ZDFheute

Guaidó trifft Unterstützer im Ausland

Sie sind hier:

Trotz Reiseverbots - Guaidó trifft Unterstützer im Ausland

Datum:

In Venezuela tobt ein Kampf um die Macht. Übergangspräsident Juan Guaidó baut auf Unterstützung aus dem Ausland - und trifft sich in Kolumbien mit US-Außenminister Mike Pompeo.

Der selbsternannte Übergangspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, ist trotz eines Reiseverbots ins Nachbarland Kolumbien gereist. Er soll dort auf Außenminister Pompeo treffen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Trotz eines Reiseverbots ist der selbst ernannte Interimspräsident und Oppositionsführer Juan Guaidó aus seiner Heimat Venezuela ins Nachbarland Kolumbien gereist. "Wir heißen Präsident Guaidó in Kolumbien willkommen", schrieb Kolumbiens Staatschef Iván Duque auf Twitter. "Heute Nachmittag haben wir ein Arbeitstreffen."

Guaidó will heute an einem regionalen Ministertreffen zum Thema Terrorismus in Bogotá teilnehmen, bei dem auch US-Außenminister Mike Pompeo erwartet wird. Pompeo erklärte zu der bevorstehenden Begegnung mit dem Oppositionsführer, dass er hoffe, den "ordnungsgemäß gewählten Anführer von Venezuela" zu treffen. Guaidó verstieß mit seiner geheimen Ausreise zum zweiten Mal gegen ein Reiseverbot, das der Oberste Gerichtshof verhängt hatte.

Neues Interesse der USA an Venezuela?

Beobachter werten dies als erneutes Zeichen der Unterstützung Guaidós durch die US-Regierung. Diese und etwa 50 andere Staaten erkennen Guaidó als rechtmäßigen Staatschef Venezuelas an. Die USA gehören zu den wichtigsten Unterstützern Guaidós. Allerdings entstand zuletzt der Eindruck, dass US-Präsident Donald Trump angesichts mangelnder Fortschritte das Interesse an Venezuela verloren hat.

Guaidó hatte vor etwa einem Jahr die Wahl des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduros wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und sich selbst in seiner Eigenschaft als Parlamentspräsident zum vorläufigen Staatsoberhaupt ernannt. Seitdem herrscht ein Machtkampf, den bisher keiner der beiden für sich entscheiden konnte.

Ein Land am Abgrund

Zwar ist Maduro mittlerweile weltweit weitgehend isoliert, allerdings hält er sich mit Hilfe des Militärs weiter an der Macht. Guaidó wird auf dem internationalen Parkett zwar hofiert, kann sich in Venezuela aber nicht durchsetzen. Die humanitäre Lage in dem einst reichen Land mit den weltgrößten Erdölreserven ist katastrophal. 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner haben das Land bereits verlassen.

Zuletzt hatte Maduro versucht, Guaidó in seiner eigenen Machtbastion - dem von der Opposition dominierten Parlament - anzugreifen. Sicherheitskräfte versperrten den regierungskritischen Abgeordneten Anfang Januar den Weg zur Nationalversammlung, während sozialistische Parlamentarier und abtrünnige Oppositionelle einen Gegenkandidaten zum Parlamentschef wählten. Allerdings ließ sich Guaidó wenig später von seinen Anhängern an einem anderen Ort im Amt bestätigen. Das Parlament ist nun in zwei konkurrierende Häuser gespalten.

Guaidó könnte in Davos auf Trump treffen

Nach Angaben aus Oppositionskreisen will Guaidó anschließend nach Europa und in die USA reisen. Sein Reiseplan ist geheim - jedoch könnte er im schweizerischen Davos auf US-Präsident Donald Trump treffen, der am Dienstag und Mittwoch beim Weltwirtschaftsgipfel sein sollte.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.