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"Es war ein Anschlag aus Hass"

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Österreichs Kanzler Kurz - "Es war ein Anschlag aus Hass"

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Der Anschlag in Wien war laut Bundeskanzler Kurz eindeutig islamistisch motiviert. Vier Menschen seien kaltblütig getötet worden. Im Täter-Umfeld gibt es 14 vorläufige Festnahmen.

Nach den Vorfällen in Wien hat sich Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz vor Journalisten geäußert. Die Pressekonferenz in voller Länge.

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Der Anschlag in Wien war nach Worten von Bundeskanzler Sebastian Kurz eindeutig islamistisch motiviert.

Es war ein Anschlag aus Hass, aus Hass auf unsere Grundwerte, aus Hass auf unser Lebensmodell, aus Hass auf unsere Demokratie.
Sebastian Kurz

Österreich sei "Ziel eines brutalen Terroranschlages" geworden, so Kurz in einer TV-Rede an die Bevölkerung weiter. Es gehe nicht um eine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten. Es gehe um einen Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei. "Und diesen Kampf werden wir mit aller Entschiedenheit führen."

Täter IS-Sympathisant - 14 vorläufige Festnahmen

Der Attentäter, ein 20 Jahre alter Österreicher mit einer Doppelstaatsbürgerschaft für Nordmazedonien, sei ein Sympathisant der Terrormiliz IS gewesen, sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe außerdem als Attrappe einen Sprengstoffgürtel getragen. Er habe offenbar allein gehandelt.

Aktuell liefen intensive Ermittlungen im Umfeld des Täters, sagte Nehammer. Nach insgesamt 18 Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich seien 14 Menschen vorläufig festgenommen worden. Der Täter selbst sei bereits wegen versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung inhaftiert gewesen, aber vorzeitig entlassen worden. Seine Wohnung sei auf der Suche nach belastendem Material aufgesprengt und durchsucht worden.

Schwerbewaffnete Polizisten kontrollieren in der Wiener Innenstadt eine Person am 03.11.2020

Analyse zum Terror in Wien -
Islamistischer Anschlag mit viel Symbolik
 

In dem Terror von Wien steckt viel Symbolik, er traf die Stadt ins Herz. Eine Analyse.

von Julia Klaus

Vier Passanten getötet - Täter erschossen

Nach Angaben der österreichischen Polizei sind bei der Terrorattacke vier Passanten getötet worden, zwei Männer und zwei Frauen. Dazu komme der von der Polizei erschossene Täter. 22 Menschen sind laut Innenministerium verletzt worden, sieben davon schwer. Ein schwer verletzter Polizist wurde notoperiert und ist laut Polizei inzwischen außer Lebensgefahr.

Der Polizei zufolge gab es sechs verschiedene Tatorte. Die ersten Schüsse seien in der Seitenstettengasse abgegeben worden, einer belebten Straße im Zentrum.

Um 12 Uhr fand eine landesweite Gedenkminute für die Opfer des Anschlages statt.

Der Schock nach dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff sitzt tief.

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Innenminister Nehammer appellierte an die Bevölkerung, wenn möglich zuhause zu bleiben und die Wiener Innenstadt weiterhin zu meiden. Die Schüler mussten heute nicht zur Schule gehen, wenn sie oder die Eltern das nicht wollten.

Die Wiener Polizei schließt bei dem Terroranschlag weitere Täter nicht aus. ZDF-Reporterin Britta Hilpert berichtet aus Wien über die neuen Erkenntnisse.

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Grenzkontrollen erhöht

Nach dem Anschlag kontrolliert die Bundespolizei die deutsch-österreichische Grenze mit erhöhter Wachsamkeit. "Unsere Kräfte sind entsprechend sensibilisiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam der Nachrichtenagentur AFP. Die Kontrolle der Grenze sei nun ein "taktischer Schwerpunkt". Die Grenzbeamten beachteten genau, ob es Auffälligkeiten "aus dem entsprechenden Spektrum" gebe.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen versicherte auf Twitter: "Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen."

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Internationale Bestürzung nach Wiener Anschlag

Auch international wurde der Anschlag von zahlreichen Spitzenpolitikern verurteilt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Deutsch auf Twitter: "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa. Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts nachgeben."

US-Präsident Donald Trump hat Österreich die Unterstützung der USA im Kampf gegen Terrorismus zugesichert. Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht von einem "schrecklichen Terrorangriff" in Wien. "Wir müssen alle gegen Hass und Gewalt zusammenstehen", sagt er.

Infografik: Reaktionen zur Terrorangriff in Wien
Infografik: Reaktionen zur Terrorangriff in Wien
Quelle: ZDF/Twitter.com/dpa
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