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Heute ist Landtagswahl : So lief der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

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Heute wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Sechs Parteien werden wohl ins Parlament einziehen. Wie der Wahlkampf lief - ein Rückblick.

Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bitterfeld-Wolfen stehen mit einem Sonnenschirm vor der Bühne.
Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bitterfeld-Wolfen stehen mit einem Sonnenschirm vor der Bühne.
Quelle: dpa

Am Ende fühlte es sich fast wie normaler Wahlkampf an. Der Start war noch von Corona, kalten Temperaturen und Nieselregen geprägt - es gab Plakatenthüllungen mit viel Abstand und digitale Formate. In den vergangenen zwei Wochen ging es dann immer mehr auf die Straße.

Da verwundert es schon, dass ausgerechnet die CDU, die Ministerpräsidenten-Partei, da etwas ausscherte. Reiner Haseloff auf Marktplätzen? Das fand 2021 nicht statt. Trotzdem war er das Zugpferd der Union in Sachsen-Anhalt. Dass der reale Kontakt zum Wähler Mangelware war, störte Haseloff kaum. Der Dialog sei sogar "manchmal besser" gewesen "als mit Störern versehen auf Marktveranstaltungen oder irgendwelchen Plätzen".

Flagge von Sachsen-Anhalt vor dem Landtag in Magdeburg

Nachrichten | Thema - Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 

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Hochrangige Unterstützer statt Marktplatz-Strategie

Natürlich war auch viel bundespolitische Unterstützung für Haseloff am Start. Armin Laschet, Markus Söder, Friedrich Merz, Peter Altmaier und einige mehr tummelten sich vorrangig bei Vorzeigeunternehmen - in Begleitung des Ministerpräsidenten.

Die größte Oppositionspartei im Bundesland, die AfD, setzte dagegen von Anfang an auf die Marktplätze. Sie hat - bis auf einige Ausnahmen - die Pandemie nicht geleugnet, aber die Gegenmaßnahmen als überzogen kritisiert. Die Strategie, mit Corona-Kritik Wähler zu gewinnen, scheint zumindest teilweise aufzugehen.

Die AfD - Partei non grata

Doch egal, wie stark die Rechtspopulisten am Sonntag werden - dass sie wohl nicht mitregieren werden, ist ihnen schon jetzt klar: "Die Leute wollen Verantwortung hier von zwei konservativen Kräften. Inwiefern das gelingt, werden wir sehen", sagt Spitzenkandidat Oliver Kirchner. Interessant ist, dass einer der beiden Bundessprecher, Jörg Meuthen, nicht im Wahlkampf auftrat - er wäre beim recht rechten Landesverband wohl nicht so gut angekommen wie Alice Weidel, Tino Chrupalla oder Björn Höcke. Sie alle unterstützen die AfD hier.

Dass die Linke ihren Status als Protestpartei des Ostens an die Rechtspopulisten verloren hat, schmerzt sie noch immer. Dabei hatte sie gerade in Sachsen-Anhalt immer einen stabil hohen Stimmanteil über 20 Prozent - bis 2016 die AfD kam.

Linke bleibt optimistisch

Spitzenkandidatin Eva von Angern, eine Rechtsanwältin aus Magdeburg, führte einen engagierten Wahlkampf, setzte früh auf "Spaziergänge", um mit den Wählern in Kontakt zu kommen. Die Umfragen sehen nicht sonderlich gut aus für die Linke. Doch sie hoffen, am Ende deutlich besser abzuschneiden.

"Ich gehe mit einem guten Gefühl in den Wahlabend, weil wir tatsächlich alles versucht haben herauszuholen. Weil wir bundespolitisch gut aufgestellt sind, weil wir inhaltlich die richtigen Themen haben, die für Sachsen-Anhalt stehen", sagte van Angern zum offiziellen Wahlkampfabschluss.

Niedergang der Volkspartei SPD

Ein Ergebnis, wie es der Linken prognostiziert wird, wäre für die SPD in Sachsen-Anhalt schon ein Erfolg. 10,6 Prozent war das niederschmetternde Ergebnis der Partei 2016, die in den 90er Jahren mit Reinhard Höppner sogar mal den Ministerpräsidenten stellte.

Doch trotz eines historischen Absturzes vor fünf Jahren regierte die SPD dann weiter in der schwarz-rot-grünen Kenia-Koalition mit. Die Spitzenkandidatin Katja Pähle formuliert klar, was sie in der kommenden Legislaturperiode umsetzen möchte - denn die Sozialdemokraten haben gute Chancen, auch nach der Wahl weiter mit in der Landesregierung zu sein: "Investitionen nach der Krise auch in unser Gesundheitssystem, ins Krankenhaus. Mit einem Gesetz, das für gute Löhne sorgt, so wie wir es mit dem Tariftreuegesetz vorhaben, und das Thema Schule und Bildung."

Grüne bauen auf Klimaschutz

Die dritte Kenia-Partei - die Grünen - setzen voll auf Klimaschutz. Mehr noch als die SPD lagen sie oft im Clinch mit der sehr konservativen sachsen-anhaltischen CDU. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kam zum Wahlkampf nach Sachsen-Anhalt, Co-Parteichef Robert Habeck gleich mehrfach.

Sicher, die Grünen werden keine Ergebnisse wie in westlichen Bundesländern oder in Berlin erreichen - doch eine deutliche Verbesserung soll es diesmal schon sein, hofft Spitzenkandidatin Cornelia Lüddemann: "Wir kämpfen dafür, drittstärkste Kraft zu werden. Ich glaube, das ist möglich in diesem Land, wo sich immer mehr Menschen für Klimaschutz interessieren."

Chance für die Liberalen

Laut letzter Umfragen könnte es auch die FDP ins Landesparlament schaffen. Spitzenkandidatin Lydia Hüskens hat viel Politikerfahrung, saß schon im Landtag und setzt, wie ihre Partei, auf Corona-Kritik, die allerdings nicht so radikal und brachial daherkommt wie bei der AfD. "Ein Land fährt hoch" - der Slogan der Liberalen scheint zu wirken. Die FDP könnte nach zehn Jahren den Wiedereinzug in den Magdeburger Landtag schaffen und so für mehr Koalitions-Farbenspiele in Sachsen-Anhalt sorgen.

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