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Auch über östliches Mittelmeer - Mehr unerlaubte Grenzübertritte über den Westbalkan

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Der Migrationsdruck über den Westbalkan und das östliche Mittelmeer steigt: Die Zahl unerlaubter Grenzübertritte hat laut Frontex drastisch zugenommen.

Archiv: Flüchtlinge auf dem Weg zur Grenze, aufgenommen am 12.12.2019 in Bihac, Bosnien-Herzegowina
Flüchtlinge auf dem Weg zur Grenze, in Bihac, Bosnien-Hertegowina
Quelle: dpa

Die Zahl unerlaubter Grenzübertritte in die EU über das östliche Mittelmeer ist 2019 fast um die Hälfte gestiegen - obwohl es EU-weit einen deutlich Rückgang gab. Mit einem Zuwachs von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Wert bei 82.564, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex in Brüssel mitteilte.

Frontex: Instabile Lage in Syrien und Afghanistan

Frontex-Direktor Fabrice Leggeri führte dies vor allem auf die instabile Lage in Syrien und Afghanistan zurück. Aber auch geringere wirtschaftliche Chancen für Afghanen im Iran sowie ein verminderter Zugang zum saudi-arabischen Arbeitsmarkt hätten dazu beigetragen.

Vor allem auf Griechenland nahm der Druck im vergangenen Jahr deutlich zu. Auf den Inseln Chios, Lesbos, Samos, Leros und Kos leben derzeit nach offiziellen Angaben mehr als 42.000 Migranten. Noch im April 2019 waren es nur 14.000 gewesen.

Die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln sind überfüllt - mehr dazu im Video:

Mehr als 18.000 Menschen leben im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos, das eigentlich nur für 3.600 Menschen ausgelegt ist. Die meisten Flüchtlinge leben schon jetzt in provisorischen Zelten und es erreichen wieder mehr neue Flüchtlinge die Insel Lesbos.

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Leggeri betonte, dass auch die Türkei, aus der viele Migranten nach Griechenland kommen, mit einem erhöhten Migrationsdruck zurechtkommen müsse. Zudem gebe es immer mehr Versuche, von den türkischen Küsten aus nach Griechenland zu gelangen. "Aber wir sehen auch, dass die türkische Küstenwache sehr gut arbeitet, um sie abzufangen."

Migrationsdruck auf Westbalkan wächst

Noch größer als über die östliche Mittelmeerroute war der Zuwachs unerlaubter Grenzübertritte im Westbalkan. Hier stieg die Zahl laut Frontex sogar um 143 Prozent auf 14.183.

Für die gesamte EU war die Zahl schon zuvor veröffentlichten Daten zufolge im vergangenen Jahr hingegen so gering wie seit 2013 nicht. So hat die Grenzschutztruppe insgesamt gut 139.000 unerlaubte Grenzübertritte festgestellt - im Vorjahr waren es sechs Prozent mehr. 2015, als sich besonders viele Migranten auf den Weg nach Europa machten, lag der Wert sogar 92 Prozent höher.

Zahl der Grenzbeamten wird aufgestockt

Im laufenden Jahr sollen 700 Frontex-Beamte ausgebildet werden, die dann im Januar 2021 ihren Dienst antreten. Sie sollen zum ersten Mal eine europäische Uniform tragen. Bis 2027 soll die derzeitige ständige Reserve von Grenzschutzbeamten von etwa 1.300 auf 10.000 aufgestockt werden. Der Erfolg der Europäischen Grenz- und Küstenwache, so Leggeri, sei jedoch eng verknüpft mit dem mehrjährigen Finanzrahmen der EU für 2021 bis 2027, der derzeit noch verhandelt werde. Darin wird unter anderem festgelegt, wie viel Geld für den EU-Außengrenzschutz zur Verfügung steht.

Zum ersten Mal war Frontex zudem 2019 nach eigenen Angaben auch mit einer Mission in einem Nicht-EU-Land aktiv, in Albanien. Unter bestimmten Bedingungen wäre somit auch eine Mission im nordafrikanischen Land Libyen denkbar, hieß es.

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