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Bundesanwaltschaft ermittelt zu Waldkraiburg

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Anschläge, Bomben, Waffenbesitz - Bundesanwaltschaft ermittelt zu Waldkraiburg

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Der Generalbundesanwalt hat Ermittlungen zu der Anschlagsserie auf türkische Läden im oberbayerischen Waldkraiburg übernommen. Ein tatverdächtiger IS-Kämpfer wurde festgenommen.

Große Zerstörung hat ein Brand in einem türkischen Geschäft angerichtet am 30.04.2020 in Waldkraiburg.
Große Zerstörung hat ein Brand in einem türkischen Geschäft im April in Waldkraiburg angerichtet. Der mutmaßliche Täter sympathisierte mit dem IS.
Quelle: dpa

Nach Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber im oberbayerischen Waldkraiburg hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Grund sei die besondere Bedeutung des Falls, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Seit April waren in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) die Scheiben dreier türkischer Läden eingeschlagen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt worden. Sechs Menschen wurden verletzt.

Eine Serie von Anschlägen auf türkische Geschäfte in Waldkraiburg ist den Ermittlern zufolge aufgeklärt. Am Freitagabend nahm die Polizei einen 25-jährigen Mann fest, der die Tat gestanden hat und mit der IS-Terrormiliz sympathisierte.

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Hass auf Türken als Motiv angegeben

Vor anderthalb Wochen hatte die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Fast zwei Dutzend funktionsfähige Rohrbomben wurden bei ihm gefunden, kiloweise Chemikalien und eine Pistole. "Wir gehen von illegalem Waffenbesitz aus", sagte der Sprecher gegenüber ZDFheute.

Der in Deutschland geborene Mann hat die Anschläge gestanden. Der 25-Jährige hatte sich selbst als IS-Kämpfer bezeichnet und Hass auf Türken als Motiv angegeben. Der mutmaßliche Täter sitzt seither in Untersuchungshaft. Wegen des Brandanschlags mit sechs Verletzten wird ihm auch versuchter Mord vorgeworfen.

Vor allem auch wegen dieser Tat misst die Bundesanwaltschaft dem Fall besondere Bedeutung bei. Weitere Einzelheiten zur Übernahme der Ermittlungen wurden zunächst nicht mitgeteilt. In Bayern hatte die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München den Fall betreut.

Geschäfte türkischstämmiger Inhaber sind in Waldkraiburg Ziel von Anschlägen geworden. Die Ermittler haben nun einen Verdächtigen festgenommen. Wer ist er - und was war sein Motiv?

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Einsamer Wolf, der sich online radikalisierte?

In Waldkraiburg hatten die Menschen auch nach der Festnahme spekuliert, ob der Mann ein Einzeltäter ist. Der Londoner Extremismusforscher Peter Neumann hatte die Waldkraiburger Anschläge als etwas Neues eingestuft. Es sei das erste Mal, dass ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat türkische Ziele in Europa ins Visier genommen habe.

"Anschläge auf türkischstämmige Menschen ohne kurdischen Hintergrund sind in Europa eine wirkliches Novum", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sehe so aus, als ob es sich um einen Einzeltäter handele, der sich als "einsamer Wolf" über das Internet radikalisierte.

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