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Mehrmonatige Auszeit - Papst belässt Kardinal Woelki im Amt

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Keine Abberufung, aber eine mehrmonatige Auszeit: Kardinal Woelki bleibt im Amt. Das entschied Papst Franziskus.

Kardinal Rainer Maria Woelki predigt im Kölner Dom
Papst Franziskus belässt Kardinal Woelki im Amt.
Quelle: dpa

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki kann nach einer päpstlichen Prüfung im Amt bleiben. Papst Franziskus habe Woelki auf dessen eigenen Wunsch aber eine mehrmonatige Bedenkzeit "zu gewähren", heißt es in der Erklärung des Vatikans, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Diese "geistliche Auszeit" solle Mitte Oktober beginnen und bis Anfang März 2022 dauern, heißt es weiter. Die Amtsgeschäfte übernimmt dann ein Apostolischer Administrator.

Franziskus habe den Erzbischof vergangene Woche empfangen, so das Schreiben. Der Papst zähle auf Woelki, gleichzeitig sei aber "offenkundig, dass Erzbischof und Erzbistum einer Zeit des Innehaltens, der Erneuerung und Versöhnung" bedürften.

ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber mit weiteren Einzelheiten.

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Woelki dankt Papst für Auszeit

Woelki hat in einer ersten Reaktion dem Papst für die ihm gewährte Auszeit gedankt. Damit habe Franziskus seiner Bitte entsprochen, sagte der Erzbischof am Freitag vor Journalisten in Köln. Dies gebe ihm Gelegenheit, die vergangenen Monate aufzuarbeiten und einen Weg in die Zukunft zu finden. "Natürlich habe ich Fehler gemacht bei der Aufarbeitung", sagte Woelki und verwies dabei auf Mängel in der Kommunikation. "Das tut mir leid."

Dies gelte besonders mit Blick auf die Betroffenen, die dadurch retraumatisiert worden seien. Zudem seien viele Menschen in ihrem Inneren verletzt und in ihrem Glauben erschüttert worden.

Vertrauenskrise in Kölner Diözese

Die Diözese am Rhein wird seit gut einem Jahr von einer Vertrauenskrise erschüttert. Mitte Juni hatte Papst Franziskus zwei Gesandte nach Köln geschickt, um den Umgang der Bistumsleitung mit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu prüfen.

Hinweise, dass Woelki in diesem Zusammenhang rechtswidrig gehandelt habe, hätten sich aber nicht ergeben heißt es in der Erklärung. Dennoch habe Woelki bei der Aufarbeitung auch "große Fehler" gemacht - "vor allem auf der Ebene der Kommunikation". Das habe "wesentlich" zur Vertrauenskrise im Erzbistum beigetragen.

Der Unmut über Woelki war gewachsen, nachdem er ein Gutachten über den Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt mit Verweis auf rechtliche Gründe nicht veröffentlichen wollte. Es wuchs der Eindruck, Woelki wolle etwas vertuschen - was widerlegt sei, so das Vatikan-Schreiben. Ein zweites Gutachten, das kirchlichen Führungskräften 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt nachweist, entschärfte die Vertrauenskrise nicht.

Schwerpunkte war das Ringen um Reformen. Die Bischöfe beschlossen neue einheitliche Reglungen zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen.

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Rücktritt zweier Weihbischöfe abgelehnt

Woelki selbst wurde juristisch entlastet. Doch diese Freisprechung stieß nicht auf Akzeptanz. Vielmehr appellierten Kritiker an ihn, gerade auch als langjähriger Vertrauter des früheren Kölner Kardinals Joachim Meisner moralische Verantwortung für das System zu übernehmen. Einen Rücktritt lehnte Woelki mehrfach ab.

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Gutachtens hatten die beiden Kölner Weihbischöfe Ansgar Puff und Dominikus Schwaderlapp den Papst um ihren Rücktritt gebeten. In beiden Fällen entschied der Papst, sie im Amt zu belassen, wie aus der Erklärung hervorgeht.

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