Lettlands Präsident fordert Sondertribunal gegen Russland

    Gedenken zum Volkstrauertag:Lettlands Präsident: Tribunal gegen Russland

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    Beim Gedenken zum Volkstrauertag im Bundestag hat der lettische Präsident Levits zur Stärkung der Demokratie aufgerufen. Bundespräsident Steinmeier gedachte den Opfern von Hass.

    Egils Levits, Staatspräsident von Lettland, spricht bei der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag im Bundestag.
    Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung im Bundestag wird zum Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Der lettische Präsident Egils Levits wird die Gedenkrede zum Volkstrauertag halten. Sehen Sie die Veranstaltung hier live.13.11.2022 | 58:12 min
    Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung im Bundestag wurde am Sonntag zum Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.
    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte in seiner Rede an die Getöteten, Verfolgten und Widerständler. "Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land."

    Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

    "Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern", fügte er hinzu. "Und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt."

    Präsident Lettlands: Sondertribunal für Ukraine-Krieg

    Die Gedenkstunde stand in diesem Jahr im Zeichen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das Gedenken widmete sich schwerpunktmäßig der deutsch-lettischen Geschichte - der lettische Präsident Egils Levits hielt die zentrale Gedenkrede.
    Er rief zur inneren und äußeren Stärkung der Demokratie auf. Die Geschichte zeige, dass eine Schwäche der Demokratie zu Krieg und Gewalt führen könne, sagte er am Sonntag in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede.
    Er sprach sich zudem für die Errichtung eines internationalen Sondertribunals aus, um den Angriff auf die Ukraine völkerrechtlich zu untersuchen. Es sei eine "Lücke des Völkerrechts", dass bislang kein internationales Gericht zuständig sei, um einen völkerrechtswidrigen Angriff auf einen souveränen Staat zu untersuchen.

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    Deutsches "Nie wieder" ein "globales Vorbild"

    Levits würdigte in seiner Rede die deutsch-lettische Freundschaft und nannte die deutsche Vergangenheitsbewältigung ein "globales Vorbild". Diese sei bestimmt gewesen von einer tiefen Reue für die Verbrechen der Nationalsozialisten und dem moralischen Imperativ des "Nie wieder".
    Ohne die Auseinandersetzung mit der Geschichte wären der Aufbau eines demokratischen Staates und die Gründung der Europäischen Union unmöglich gewesen.
    Auch der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Wolfgang Schneiderhan, verurteilte Russland scharf. Dessen Ziel sei die Auslöschung der Ukraine. Doch in dem Krieg gehe es nicht nur um die Ukraine, "sondern um unser aller Freiheit". "Wenn ein Aggressor erfolgreich ist, plant er weitere Eroberungen", sagte der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr.

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    Gedenkstunde zum Volkstrauertag - worum geht es?

    Am Volkstrauertag zwei Wochen vor dem ersten Advent gedenkt Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Vor 100 Jahren, im Jahr 1922, fand im Deutschen Reichstag in Berlin die erste offizielle Feierstunde zu einem Volkstrauertag statt.
    Zu der zentralen Gedenkstunde lädt traditionell der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V." in den Reichstag, der einen Tag zur Erinnerung an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges angeregt hatte. Seit mehreren Jahrzehnten ist das Gedenken auch geprägt vom Blick auf gegenwärtige Konflikte und Kriege sowie dem Gedanken der Völkerverständigung. Daran nehmen alljährlich die höchsten politischen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland teil.
    Quelle: dpa, epd

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