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Kritik am Zustand der Bahn : Minister Wissing: Bahn muss besser werden

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"So kann es nicht bleiben": Minister Wissing sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Bahn - auch beim Thema Pünktlichkeit. Die Streckensanierung dürfe nicht den Betrieb belasten.

Bahnreisende warten vor einem Regionalzug nach Rostock, aufgenommen am 04.06.2022 in Kratzeburg
Mit mehr Pünktlichkeit, schnelleren Verbindungen und einem insgesamt attraktiveren Angebot soll die Bahn neue Kunden gewinnen.
Quelle: Reuters

Bundesverkehrsminister Volker Wissing sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Deutschen Bahn, um einen zuverlässigeren Betrieb für Millionen Fahrgäste und Güterzugkunden zu erreichen.

So wie es im Augenblick ist, kann es nicht bleiben. Die Bahn kann und sie muss besser werden,
Bundesverkehrsminister Volker Wissing

sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Darüber sei er mit Bahnchef Richard Lutz einig.

Die Bahn-Industrie wird vermutlich stark von der geplanten Verkehrswende profitieren. Doch auch diese Branche kämpft mit Lieferengpässen und hohen Preisen.

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Bahnkonzept: effiziente Taktung und Pünktlichkeit statt Verspätungen

Um zu analysieren, wo genau die Probleme liegen, habe er viele Gespräche unter anderem mit dem bundeseigenen Konzern geführt. "Die Ergebnisse sind in ein Konzept geflossen, das aufzeigt, wie wir die Probleme angehen wollen." Es solle noch in diesem Monat vorgestellt werden.

Ich will, dass die Bahn für die Bürgerinnen und Bürger eine echte Alternative wird.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing

"Die Bahn muss begeistern können, durch attraktive Züge, eine effiziente Taktung und vor allem durch Pünktlichkeit. Ich will dafür sorgen, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Gesellschaft mobil zu halten", sagte Wissing. Dazu gehöre die Bahn. "Ich sehe Defizite und die will ich beseitigen", sagte der Minister. "Ich bin ambitioniert."

Bahn kündigt "Generalsanierung" an

Die Bahn hat gerade mit operativen Problemen zu kämpfen. Das Ziel, in diesem Jahr im Fernverkehr eine Pünktlichkeit von 80 Prozent zu erreichen, hatte Lutz einkassiert. Bei der Pünktlichkeitsquote hätten 80 Prozent der Züge nicht mehr als sechs Minuten zu spät am Ziel ankommen dürfen.

Der Bahnchef kündigte zudem eine "Generalsanierung" wichtiger Strecken an. Ziel ist demnach der Aufbau eines "Hochleistungsnetzes". Bahnkunden müssen sich dadurch aber auf Sperrungen für Baustellen und Umleitungen einstellen.

Hintergrund ist das Ziel, den Bahnverkehr auszubauen, aber den Sanierungsstau im Netz zu bekämpfen. "Wir müssen dieses Thema grundsätzlicher und radikaler angehen", hatte Lutz gesagt. "Lieber eine große statt vieler kleiner Sperrungen." In belasteten Korridoren sollen ab 2024 Bauvorhaben gebündelt abgearbeitet werden.

„Neues Netz für Deutschland“ heißt das bisher größte Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn. Der Bund stellt Milliardensummen zur Verfügung, denn viele Gleise und Bahnhöfe sind renovierungsbedürftig.

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Modernisierung der Bahn von Grund auf

Wissing sagte, das Netz müsse von Grund auf modernisiert werden. Das sei die Grundlage für mehr Pünktlichkeit, schnellere Verbindungen und ein insgesamt attraktiveres Angebot.

"Eine ganz zentrale Maßnahme ist, dass unser Netz technisch so ausgestattet sein muss, dass bei einer Reparatur oder bei der Einrichtung einer Baustelle der Netzbetrieb minimal gestört wird und nicht maximal. Im Moment ist die Beeinträchtigung des Netzbetriebs bei einer Baustelle zu groß. Das muss auf ein Minimum reduziert werden. Es gibt dafür technische Möglichkeiten, und die wollen wir nutzen", so der Minister.

Die Streckensanierung darf nicht zu Lasten der Bahnnutzerinnen und -nutzer erfolgen, sonst werden wir Kundinnen und Kunden verlieren, statt gewinnen.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing

"Deshalb müssen wir hier sehr strategisch vorgehen", sagte Wissing weiter. "Man kann nicht alles, was am Netz verbessert werden muss, auf einmal machen", erläuterte Wissing. "Sonst müsste man hinnehmen, dass eine gewisse Zeit lang alles stillsteht. Das geht nicht.

Das heißt, man muss quasi im laufenden Betrieb sanieren. Und deswegen muss man die Maßnahmen so organisieren, dass sie schnell vorankommen und gleichzeitig der Betrieb gut weiterläuft.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing

Diese Anforderung stellten auch die gesamte Industrie und die Wirtschaft zu Recht.

Mit dem 9-Euro-Ticket soll evaluiert werden, wie es mit dem öffentlichen Nahverkehr weiter gehen soll, so Verkehrsminister Wissing. Auf Dauer sei der Preis aber nicht zu halten.

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Wissing machte mit Blick auf die Konzernführung der Bahn zudem deutlich: "Wir brauchen eine klare Zielvereinbarung für den neuen Infrastrukturvorstand. Zuverlässigkeit ist ein Schlüsselkriterium für die Position der Bahn im Wettbewerb der Verkehrsträger." Der langjährige Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte die Bahn verlassen.

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