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Bund zahlte eine Milliarde für US-Truppen

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Kosten für US-Truppen - Bund zahlte eine Milliarde für US-Truppen

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Die Stationierung der US-Truppen im Land bezuschusst Deutschland mit mehreren Millionen Euro im Jahr. Die USA selbst zahlen rund sieben Milliarden Euro jährlich.

Archiv: Soldaten auf dem Airfield vom US-Army-Hauptquartier für Europa in Wiesbaden-Erbenheim, aufgenommen am 13.05.2011
Soldaten auf dem Airfield der US-Army in Wiesbaden-Erbenheim: Donald Trump will große Teile der US-Truppen aus Deutschland abziehen.
Quelle: AP

Die Bundesregierung hat in den vergangenen zehn Jahren fast eine Milliarde Euro für die Stationierung von US-Truppen in Deutschland gezahlt:

  • 648,5 Millionen Euro für Baumaßnahmen
  • 333,9 Millionen Euro für Verteidigungsfolgekosten.

Dazu zählen Beihilfezahlungen an Ex-Beschäftigte der US-Streitkräfte, die Behebung von durch US-Soldaten verursachte Schäden und die Erstattung von US-Investitionen an ehemaligen Truppen-Standorten. Die Zahlen beziehen sich auf eine Antwort des Finanzministeriums auf eine Linke-Anfrage.

USA: Mehr als sieben Milliarden Euro für Truppenstationierung in 2020

Die USA zahlen für die Truppenstationierung ein Vielfaches von dem, was Deutschland aufbringt. Das US-Verteidigungsministerium schätzt die Aufwendungen für 2020 auf 8,125 Milliarden US-Dollar (7,234 Milliarden Euro). Das ist mehr als 50-mal so viel wie die 132,4 Millionen Euro, die Deutschland im vergangenen Jahr für die Truppenstationierung gezahlt hat. Kein anderer Truppenstandort weltweit kommt den amerikanischen Steuerzahler teurer zu stehen.

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US-Airbase in Ramstein

Allerdings profitieren die US-Truppen in Europa und weit darüber hinaus von den Stützpunkten in Deutschland:

  • Über Ramstein in Rheinland-Pfalz läuft die Versorgung der US-Einsätze im Irak oder in Afghanistan
  • in Landstuhl steht das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA
  • in Stuttgart befinden sich die Kommandozentralen für die US-Streitkräfte in Europa und in Afrika.

Trump will 9.500 Soldaten aus Deutschland abziehen

Es sind gut 35.000 US-Soldaten in Deutschland. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, 9.500 davon abziehen zu wollen. Er begründete den Schritt damit, dass Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgebe. Zwar hat Berlin den Verteidigungsetat erhöht, verfehlt aber das Nato-Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mit 1,38 Prozent. Die USA zahlen 3,4 Prozent.

Trump verwies darauf, dass die Stationierung der US-Truppen in Deutschland "gewaltige Kosten" für die USA verursache, während Deutschland davon profitiere:

Das sind gut bezahlte Soldaten. Sie leben in Deutschland. Sie geben viel von ihrem Geld in Deutschland aus.
Donald Trump

Regionen profitieren wirtschaftlich von den US-Soldaten

Beispiel Rheinland-Pfalz: Dort ist mehr als die Hälfte der US-Soldaten in Deutschland stationiert. Zu den 18.500 Militärs kommen 12.000 US-Zivilbeschäftigte und 25.000 Familienangehörige. Außerdem werden 7.200 deutsche Zivilangestellte von den US-Streitkräften bezahlt.

Die aktuellste Studie zu den wirtschaftlichen Folgen ist zwar sechs Jahre alt, wird aber bis heute in der Region als Gradmesser genommen. Damals ging man davon aus, dass durch die Truppenpräsenz eine Wirtschaftskraft von 2,347 Milliarden US-Dollar generiert wird:

  • 1,123 Milliarden an Löhnen und Gehältern, die in der Region verbleiben,
  • 400 Millionen für Baumaßnahmen, Dienstleistungen und Ausrüstung und
  • 824 Millionen US-Dollar, die durch Arbeitsplätze an Wertschöpfung in die Region fließen.

Trump: Strafaktion gegen Berlin

Trump hat seine Pläne als Strafaktion verkauft, die wieder rückgängig gemacht werden könnte, wenn Deutschland mehr für Verteidigung zahlt.

Bis sie (die Deutschen) bezahlen, ziehen wir unsere Soldaten ab, einen Teil unserer Soldaten.
Donald Trump

Wie ZDF-Korrespondenten aus Berlin und Washington Trumps Vorgehen bewerten, hier im Video:

Ist das Erpressung, die US-Präsident Trump mit dem angedrohten Truppenabzug aus Deutschland betreibt? Elmar Theveßen (ZDF) sagt, es ginge Trump ums Geschäftemachen und um den Wahlkampf. In Berlin reagiere man eher resigniert kühl, so Theo Koll (ZDF).

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