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Über 1.700 minderjährige Flüchtlinge vermisst

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Laut Bundesregierung - Über 1.700 minderjährige Flüchtlinge vermisst

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Laut Bundesregierung ist die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Linkspartei und Flüchtlingsverbände kritisierten den Umgang mit den jungen Flüchtlingen in Deutschland.

In Niedersachsen sind am 18.04.2020 die ersten unbegleiteten Flüchtlingskinder von den griechischen Inseln gelandet.
Junge Flüchtlinge aus Griechenland nach ihrer Aufnahme in Deutschland am 18. April.
Quelle: dpa

Mehr als 1.700 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland gelten als vermisst. Das sind zum Stand Ende März 1.074 Jugendliche und 711 Kinder. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorliegt. Die meisten der vermissten minderjährigen Geflüchteten ohne Familien stammen demnach aus Afghanistan, Syrien, Marokko, Guinea und Somalia.

Sehen Sie hier ein Video zur Lage von Flüchtlingen in Griechenland:

In den griechischen Lagern harren Tausende Flüchtlinge aus. Deutschland nimmt eine Handvoll von ihnen auf. Kritiker warnen angesichts von Corona vor einer humanitären Katastrophe.

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In den vergangenen Jahren ist die Zahl der vermissten geflüchteten Kinder und Jugendlichen laut dem Medienbericht deutlich gesunken. Vor zwei Jahren, im April 2018, waren es noch 4.186. Anfang 2019 galten 3.192 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als vermisst. Die Bundesregierung erklärt den Rückgang der Zahlen auch damit, dass viele Jugendliche die Volljährigkeit erreicht hätten und damit nicht mehr als Minderjährige erfasst würden. Zudem kamen in den vergangenen Jahren deutlich weniger Asylsuchende nach Deutschland.

Sehen Sie hier einen Beitrag über die Lage in den griechischen Flüchtlingslagern:

Der Zustand in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist katastrophal. Die EU-Staaten haben sich bereit erklärt, 1.600 Minderjährige aufzunehmen.

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2 min
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Viele Vermisste sind weitergereist

Die Bundesregierung nennt die "Weiterreise zu Familienangehörigen" als einen Grund für das Verschwinden von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen. Auch die "Unzufriedenheit mit dem Unterbringungsort" oder die "Verteilentscheidung der Jugendämter" seien Gründe.

Die Linkspartei und Flüchtlingsverbände kritisieren den Umgang mit den Jugendlichen. Die Innenexpertin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, kritisierte gegenüber den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" die Betreiber der Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende.

Es fehlt häufig die fachliche und pädagogische Qualifikation, um angemessen mit den Minderjährigen umzugehen.
Ulla Jelpke

Nicht nur nach Quote verteilen

Der "Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" forderte, Kinder und Jugendliche dürften nicht nur nach Quote untergebracht, sondern müssten dahin verteilt werden, wo sie Vertrauenspersonen kennen. Die Bundesregierung sagte laut dem Bericht, das derzeitige Verteilungsverfahren sei "ein sehr gut funktionierendes Instrument", um "das Kindeswohl zu gewährleisten und Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Ländern sicherzustellen".

Erst am Wochenende waren 47 Kinder und Jugendliche aus mehreren Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in Deutschland eingetroffen. Deutschland hat sich mit neun weiteren EU-Mitgliedstaaten bereit erklärt, rund 1.600 unbegleitete Minderjährige von den griechischen Inseln aufzunehmen, davon etwa 350 in Deutschland.

Sehen Sie hier ein Video über die Ankunft der Flüchtlingskinder:

Die ersten von mindestens 350 unbegleiteten Minderjährigen aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln sind in Hannover gelandet. Kritik kommt von Oppositionsparteien. Die Bundesregierung sieht sich allerdings zu schnellem Handeln verpflichtet.

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2 min
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Mehr Unterstützung für Griechenland

Ziel ist laut Bundesinnenministerium, "Griechenland bei der schwierigen humanitären Lage auf den griechischen Inseln zu unterstützen". Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bekannte sich grundsätzlich zu dem Ziel, weitere unbegleitete Minderjährige in Deutschland aufzunehmen, nannte aber keine Termine.

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