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Bericht des Weltklimarates : Klima-Anpassung: "Das Fenster schließt sich"

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Der Weltklimarat warnt vor schweren Folgen für Ökosysteme und Menschen durch die Erderwärmung. In Anpassungsmaßnahmen und den Schutz der Natur müsse mehr investiert werden.

Der Weltklimarat hat seinen Bericht zum Stand des Klimawandels vorgestellt: Noch sei das Schlimmste abzuwenden, die Menschheit habe jedoch immer weniger Zeit, um zu handeln.

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Der Klimawandel sei "eine gravierende und wachsende Bedrohung für unser Wohlergehen und die Gesundheit des Planeten", mahnt Hoesung Lee, Vorsitzender des Weltklimarates (IPCC). Der Rat hat heute den zweiten Teil seines Berichts zum Stand der Forschung vorgelegt. Es geht darum um Folgen für Menschen und Natur. Und um Anpassungsmaßnahmen. Die Ergebnisse:

Dramatische Auswirkungen

Weltweit nehmen durch den Klimawandel Wetterextreme an Häufigkeit und Intensität zu. Laut IPCC sind viele gravierende Folgen in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr vermeidbar. Sie betreffen Menschen unmittelbar, aber auch die Natur. Hitzewellen, Dürren und Fluten würden schon jetzt die Toleranzschwelle vieler Tier- und Pflanzenarten überschreiten und das Aussterben etwa von Bäumen oder Korallen vorantreiben.

Das wiederum beeinträchtigt die Versorgung von Millionen Menschen mit Wasser und Nahrung - gerade in den ärmeren Regionen der Welt. Der IPCC-Bericht betont, dass Klima, Artenvielfalt und der Mensch Systeme sind, die sich wechselseitig stark beeinflussen. "Dieses Denken ist in der Politik noch nicht so richtig angekommen", kritisiert Professor Hans-Otto Pörtner, Co-Vorsitzender der zuständigen IPCC-Arbeitsgruppe.

Der Weltklimarat hat bei der Erderwärmung Alarmstufe Rot ausgerufen. Er warnt davor, dass die Menschheit die Kontrolle über das Klima verlieren könnte.

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Natur hat großes Potenzial

Die Natur zu bewahren und zu stärken sei dabei - zusätzlich zu einer drastischen Reduktion von Treibhausgasen - der Schlüssel zu einer lebenswerten Zukunft, heißt es im Bericht. Denn:

Gesunde Ökosysteme sind widerstandsfähiger gegen den Klimawandel und bieten dabei lebenswichtige Services an wie Nahrung und sauberes Wasser.
Prof. Hans-Otto Pörtner, IPCC

Außerdem dienen sie als Kohlenstoffspeicher. Beschädigte Ökosysteme müssten wiederhergestellt, 30 bis 50 Prozent der Landfläche und der Ozeane unter wirkungsvollen Schutz gestellt werden.

Risiken und Chancen in den Städten

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten. Die "komplexen Risiken" für Gesundheit, Gebäude und Infrastruktur sind dort durch die Folgen des Klimawandels wie Hitze oder Stürme besonders groß. Das gilt vor allem für Küstenregionen, die vom steigenden Meeresspiegel betroffen sind. Dennoch sieht der IPCC gerade in den Städten auch große Chancen für Klimaschutz und Anpassung: Begrünte Gebäude, Erneuerbare Energie und nachhaltige Verkehrssysteme zum Beispiel.  

  

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Die Folgen in Europa

In Europa erwärmt sich das Klima durchschnittlich noch schneller als in anderen Regionen der Erde. Zu den Folgen gehören eine höhere Sterblichkeit durch Hitzewellen, Missernten durch Dürren, Wassermangel und Fluten. Auswirkungen gebe es in allen Regionen des Kontinents, auch wenn diese sehr unterschiedlich ausfallen.

Allerdings gebe es auch viele mögliche Anpassungsstrategien, betont Mitautorin Professorin Daniela Schmidt. Frühwarnsysteme zum Beispiel. Oder bauliche Veränderungen. Den Menschen im Norden und in der Mitte könnte es auch helfen, bei Hitze ihr Verhalten zu ändern und sich dabei ein Beispiel an den Südeuropäern zu nehmen.

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Das Fenster schließt sich

Die wirkungsvolle Anpassung an Klimafolgen, etwa durch Deiche, Hitzeschutz oder eine gute Stadtplanung kann helfen, so der Bericht. Bisher seien diese Maßnahmen weltweit aber unterfinanziert. Und: Je mehr sich das Klima erwärmt, desto schwerer wird es. Schon bei einem Temperaturanstieg von 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit schwinden die Möglichkeiten für solche Maßnahmen, so der Bericht. Bei zwei Grad sei eine Anpassung in vielen Regionen gar nicht mehr möglich.

Der IPCC fordert daher schnell "konzertierte, vorausschauende globale Maßnahmen". Denn das "Zeitfenster zur Sicherung einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft für alle" schließe sich schnell. Noch sei es aber nicht zu spät, sagt Daniela Schmidt.

Ich hoffe wirklich, dass die Menschen, die unseren Bericht lesen, sehen, wie viele Möglichkeiten wir noch haben.
Prof. Daniela Schmidt, Klimaforscherin

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion

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