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"Augenscheinlicher Terrorangriff" in Wien

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Schüsse nahe Synagoge - "Augenscheinlicher Terrorangriff" in Wien

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Im Zentrum von Wien nahe einer Synagoge sind Schüsse gefallen. Es gibt mehrere Verletzte und Tote. Innenminister und Kanzler sprechen von Terror. Österreich hält den Atem an.

Mitten in der österreichischen Hauptstadt fallen Schüsse, es gibt Tote und Verletzte. Kanzler Kurz spricht von einem "widerwärtigen Terroranschlag".

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In der Nähe einer Wiener Synagoge hat es am Montagabend "Schüsse gegeben von mehreren Tätern an mehreren Orten", berichtet ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert aus der österreichischen Hauptstadt. "Die Polizei hat die Bürger aufgefordert, die Straße zu verlassen." Es bestehe noch weiter Gefahr, da noch ein Täter auf der Flucht sei. Ein Täter, der von der Polizei erschossen wurde, habe einen Sprengstoffgürtel getragen, so Hilpert weiter, dieser müsse nun vor Ort entschärft werden.

Bis zum späten Montagabend wurden 15 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert, sagte der Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, Christoph Mierau, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Mindestens sieben der Opfer hätten schwere Verletzungen davongetragen.

Kanzler Kurz spricht von "widerwärtigem Terroranschlag"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bezeichnete den Angriff in Wien als "widerwärtigen Terroranschlag". Er sei froh, dass die Polizei bereits einen Täter ausgeschaltet habe, schrieb er am Montagabend bei Twitter. Das Land erlebe gerade schwere Stunden - Österreich werde sich aber nicht durch Terrorismus einschüchtern lassen. Es sei noch unklar, ob das öffentliche Leben am Morgen normal wieder aufgenommen werden könne. Dies hänge von der Entwicklung in der Nacht ab.

Die Wiener Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass bei dem Anschlag ein Passant gestorben und unter den Schwerverletzten ein Polizist sei. Der Rettungsdienst sprach von mehreren Toten. "Zahlenmäßig eingrenzen können wir das noch nicht, wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen", sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Daniel Melcher, APA.

Man spricht von einem Angriff auf das Herz von Wien. Ob es auf das jüdische Herz von Wien war, das steht jetzt noch im Raum.
ZDF-Korrespondentin Hilpert

Ob die nahe gelegene Synagoge Ziel des Angriffs war, lasse sich noch nicht bestätigen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Wiener Innenministerium: "Augenscheinlich Terroranschlag"

Innenminister Karl Nehammer zufolge handelt es sich augenscheinlich um einen Terroranschlag. "Der Angriff läuft noch", sagte der Minister im ORF, man gehe von mehreren Tätern aus.

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"Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz", schrieb die Polizei auf Twitter. "Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet", hieß es weiter. Viele Menschen, die in der Gegend unterwegs waren, flohen in Panik.

Synagoge war bereits geschlossen

Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne derzeit nicht gesagt werden, ober der Stadttempel eines der Ziele war. "Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge in der Seitenstettengasse als auch das Bürogebäude an der selben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren."

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Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung "Falter", schrieb auf Twitter, im Polizeifunk sei sogar von sieben Toten die Rede gewesen. Offiziell konnte das aber nicht bestätigt werden. Weiter schrieb er:

Ein Video kursiert und ist ganz eindeutig: Mann mit Gewehr, Bart, Kampfmontur. Das ist wohl ein Attentat gewesen.

Deutsche Politiker bestürzt nach Schüssen in Wien

Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich entsetzt. Es kämen "erschreckende, verstörende Meldungen" aus der österreichischen Hauptstadt. "Auch wenn das Ausmaß des Terrors noch nicht absehbar ist: unsere Gedanken sind bei den Verletzten und Opfern in diesen schweren Stunden", hob das Auswärtige Amt hervor. Es fügte hinzu:

Wir dürfen nicht dem Hass weichen, der unsere Gesellschaften spalten soll.

Mehrere deutsche Politiker reagierten bestürzt auf den mutmaßlichen Terroranschlag. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans sprach auf Twitter von "erschütternden Nachrichten". "Was auch immer das Motiv und wer auch immer die Täter sein könnten. Solche Taten verdienen Ächtung, null Toleranz und die ganze Härte des Gesetzes." FDP-Chef Christian Lindner twitterte: "Unsere Gedanken sind in Wien".

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, schrieb in einem Tweet: "Das ist einfach entsetzlich - mit den Gedanken in Wien. Gemeinsam gegen Antisemitismus". Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), meldete sich ebenfalls über den Kurznachrichtendienst zu Wort: "Schreckliche Nachrichten aus Wien. Bin mit den Gedanken bei den Bürgerinnen und Bürgern und Einsatzkräften vor Ort."

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