ZDFheute

"Bezahlte Türöffner" ins Kanzleramt

Sie sind hier:

Wirecard-Skandal weitet sich aus - "Bezahlte Türöffner" ins Kanzleramt

Datum:

Die Regierung gerät im Wirecard-Skandal immer mehr unter Druck. Es soll Kontakte ins Kanzleramt gegeben haben. Wer wusste wann von den Unregelmäßigkeiten?

Die Staatsanwaltschaft spricht von "Gewerbsmäßigem Bandenbetrug" des Finanzdienstleisters. Die Bundesregierung gerät in Erklärungsnot.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Skandal um den Finanzdienstleister Wirecard kommen immer wieder neue Vorwürfe ans Licht. Schon seit 2015 frisiert das Unternehmen systematisch seine Bilanzen, weshalb die Staatsanwaltschaft München die Tatvorwürfe deshalb "ganz erheblich" erweitert. Die Folge: Es wurden neue Haftbefehle gegen drei Vorstände, darunter auch Ex-Chef Markus Braun, erlassen.

Nachdem schon Bundesfinanzminister Olaf Scholz ins Kreuzfeuer der Kritik geriet, nachdem er zugegeben hatte, bereits seit Februar 2019 über Unstimmigkeiten beim Finanzdienstleister informiert gewesen zu sein, gerät auch die Bundesregierung immer mehr unter Druck.

Wirecard-Kontakte reichten bis ins Kanzleramt

Offensichtlich gab es mehr Kontakte zwischen dem Bundeskanzleramt und Wirecard als bisher bekannt, erklärt ZDF-Korrespondent Theo Koll. Selbst der ehemalige Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche habe sich offensichtlich als "bezahlter Türöffner betätigt und für Wirecard einen Termin im Kanzleramt gemacht, genau wie vorher schon Ex-Verteidigungsminister [Karl-Theodor] zu Guttenberg", so Koll weiter.

Auch für Unternehmen, die Kunden von Wirecard waren, hat der Bilanzskandal Folgen. In die Politik scheint es ebenfalls Verbindungen zu geben. Sina Mainitz an der Börse und Theo Koll in Berlin schätzen die Lage ein.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Das Ergebnis sei, dass sich dann Bundeskanzlerin Merkel auf einer China-Reise für das Unternehmen stark gemacht habe. "Das ist aber, das muss man dazu sagen, an sich ja nicht ungewöhnlich, dass sich für deutsche Firmen im Ausland stark eingesetzt wird", erklärt Koll. In diesem Fall aber stelle sich die Frage, wer in der Politik was wann gewusst habe und ob richtig reagiert worden sei. "Das Kanzleramt war offensichtlich vor der Reise schon über schwerwiegende Unregelmäßigkeiten informiert worden und das Finanzministerium war noch einmal deutlich länger im Bilde", schildert Koll die Hintergründe.

So wie es jetzt aussieht hat Wirecard für die Bundesregierung das Zeug zu einem ordentlichen Debakel.
Theo Koll, ZDF-Korrespondent

Als "schlichtweg schockierend" bezeichnet ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz die Vorgänge bei Wirecard. Der Skandal erschüttere das Vertrauen in die Aufsichtsbehörden. Auch Investoren, darunter auch viele erfahren Profis, hätten sich täuschen lassen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.