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Günstiger Wohnraum - Wie Münster steigende Mieten bekämpft

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Steigende Bodenpreise, steigende Hauspreise, steigende Mieten - Münster will raus aus dieser Preisspirale nach oben. Seit fünf Jahren geht die Stadt neue Wege.

Welche Ideen und Konzepte gibt es, Wohnen wieder bezahlbar zu machen?

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Wie in vielen Großstädten sind auch im westfälischen Münster die Mieten in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Auch hier mit der Folge, dass sich Menschen mit einem Durchschnittsverdienst das Wohnen in der Stadt immer weniger leisten konnten.

Doch vor fünf Jahren schon hat die Stadt beschlossen, dass es so nicht mehr weitergehen kann und soll, und setzt seitdem auf das Konzept der "sozialgerechten Bodennutzung".

Münster: City-Wohnungen nicht nur für Reiche

Danach müssen beim Bau von Mietwohnungen auf städtischen Grundstücken 60 Prozent und bei privaten Baulandentwicklungen 30 Prozent Sozialwohnungen geschaffen werden. Außerdem entzieht die Stadt einen Teil des Baulands dem Zugriff von Investoren. Denn Baugenehmigungen gibt es nur noch, wenn die Hälfte der Fläche an die Stadt verkauft wird.

"Jeder, der hier baureifes Land haben will, muss eben mindestens 50 Prozent an die Stadt veräußern. Und die Stadt verpflichtet sich eben, selber hier preisgünstigen Wohnraum darauf zu errichten", sagt Matthias Peck, Baudezernent der Stadt. Für jeden müsse es Wohnraum geben, unabhängig vom Einkommen.

Weil wir keine mittelalterlichen Verhältnisse wollen, wo sich nur die reichen Kaufleute das Wohnen in der Stadt leisten können, und die anderen müssen vor den Toren der Stadt wohnen.
Matthias Peck, Baudezernent in Münster

Zuschlag an Investor mit niedrigster Start-Miete

Deshalb gibt es einen weiteren Baustein im Münsteraner Baukonzept: So verkauft die Kommune ihr Bauland nicht nach dem üblichen Höchstbieterprinzip.

"Wir wollen nicht, dass der Grund und Boden noch weiter teurer wird, denn dadurch steigen auch die Mieten. Und deswegen haben wir ein Modell entwickelt, wo wir Grundstücke zu einem Festpreis veräußern und die Investoren auf die Start-Miete bieten", erläutert Baudezernent Peck. "Das heißt, derjenige, der die niedrigste Start-Miete bietet, bekommt den Zuschlag."

Architekt Florian Nagler erklärt im Interview, wie wir mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen können.

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Trotz der Bemühungen der Stadt sind die Mieten insgesamt auch in Münster hoch. Man schaffe es nicht in kurzer Zeit, die Versäumnisse der letzten 20 Jahre zu korrigieren, so Peck.

Vorbild Münster?

Kann Münster Modell für andere Städte sein? Im Prinzip ja. Auch München hat Konzepte zur sozialgerechten Bodennutzung entwickelt - allerdings hat die Stadt nur Zugriff auf 20 Prozent eigene Flächen. Daher seien viele Maßnahmen nur begrenzt wirksam, sagt Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

"Vor dem Hintergrund der Bodenpreisentwicklung, den die Stadt schlichtweg nicht in der Hand hat, und vor dem Hintergrund, dass Wohnungen, wenn sie mal gebaut sind, weiter veräußert werden dürfen mit extremen Gewinnmargen - das ist einfach die freie Marktwirtschaft - da kann die Stadt München nichts dagegen setzen", so Merk. Da seien einer Stadt mit den Instrumenten der Baulandentwicklung einfach die Hände gebunden.

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