Verband: Ampel wird Neubau-Ziel "krachend verfehlen"

    Wohnungswirtschaft:Ampel wird Bauziel "krachend verfehlen"

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    Den Bau von 400.000 Wohnungen pro Jahr hat sich die Ampel-Koalition vorgenommen. Davon ist sie laut dem Verband der deutschen Wohnungswirtschaft weit entfernt.

    Die Ampel droht mit ihrem Bauziel deutlich zu scheitern. Laut dem Verband der deutschen Wohnungswirtschaft würden statt 400.000 wohl nur 250.000 neue Wohnungen dieses Jahr gebaut.01.12.2022 | 0:19 min
    Die Bundesregierung scheitert nach Einschätzung des Gesamtverbands der deutschen Wohnungswirtschaft mit ihrem Versprechen, jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen zu bauen. Verbandspräsident Axel Gedaschko sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstag):

    Es droht ein Absturz mit Ansage, die Regierung wird ihr Wohnungsziel krachend verfehlen.

    Alex Gedaschko, Deutsche Wohnungswirtschaft

    Verbandschef: Jedes Jahr weniger Wohnungen

    Konkret rechnet Gedaschko in diesem Jahr mit nur rund 250.000 neu gebauten Wohnungen in Deutschland. Für 2023 sagt er den Neubau von rund 200.000 Wohnungen voraus, für "2024 dann noch weniger".
    Als Gründe für den deutlichen Rückgang nannte Gedaschko der "Bild" die erheblich gestiegenen Materialkosten am Bau, die höheren Zinsen sowie gesunkene staatliche Förderung. Dadurch müssten Bauherren bis zu 60 Prozent mehr Miete verlangen als noch vor zwei Jahren.
    Er forderte die Bundesregierung auf, über die Staatsbank KfW die Zinsen für Baudarlehen auf ein Prozent zu deckeln.
    Immer mehr Menschen können sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung nicht mehr leisten. Die hohen Materialkosten und gestiegenen Kreditzinsen schrecken viele ab. Doch zum ersten Mal seit über zehn Jahren fallen die Immobilienpreise.15.11.2022 | 1:35 min

    Ampel-Koalition will Wohnungsbau-Ziel einhalten

    Die Bundesregierung will ungeachtet der Energiepreiskrise das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr erreichen, darunter 100.000 Sozialwohnungen.
    Gelingen soll dies mit rund 190 Maßnahmen, auf die sich Bauwirtschaft, Gewerkschaften, Länder, Kommunen und weitere Verbände im "Bündnis bezahlbarer Wohnraum" Mitte Oktober verständigten.
    Quelle: dpa

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