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Venedig - Verbot für große Kreuzfahrtschiffe kommt

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Seit Jahren streiten die Menschen in Venedig über die Kreuzfahrtschiffe in der Lagune. Jetzt hat die Regierung großen Schiffen den Riegel vorgeschoben.

Kreuzfahrtschiff in Venedig (Archiv)
Die Debatte war nach der Rückkehr der Kreuzfahrtschiffe Anfang Juni nach einer Corona-bedingten Pause wieder aufgeflammt. (Archivbild)
Quelle: Andrea Merola/epa/dpa

Italiens Regierung hat ein Einfahrverbot für große Kreuzfahrtschiffe durch die Lagune von Venedig beschlossen. Seit Jahren protestieren Einheimische und Aktivisten gegen die riesigen Schiffe in der architektonisch empfindlichen Stadt.

Für welche Schiffe greift die Maßnahme?

Ab dem 1. August sollen keine Kreuzfahrer mehr durch die Lagune fahren. Konkret gilt das für...

  • Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregistertonnen
  • Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge über 180 Metern oder mehr als 35 Metern Höhe
  • Kreuzfahrtschiffe, die gewisse Abgasnormen überschreiten

Schiffe, die als nachhaltig gelten oder nicht unter diese Kriterien fielen, dürften weiterhin die Lagune passieren, hieß es weiter. Dabei könne es sich etwa um Kreuzfahrtschiffe in einer Größenordnung von rund 200 Passagieren handeln.

Tourismusforscherin Dr. Manuela Gutberlet liefert verschiedene Lösungsansätze, wie Übertourismus entschleunigt werden kann. Ein leichtes Unterfangen ist es aber nicht.

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Kreuzfahrtverkehr schadet Umwelt und Stadtfundamenten von Venedig

Die Maßnahmen des Ministerrats um Regierungschef Mario Draghi folgen, nachdem Experten der UN-Kulturorganisation Unesco vor wenigen Wochen vorgeschlagen hatten, Venedig auf eine Negativ-Liste für gefährdetes Welterbe zu setzen. Die Unesco begründete die Idee unter anderem mit den Kreuzfahrtschiffen in Venedig.

Kritiker mahnen, dass die Schiffe die Umwelt in Venedig verschmutzen und auch die Fundamente der Stadt beschädigen. Der Kreuzfahrttourismus bringe der Stadt zudem wenig wirtschaftliche Vorteile, weil die Passagiere dort nicht schliefen und oft nur wenig Geld ausgäben.

Temporär soll Hafen in Marghera als Anlegestelle dienen

Der Verband der Kreuzfahrt-Reedereien sagte, das Verbot sei "keine schlechte Nachricht". Auf Venedig hätte die Industrie in diesem Jahr ohnehin keine Priorität gelegt. Nun habe man etwas mehr Planungssicherheit. Für den Übergang solle der Hafen in Marghera, an dem derzeit etwa Containerschiffe anlegen, als Anlegestelle dienen. Das sei allerdings lediglich eine vorläufige Lösung.

Das Infrastruktur-Ministerium teilte am Abend mit, dass für die Anlegestellen in Marghera 157 Millionen Euro an Investitionen bereitgestellt werden sollten. Minister Enrico Giovannini sagte, es sei ein unausweichlicher Schritt, um die Umwelt, Landschaft, Kunst und Kultur Venedigs zu schützen. Parallel sucht der Hafen von Venedig für die Zukunft nach Anlege-Vorschlägen außerhalb der Lagune.

Aktivist*innen protestieren, als das Kreuzfahrtschiff MSC Orchestra Venedig verlässt. Sie fordern, dass die riesigen Schiffe dauerhaft aus der fragilen Lagune umgeleitet werden.

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