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Tag 14 nach Russlands Angriff : Was am Mittwoch passierte

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Russland wirft der Ukraine vor, die Evakuierungen zu behindern. Die Ukraine beklagt ihrerseits den Beschuss von Fluchtkorridoren. Die Lage am Mittwoch.

In der Ukraine wird weiter gekämpft - die Bevölkerung zwischen Ausharren und Flucht, zwischen Hoffen und Bangen.

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Tag 15 nach Russlands Angriff - Ukraine-Krieg: Entwicklungen am Donnerstag 

Die Verhandlungen über eine Feuerpause sind gescheitert. Unterdessen werden neue Luftangriffe auf Mariupol gemeldet. Und Russland droht, verlassene Betriebe zu verstaatlichen.

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Im Folgenden fassen wir für Sie die wichtigsten Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine zusammen - fortlaufend aktualisiert. Weitere Updates zur Lage und Reaktionen erhalten Sie auch in unserem Liveblog zum Angriff auf die Ukraine.

Die aktuelle Situation im Krieg in der Ukraine

  • Das radioaktive Material im ehemaligen ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl kann laut einem Tweet der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) trotz des Stromausfalls weiterhin sicher gelagert werden. Die Wärmelast des Beckens für abgebrannte Brennelemente und das Volumen des Kühlwassers reichten aus, um eine effektive Wärmeabfuhr ohne Elektrizität zu gewährleisten. Zuvor hatte Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter gewarnt, es bestehe die Gefahr eines Austritts von radioaktiver Strahlung. Die Dieselgeneratoren als Reserve hätten nur eine Kapazität von 48 Stunden, um das AKW mit Strom zu versorgen. Danach würden die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Brennelemente abgeschaltet. Die Ukraine fordert dringend eine Feuerpause von Russland, um die Stromleitung zum Atomkraftwerk Tschernobyl reparieren zu können.

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  • Nach Angaben des ukrainischen Militärs sind in den vergangenen Tagen etwa 14.500 Menschen zum Kampfeinsatz in die Ukraine eingereist. 12.000 von ihnen seien heimkehrende Ukrainer, die sich der Landesverteidigung anschließen wollten. Unterdessen sind laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR inzwischen mehr als 2,1 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
  • Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat zwischen dem Einmarsch Russlands in die Ukraine und dem 9. März (0 Uhr) den Tod von 516 Zivilisten dokumentiert. 908 Zivilisten seien verletzt. Die Behörde geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen mit Sicherheit deutlich höher lägen.
  • Die Fluchtkorridore sind teilweise gescheitert. Putin warf ukrainischen Einheiten vor, die Evakuierungen zu behindern. Die Ukraine hält ihrerseits Russland vor, die Fluchtkorridore zu beschießen.
Karte, Ukraine, Fluchtkorridore
Fluchtkorridore in der Ukraine. Stand: 09.03.22
Quelle: ZDF
  • In der Hafenstadt Mariupol funktioniert nach Angaben der Separatisten im Gebiet Donezk der vereinbarte Fluchtkorridor weiterhin nicht. "Die Menschen verlassen Mariupol so schnell wie möglich aus eigener Kraft", sagte ein Sprecher der prorussischen Kräfte im russischen Staatsfernsehen. Die Ukraine gibt ihrerseits den Angreifern die Schuld. Außenminister Dmytro Kuleba schrieb bei Twitter: "Russland hält weiterhin mehr als 400.000 Menschen in Mariupol als Geiseln, blockiert humanitäre Hilfe und Evakuierung." Der wahllose Beschuss gehe weiter. Die Stadt meldete einen Angriff auf ein Kinderkrankenhaus samt Entbindungseinrichtung, bei dem mindestens 17 Menschen verletzt worden seien.
  • In anderen Regionen liefen Evakuierungen an. Zivilisten in Sumy im Nordosten der Ukraine verlassen den zweiten Tag in Folge über einen Fluchtkorridor die belagerte Stadt. Ukrainische Medien veröffentlichten Bilder aus Irpin bei Kiew, die zeigten, wie alte und kranke Menschen auf Tragen in Sicherheit gebracht wurden. In Worsel nahe der Hauptstadt wurde ein Kinderheim evakuiert. Auch für die von russischen Truppen beschossene Stadt Enerhodar im Südosten der Ukraine besteht nach Angaben des Bürgermeisters eine Feuerpause.

"Militärisch betrachtet reichen die Kräfte für eine Gesamtbesetzung der Ukraine definitiv nicht aus", so Erich Vad, Brigadegeneral a. D., Russland konzentriere sich derzeit auf den Süden und Südosten der Ukraine.

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  • Das US-Verteidigungsministerium berichtete von einer neuen russischen Militärkolonne, die von Nordosten her auf Kiew vorrückte. Die Hauptkolonne aus dem Norden war vor mehreren Tagen zum Stillstand gekommen.
  • In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine 1,33 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen. Allein am Dienstag hätten 125.800 Menschen die Grenze passiert, teilte die Behörde auf Twitter mit. In Deutschland registrierte die Bundespolizei am Mittwoch insgesamt 80.035 Ankömmlinge.

Positionen der beteiligten Kriegsparteien

  • Die Ukraine dringt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht länger auf eine Nato-Mitgliedschaft. Er habe seine Haltung zu dieser Frage "schon vor einiger Zeit abgemildert", da die Nato offenbar nicht bereit sei, "die Ukraine zu akzeptieren", sagte Selenskyj in einem Interview des US-Senders ABC. Als weiteres Zugeständnis an Moskau erklärte er sich zu einem "Kompromiss" über den Status der Separatisten-Gebiete Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine bereit. Sein außenpolitischer Berater brachte eine Neutralität der Ukraine ins Spiel. 
  • Russland strebt nach eigenen Angaben mit dem Krieg gegen die Ukraine keinen Machtwechsel in der ehemaligen Sowjetrepublik an. Ziel sei "weder die Besatzung der Ukraine noch die Zerstörung ihrer Staatlichkeit noch der Sturz der aktuellen Führung" unter Präsident Selenskyj, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau.

Lesen Sie hier mehr dazu, was Russland und die Ukraine fordern:

Verhandlungen über Kriegsende - Was Russland und die Ukraine fordern 

Wie ist Frieden in der Ukraine möglich? Präsident Putin stellt Forderungen, Präsident Selenskyj ist wohl zu Zugeständnissen bereit - die Verhandlungspositionen im Überblick.

Videolänge
von Johanna Sagmeister

Reaktionen auf den Krieg in der Ukraine

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, den Krieg in der Ukraine sofort zu beenden. "Stoppen Sie das Blutvergießen, ziehen Sie die russischen Truppen zurück", sagte Scholz bei einer Pressekonfernz mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau in Berlin. In einem weiteren Telefonat zwischen Scholz und Putin sei es um "politisch-diplomatische Anstrengungen" zur Lösung des Konflikts gegangen, teilte der Kreml mit. Es sei vereinbart worden, die Kontakte auf verschiedenen Ebenen fortzusetzen.
  • Das US-Verteidigungsministerium hat einen Vorschlag Polens zur Überlassung von MiG-29-Kampfjets an die Ukraine mit einem Zwischenstopp auf einem Stützpunkt in Deutschland als "nicht haltbar" bezeichnet. Das Problem sei, dass die Jets in jedem Fall von Nato-Basen starten müssten - entweder in Polen oder von einer anderen US-Basis in Europa aus, sagt ZDF-Korrespondentin Claudia Bates in Washington. "Das könnte von Russland als deutliche Eskalation gewertet werden." Und kein Nato-Land wolle von Russland als Kriegspartei gesehen werden, denn das habe "unabsehbare Folgen".

Sicherheitsexperte Carlo Masala spricht im Interview über die Rolle der Nato im Ukraine-Konflikt.

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  • Die EU-Staaten haben sich auf verschärfte Sanktionen gegen Russland und Belarus geeinigt. Laut französischer Ratspräsidentschaft zielen die neuen Strafmaßnahmen auf weitere Verantwortliche in Russland ab sowie auf Oligarchen, "die an der russischen Aggression gegen die Ukraine beteiligt sind". Zudem werden drei belarussische Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen. Darüber hinaus billigten die EU-Botschafter auch neue Sanktionen, die auf die Schifffahrtsbranche abzielen. Um Schlupflöcher in den bisherigen drei Sanktionspaketen zu schließen, wurden Vorschriften zu Kryptowährungen und den Exportverboten für bestimmte Technologien ergänzt.
  • Die Ukraine kann auf weitere Gelder aus dem Ausland zählen. Nach Angaben der Zentralbank in Kiew hat der Internationale Währungsfonds (IWF) am Mittwoch grünes Licht für eine Notfallfinanzierung im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar gegeben.
  • China sendet nach eigenen Angaben humanitäre Hilfe im Wert von umgerechnet rund 720.000 Euro an die Ukraine. Eine erste Lieferung, darunter Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs, sei am Mittwoch an das ukrainische Rote Kreuz geschickt worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Weitere sollten so bald wie möglich folgen.
  • Coca-Cola, McDonald's und die US-Kaffeehauskette Starbucks ziehen sich aus Russland zurück. Coca-Cola-Konkurrent PepsiCo, der seit über 60 Jahren in Russland tätig ist, will ebenfalls vorübergehend keine Softdrinks mehr verkaufen, aber weiterhin lebenswichtige Lebensmittel wie Milchpulver herstellen. Insgesamt haben sich laut einer Auswertung der Yale University mehr als 290 Konzerne mit nennenswerter Präsenz in Russland aus dem Land zurückgezogen. Etwa 30 multinationale Konzerne sind demnach weiterhin dort aktiv.

Ratingagenturen stufen die russische Kreditwürdigkeit im sogenannten Ramschbereich ein und warnen vor drohendem Zahlungsausfall. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann über die Folgen.

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  • Die Ratingagentur Fitch hat Russlands Bonitätsnote erneut gesenkt. Das Unternehmen stufte die Kreditwürdigkeit am Dienstag von "B" auf "C" noch tiefer in den sogenannten Ramschbereich ab, der hochriskante Anlagen kennzeichnen soll. Die Ratingnote bedeute nun, dass ein Zahlungsausfall unmittelbar bevorstehen dürfte, teilte Fitch mit.
  • Die russische Zentralbank verhängt angesichts der westlichen Sanktionen drastische Einschränkungen für den Devisenhandel. So werden russische Banken kein ausländisches Bargeld mehr an Bürger verkaufen können. Das Maßnahmenpaket gilt von Mittwoch an zunächst bis zum 9. September.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Ukraine, Lyssytschansk: Beschädigte Wohngebäude in Lyssytschansk in der Region Luhansk
Liveblog

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

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