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NRW-Maskengeschäft mit van Laack - Dubioser Laschet-Deal oder übliches Handeln?

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Ein Anruf mit "Geschmäckle": NRW-Ministerpräsident Laschet spricht mit dem Textilunternehmen van Laack über Masken. Nur: Laschets Sohn macht seit langem Geschäfte mit der Firma.

Archiv: Armin Laschet und Joe Laschet
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (l.) nennt die SPD-Vorwürfe, sein Sohn Joe (r.) habe möglicherweise Vorteile von dem Deal gehabt, "schäbig".
Quelle: dpa

Der Besitzer des Mönchengladbacher Textilunternehmens van Laack, Christian von Daniels, erzählt es - wohl ganz unbedarft - der "Rheinischen Post" im Interview.

Armin Laschet habe ihn persönlich wegen der Beschaffung von Masken angerufen. Dann seien Laschets Mitarbeiter gekommen, und man sei mit dem Land ins Geschäft gekommen. 38,5 Millionen Euro Umfang hatte der erste Vertrag zwischen van Laack und der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Später kamen zwei weitere Aufträge für die Landespolizei über Stoffmasken hinzu, so schreibt es die dpa. Der Wert dieser Aufträge ist wohl erst einmal unbekannt.

Modeblogger Joe Laschet mit van Laack im Geschäft

Den Kontakt zwischen Christian von Daniels und Armin Laschet vermittelte wohl Johannes "Joe" Laschet. Er ist der Sohn des Ministerpräsidenten und als Mode-Blogger seit Jahren mit van Laack im Geschäft. Er zeigt sich auf Instagram mit Hemden und Masken der Firma.

Die SPD-Fraktion hat im Landtag nun eine sogenannte Kleine Anfrage eingereicht, auf die die Landesregierung wahrheitsgemäß antworten muss. Darin fordert die SPD genaue Details über den Deal, und so der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Stefan Zimkeit, gegenüber der "Bild"-Zeitung:

Es muss ausgeschlossen werden, dass hier persönliche Beziehungen eine Rolle gespielt haben.
Stefan Zimkeit, SPD

Geschäfte ohne Ausschreibung waren in Corona-Krise üblich

In der Tat fand das Geschäft mit van Laack wohl ohne vorige Ausschreibung statt. Im Amtsblatt wird das mit einer rechtlichen Ausnahme für unvorhersehbare Ereignisse begründet. Und das war wohl auch so üblich in den ersten Corona-Wochen.

Der Ministerpräsident weist die Vorwürfe der Opposition jetzt erstmals öffentlich zurück. Er wandelt an diesem Tag eigentlich auf anderen Pfaden und besichtigt mit Gesundheitsminister Jens Spahn das neue, große Impfschutzzentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf. Doch natürlich sprechen ihn die anwesenden Pressevertreter auf den Fall an.

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Thema van Laack regt Laschet auf

Ein wenig aufgeregt wirkt dann der Ministerpräsident, als er die Situation im März schildert: "Die Zahlen gingen doch rasant hoch, und wir hatten einfach nicht genug Ausrüstung", erinnert er sich. "Und wir suchten händeringend nach seriösen Anbietern von Schutzausrüstung, am liebsten in NRW." 

Und natürlich habe er da seinen Sohn gefragt, der sich in der Textilbranche auskenne. Der habe dann geholfen und den Kontakt zu van Laack hergestellt: "Ohne jeden Lohn, ohne jeden Vorteil", sagt Laschet. "Jeder hätte so gehandelt, und wir mussten damals schnell entscheiden", verteidigt er sich. Die Vorwürfe der SPD jetzt, sein Sohn habe möglicherweise Vorteile von dem Deal gehabt, seien "schäbig und unanständig".

Spahn springt Laschet bei

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der mit Laschet im Team bei der Bewerbung um den CDU-Vorsitz ist, springt ihm bei:

In der Krise zählt eben die schnelle Entscheidung.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

Egal wie die kleine Anfrage der SPD nun im Landtag ausgeht. Van Laack muss man wohl als ein Corona-Gewinner-Unternehmen bezeichnen. Denn Besitzer Christian von Daniels berichtet im Interview mit der "Rheinischen Post" auch über einen enormen Wachstumsschub für Unternehmen. Der Umsatz habe sich dank verkaufter Masken und Kittel mindestens verdoppelt.

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