosenquote von rund 3,5 Prozent Anfang 2020 herrschte fast Vollbeschäftigung. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Quote im Januar 2017, als Trump das Amt von seinem Vorgänger übernahm, mit unter fünf Prozent bereits niedrig war.

Trump schaffte es zwar nicht, wie in seiner Rede zum Wahlsieg angekündigt, das Wirtschaftswachstum zu verdoppeln. Insgesamt war es, wenn man den Zeitraum bis Februar 2020 in den Blick nimmt, unter ihm aber immerhin durchschnittlich leicht stärker als in den Obama-Jahren.

Nicht wenige Maßnahmen von Trump eher moderat

Diese durchaus positive Entwicklung steht beispielhaft dafür, dass es manchmal eben nicht Trumps Politik an sich war, die radikal und spalterisch wirkte. Nicht wenige der Maßnahmen und Reformen, die Trump veranlasst hat, könnte man sogar durchaus als moderat bezeichnen. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie der noch amtierende US-Präsident seine Agenda verkauft und ohne Rücksicht auf Verluste umgesetzt hat.

Dabei stand sein polarisierendes Spiel mit der Angst stets im Mittelpunkt. Kein amerikanisches Staatsoberhaupt hat jemals so viele Minister und Berater gefeuert wie Trump. Keiner hat jene, die ihn hinterfragten oder kritisierten, auf solch brutale und unverhohlene Art versucht zu diskreditieren und herabzuwürdigen.

Das war nicht nur so bei Angelegenheiten, die Amerika im Inneren beschäftigten. Trumps desaströse Diplomatie wurde besonders bei außen- und sicherheitspolitischen Baustellen sichtbar - sei es gegenüber der Nato, den europäischen Verbündeten oder den geopolitischen Wettbewerbern wie China. Auch andere US-Präsidenten wollten die Verpflichtungen der USA in der Welt reduzieren. Keiner von ihnen stellte jedoch den Multilateralismus und die gemeinsamen Grundwerte infrage.

USA: Von der Corona-Pandemie stark betroffen

Gerade der letzte Akt des Trumpschen Dramas - sein Umgang mit der Covid-19-Pandemie - zeigt immer wieder, wie gefährlich die Lügen-Märchen sind, die der mächtigste Mann der Welt unverhohlen in die Online-Blasen twittert.

Mehr als 350.000 Amerikaner sind bereits an oder mit dem Virus gestorben - eine Zahl, die deutlich kleiner wäre, wenn der US-Präsident die Seuche ernst genommen und verantwortungsvoll gehandelt hätte.

Doch die gewohnten politischen Gesetzmäßigkeiten gelten für ihn nicht. Wahrheiten sind verhandelbar, Fakten sind nicht Fakten, alles ist erlaubt. Damit ist jetzt Schluss, zumindest von der Kanzel des höchsten Amtes der Welt aus.

Demokraten können mit Mehrheit im Senat mehr ändern

Inwiefern der Trumpismus im politischen Washington weiterlebt, hängt auch mit dem Ausgang der Senats-Wahlen in Georgia zusammen. Jetzt, da die Demokraten künftig beide Kammern dominieren, wird es für den designierten Präsidenten Joe Biden sehr viel einfacher sein, zahlreiche Maßnahmen Trumps zurückzudrehen.

Abraham Lincoln, mit dem sich Donald Trump ja allzu gern vergleicht, sagte einmal, man könne Leute einige Zeit zum Narren halten und manche sogar ewig. Aber alle Leute allezeit zum Narren halten, könne man nicht.

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