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Lockerungen in den USA - Fauci warnt vor "unnötigem Leiden"

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US-Präsident Trump treibt die Öffnung der Wirtschaft voran. Seiner Ansicht nach werden die Corona-Maßnahmen nicht schnell genug zurückgefahren. Sein Experte Fauci warnt.

US-Experte Anthony Fauci. Archivbild
Trumps Corona-Berater Anthony Fauci warnt vor zu schnellen Lockerungen der Beschränkungen.
Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Der Pandemie-Experte und US-Regierungsberater Anthony Fauci warnt vor einer zu frühen Lockerung der Beschränkungen für die Wirtschaft und vor neuen Ausbrüchen des Coronavirus. "Es besteht das echte Risiko, dass Sie einen Ausbruch auslösen, den Sie vielleicht nicht kontrollieren können", sagte er am Dienstag vor dem Gesundheitsausschuss des US-Senats.

Weitere Ausbrüche des Virus bedeuteten nicht nur für viele Menschen unnötiges Leid und Tod. Sie seien auch ein Rückschlag auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung.

Fauci warnt US-Staaten vor schnellen Lockerungen

Fauci rief die Bundesstaaten auf, dem Rat der Gesundheitsexperten zu folgen und vor einer Lockerung Anzeichen einer Entspannung wie den Rückgang der Neuinfektionen abzuwarten. Präsident Donald Trump dagegen ermuntert die Staaten, die seit Wochen bestehenden Beschränkungen zu lockern.

Fauci sorgte allerdings vor dem Senatsausschuss für Ernüchterung. Es dauere noch, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt und auf dem Markt sei, sagte er. Daher sollten sich die Behörden auf die bewährten Maßnahmen und Beschränkungen konzentrieren, um eine Verbreitung des Virus einzudämmen.

Fauci gehört zu Trumps Task Force im Kampf gegen das Coronavirus und leitet das Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten. Er ist ein anerkannter Pandemie-Experte und nahm auch regelmäßig an Trumps Pressekonferenzen zum Stand der Lage teil.

Mit rund 1,35 Millionen Infizierten sind die USA das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Für Präsident Trump scheint dies kein Anlass zur Sorge mehr zu sein.

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Vergangene Woche hatte das Präsidialamt jedoch verhindert, dass Fauci vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagt. Diese Kongresskammer wird von den oppositionellen Demokraten kontrolliert, die überwiegend vor zu raschen Lockerungen warnen. In der anderen Kammer, dem Senat, haben Trumps Republikaner die Mehrheit; sie argumentieren, längere Beschränkungen hätten negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und der Wirtschaft.

Mehr als 80.000 Tote durch Corona in den USA

Laut einer Aufstellung der Johns-Hopkins-Universität gibt es USA-weit inzwischen mehr als 1,3 Millionen bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 80.000 Todesfälle. Fauci hingegen hält es für möglich, dass das Virus in den USA mehr Menschenleben gefordert hat als bislang bekannt.

Fauci sagte bei der Anhörung, die tatsächliche Todeszahl sei vermutlich noch höher. So könne es Menschen gegeben haben, die zu Hause an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben seien, ohne dass dies in einer offiziellen Statistik gelandet sei.

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Im Zuge der Beschränkungen ist die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren geschnellt. Große Teile der Wirtschaft stehen faktisch still. Der Druck auf die Behörden der Bundesstaaten, ihre jeweiligen Corona-Schutzmaßnahme zurückzufahren, steigt.

Trump ermutigt US-Staaten zu Lockerungen

US-Präsident Donald Trump treibt unterdessen die Öffnung der Wirtschaft voran. Er ermutigt zu Protesten in den Bundesstaaten, die die Schutzmaßnahmen seiner Ansicht nach nicht schnell genug zurückfahren. Dabei erfüllen viele Bundesstaaten die Kriterien aus den von Trump selber vorgestellten Richtlinien zur Wiedereröffnung nicht, die unter anderem eine Abnahme der Zahl der Infektionen über 14 Tage vorsehen.

Trump schrieb auf Twitter, die Fallzahlen "in den meisten Landesteilen" gingen zurück. Die USA wollten "sich wieder öffnen und in Gang kommen", was auf eine sichere Art und Weise geschehe.

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