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Bilanz der Wahlkampfwoche - Strich drunter: Jetzt ist's mal gut

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Noch zwei Tage bis zur Bundestagswahl. Strich drunter: Was bleibt von der letzten Wahlkampfwoche? Abgeordnete, die Hase und Igel spielen. Und Dings, ähm. Genau. Ein Rückblick.

Heute ist das Finale im Wahlkampf, am Sonntag wird gewählt. Und wie das neue ZDF-Politbarometer zeigt: Es bleibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

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Wer will schon aufhören, wenn es am Schönsten ist? Gerade erst ist, nach einer langen Anlaufphase, dieser Wahlkampf so richtig in Schwung gekommen. Sie streiten sich, sie werfen sich böse Wörter an den Kopf, sie sind überall. So häufig, dass man manche Wahlkampfrede, inklusive Geste und theatralischer Pause, schon mitsprechen kann.

Wenn Olaf Scholz im weißen Hemd auf der Wahlkampfbühne zum Beispiel steht, endet das immer gleich. "Wer will, dass ich Bundeskanzler werde", sagt er dann, "muss einen Trick verstehen: Beide Kreuze bei der SPD." Haha, Applaus, Mikrofon zur Seite legen, winken, schlumpfig freuen, winken.

Es wird langsam zu frisch, ohne Jacke auf Bühnen rumzuturnen. Der Herbst ist da. Wer jetzt seine Wählerinnen und Wähler nicht überzeugt hat, wird es bis Sonntag auch nicht mehr. Also Strich drunter: Was war das für ein merkwürdiger Wahlkampf!

Bei dieser Wahl ist koalitionstechnisch noch fast alles offen, nur eine erneute Große Koalition scheint ausgeschlossen. Gute Chancen haben die Ampel oder das Jamaika-Bündnis.

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Wer mit wem, aber wenig Themen

Erst kuscheln Union und FDP. Jetzt haben Union und Liberale Angst, dass sie sich gegenseitig die Stimmen klauen könnten. "Die FDP blinkt nach links", behauptet CSU-Chef Markus Söder deswegen. "Corona-Schlingerkurs", gibt FDP-Chef Christian Lindner Richtung Bayern zurück. Aber klar, Spaß muss sein. "Es wird ein bisschen härter nach außen gekeilt", gibt Söder zu.

Offenbar auch ein bisschen weniger gern umarmt. Wie schön sich Scholz eine politische Ehe mit den Grünen vorstellen kann, hat er oft fast schon zelebriert. Das wird diesen offensichtlich unheimlich. Es gebe doch "große Unterschiede", betont eiligst Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. Und überhaupt: Die Probleme von Scholz mit der Geldwäsche, ganz schlimm.

Bundestagswahl-Ergebnisse der Parteien 2017

Nachrichten | Politik - Wo die Wähler am wechselhaftesten sind 

Wo schwankt das Wahlverhalten in Deutschland am meisten? Wie schwache Infrastruktur, Prominenz und Enttäuschung die Wahl beeinflussen – und was das für die Bundestagswahl bedeutet.

Und dann ist man noch vor der Wahl, deren Ausgang offener denn je ist, schon intensiv mit Fehlersuche beschäftigt. Und ob man auch als zweitplatzierte Partei eine Regierung bilden könne.

Über Bildung, Rente, Armut, die Konsequenzen aus dem Afghanistan-Desaster, ernsthaft über Klimaschutz, ernsthaft über Corona-Konsequenzen spricht irgendwie niemand.

Stattdessen fallen auch noch die letzten Hemmungen.

Bayern befürchtet weniger Geld aus Berlin

In der CSU offenbart Söder ein sonderbares Verständnis von Regierungsarbeit. "Wenn die CSU nicht mehr in der Regierung sitzt, bekommt Bayern weniger." Andi Scheuer, der Verkehrsminister, habe so viel wie kein anderer Geld in Berlin für Bayerns Straßen eingesammelt. Wer da in Bayern noch über seine Wahl nachdenkt, dem soll man, so Söder, sagen: "Lass dir noch eine Zeit, die Wahl ist erst nächste Woche!"

Autsch, eine strafbare Wählertäuschung? Einfach mal eine falsches Wahldatum in die Runde zu werfen? Ein Spaß, natürlich. Was manche eben so lustig finden.

Wer wird Angela Merkel folgen? Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz trauen sich das Kanzleramt zu. Aber wie wollen sie den Machtkampf für sich entscheiden?

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Ein Brüller, wenn FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki zum Beispiel darüber plaudert, wie schnuppe ihm die Corona-Maßnahmen sind und er zu Virus-Hochzeiten in Kneipen war, die illegal geöffnet hatten. Und für SPD-Politiker Karl Lauterbach Wörter findet, die die "Bild"-Zeitung zwar drucken mag, für die sich andere aber entschuldigen würden.

Ein Brüller, dass die CDU einen Wahlwerbespot nicht zurückzieht, in dem ein "Querdenker" vorkommt, der die Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust vergleicht? Nicht wirklich. Vielleicht ist es wirklich mal gut jetzt. Dann bleiben uns auch solche Szenen erspart.

Wenn Laschet ins Plaudern kommt

Stralsund, Merkel hat sich doch noch überreden lassen und tritt zusammen mit Armin Laschet in ihrem Wahlkreis auf. Alle stehen auf einer Bühne. Erst wettert der Spitzenkandidat der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern: "Funklöcher und lahmes Internet" seien dort der "Normalfall". Und Merkels Wahlkreis-Nachfolger ruft: "Wir ersticken in Bürokratie!"

Da macht die 16-Jahre-Regierungschefin ein Gesicht, als schütze sie kein Bühnendach vor dem schlimmen Regen.

Besser wird es nicht, als der Rheinländer Laschet so ins Plaudern kommt und den Stralsundern zuruft, wer sie seit 30 Jahren in Berlin vertritt und wo sie wohnen. Angela Merkel komme ja "aus dem Nordosten. An der Ostsee gelegen, aber schon sehr östlich. Das ist aber unser Deutschland." Und wer hätte das gedacht, dass Merkel einmal an die Spitze des Staates komme und nun wisse "die ganze Welt" heute, "was Mecklenburg-Vorpommern ist!"

Da sieht Merkel aus, als ob sie es ihr in diesem Moment wieder sehr bewusst ist: Wie richtig die Entscheidung war, nicht wieder anzutreten.

Abgeordnete spielen Hase und Igel

Es war ein Wahlkampf, in dem Menschen in den Hungerstreik traten, nur um einmal mit den Kandidierenden übers Klima zu sprechen. In dem Ältere aufgefordert wurden, im Sinne ihrer Enkel abzustimmen. Und in dem Politiker im Bundestag Hase und Igel spielten.

„Noch nie hat es so viele Möglichkeiten gegeben, wer mit wem am Ende die Regierung formen wird“, so Theo Koll, Leiter ZDF-Hauptstadtstudio, vor der Bundestagswahl.

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Als Olaf Scholz diese Woche vor den Finanzausschuss wegen der Geldwäsche-Durchsuchungen musste, standen vor dem Saal Abgeordnete und beschwerten sich, dass Scholz nicht persönlich erscheine. Da war der schon längst im Saal. Durch den Hintereingang reingekommen. Alles keine Absicht natürlich, beteuert er: "Ich bin durch den Eingang gekommen, der auf dem Weg der nächste war."

Namen? Schall und Rauch

Nein, man muss sich nicht alles merken aus diesem Wahlkampf. Auch nicht, dass manche überhaupt nicht so genau wissen, gegen wen sie kämpfen. Oder schlimmer: mit wem. CDU-Vize Volker Bouffier redet bei "Anne Will" penetrant von Frau Eskens. Laschet bei einer Pressekonferenz von seinen Parteifreunden Kretschmar und Haselhoff. Ein S, ein A, ein H – alles zu viel.

Namen, eben doch Schall und Rauch. Um wen geht’s gleich am Sonntag? Um Taschet, ähm Lascher. Und diesen Dings, Schulz. Und Bär, puh, wie war’s gleich? Ach, da wählt man doch besser CDU, CSU, SPD, Grüne, FDP, Linke, AfD oder eine der 40 anderen Parteien. Die kennt man wenigstens. Seit Jahren. Oder auch nicht. Ach, machen Sie doch Ihr Kreuz, wo Sie wollen!

Welch glückliches Land, in dem das möglich ist.

Wahlplakate in Berlin

Spitzenkandidaten im ZDF-Moma - Die Kernaussagen zum Wahlkampf-Abschluss 

Es ist der Endspurt im Wahlkampf: Im ZDF-Morgenmagazin konnten die Spitzenkandidaten der Parteien nochmal ihre Themen und Positionen vorstellen.

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