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Dreikampf ums Kanzleramt : Das Triell: Ablauf, Regeln und das Besondere

Datum:

In zwei Wochen wählt Deutschland. Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz treffen heute im zweiten TV-Triell aufeinander. Was sind die Regeln, was ist zu erwarten?

Wie läuft das Triell von ZDF und ARD ab?

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und die Kandidaten von Union und SPD - Armin Laschet und Olaf Scholz - antworten in einer 95-minütigen Live-Sendung auf die Fragen von ZDF-Moderatorin Maybrit Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr.

Der Schlagabtausch findet im Studio E in Berlin-Adlershof statt. Studiopublikum ist nicht zugelassen. ZDF, ARD und Phoenix übertragen "Das Triell - Dreikampf ums Kanzleramt" am Sonntagabend ab 20:15 Uhr. ZDFheute zeigt den Schlagabtausch im Livestream via ZDFheute live.

Welche Regeln gelten bei dem Dreier-Schlagabtausch?

Die Moderator*innen werden verschiedene Themenbereiche ansprechen. Das soll ausgewogen sein, aber es gibt keine starren Vorgaben.

Die Kanzlerkandidat*innen sollen in etwa die gleiche Redezeit bekommen. Diese wird regelmäßig eingeblendet und von den Moderator*innen angesprochen. Bis zum Sendungsende soll die Differenz nicht mehr als eine Minute betragen. Beendet wird das Triell mit einem jeweils einminütigen Statement der Politiker*innen.

Alle Beteiligten stehen an Pulten, es sind nur Stift und Notizblock erlaubt. Während der Sendung werden keine Filme eingespielt.

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Was ist das Besondere an dem Triell-Format?

Seit 2002 haben sich Kanzlerkandidat*nnen direkte Wortgefechte im TV geliefert - bisher fünf Mal als Duell, dieses Jahr erstmals als Triell. In der Vergangenheit wurden die Duelle auf vier TV-Kanälen gleichzeitig übertragen, was auch bedeutete: vier Journalist*innen, zwei Kandidat*innen. Dieses Jahr sind die Politiker*innen in der Mehrheit.

"Vier Sender und vier Moderatoren - mit diesem Konstrukt war eigentlich niemand glücklich. Die Hauptpersonen sind schließlich die Politiker", sagt ZDF-Moderatorin Maybrit Illner. Dieses Format sei flexibler. "Das schafft mehr Freiheiten für alle."

Klar, die Kandidatin und die Kandidaten sollen gleichermaßen zum Zuge kommen, aber jedes Nachfagen und auch Diskussionen zwischen den Gästen sind unbedingt möglich.
Maybrit Illner, ZDF-Moderatorin

Natürlich gebe es auch beim Triell Regeln, betont ARD-Chefredakteur Oliver Köhr. Aber Frau Baerbock, Herr Laschet und Herr Scholz seien eher an einem "richtigen Streitgespräch interessiert" und nicht an einem starren Abfragen.

Dazu gehört auch, dass wir häufiger nachhaken und Emotionen zulassen.
ARD-Chefredakteur Oliver Köhr

Und das Nachhaken sei jetzt einfacher, "weil sich nicht vier Moderatoren abstimmen müssen", so Köhr.

Was ist von dem Triell zu erwarten?

Köhr erwartet, dass der Schlagabtausch konfrontativer wird als bei den bisherigen Duellen. Denn es sei die erste Bundestagswahl, bei der der Amtsinhaber oder die Amtshinhaberin nicht wieder antrete. Und erstmals sei die Frage nicht nur Schwarz oder Rot, sondern es gebe eine dritte Option. Beides habe den Wahlkampf konfrontativer gemacht. Das werde sich auch bei dem Triell widerspiegeln.

Das Triell werde wahrscheinlich keine völlig neuen Erkenntnisse liefern, "wohl aber einen Blick auf die Kandidatin und die Kandidaten am Ende eines harten, nervenaufreibenden Wahlkampfs".

Zwei Wochen vor der Wahl zu sehen, wie klar sie auch unter einem solchen Druck ihre Politik erklären können, ihre Ziele gegenüber der direkten Konkurrenz verteidigen. Das kann echte Aufklärung auch über die Eignung als Kanzlerin oder Kanzler liefern.
ARD-Chefredakteur Oliver Köhr

Der Schlagabtausch bei ARD und ZDF ist die zweite von drei großen TV-Debatten - den Auftakt hatten am 29. August RTL und ntv gemacht. Das dritte Triell findet am 19. September statt - eine Woche vor der Wahl - und wird von den privaten Sendern ProSieben, Sat.1 und Kabeleins ausgestrahlt.

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