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Fischbestände vor Kollaps - Ringen um Stopp schädlicher Subventionen

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Riesige Fischfangflotten, überfischte Meere: Schuld daran sind auch staatliche Subventionen für die Fischerei. Jetzt soll ein internationaler Vertrag Abhilfe verschaffen.

Roter Thunfisch wird in einem Hafen in Japan zur Versteigerung aufgereiht.
Rother Thunfisch wird im japanischen Sakaiminato versteigert.
Quelle: dpa

Riesige Fangflotten sind auf den Weltmeeren unterwegs, und das hat verheerende Folgen: In manchen Meeresregionen stehen die Fischbestände vor dem Kollaps, das heißt, es werden mehr Fische entnommen als nachwachsen. Gut ein Drittel der Fischbestände sind nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) schon überfischt.

Schuld sind unter anderem staatliche Subventionen, vor allem für Treibstoff, die viele sonst unrentable Fischfangexpeditionen in ferne Meere lukrativ machen. Dem soll jetzt ein Riegel vorgeschoben werden, mit einem weltweiten Abkommen, das schädliche Subventionen verbietet. An diesem Donnerstag wollen Minister der 164 Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) nach 20 Jahren Verhandlungen online die Weichen für ein Abkommen noch in diesem Jahr stellen.

Unzählige Tiere verenden in sogenannten "Geisternetzen". So zum Beispiel in der Ostsee: Hier gehen jährlich bis zu 10.000 Fischernetze verloren.

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Die Regeln

Eigentlich wird die Fischerei in fast allen Ozeanregionen von 17 regionalen Organisationen für das Fischereimanagement (RFMO) organisiert und kontrolliert. Sie überwachen die Bestände und erteilen Lizenzen für Fangkontingente. Allerdings halten sich nicht alle Fischer und Flottenbetreiber an die Regeln.

Illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU - Illegal, Unreported and Unregulated Fishing) ist ein großes Problem. Boote fischen in den Hoheitsgewässern anderer Länder, schalten ihre Ortungsgeräte aus, um nicht entdeckt zu werden, fischen Arten, die unter Schutz stehen. Im IUU-Index der "Globalen Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität" kommt China am schlechtesten weg, gefolgt von Taiwan, Kambodscha und Russland.

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Wie hoch sind die Subventionen?

Einer kanadischen Studie zufolge betrugen die Fischereisubventionen weltweit 2018 rund 35,4 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro). Mit einigen Milliarden werden zwar gutes Fischereimanagement und nachhaltiger Fischfang gestärkt, aber 63 Prozent der Gelder fließen laut Studie in schädliche Subventionen, vor allem für Treibstoff.

Mit Abstand größter Zahler schädlicher Subventionen ist nach der kanadischen Studie China. Dort wurden 5,9 Milliarden Dollar gezahlt, von Japan 2,1 Milliarden Dollar und von der EU zwei Milliarden Dollar. Es sollen Subventionen für Boote verboten werden, die bei illegalem Fang erwischt wurden, sowie für Boote, die nach bereits überfischten Arten suchen und für solche, die fern der heimischen Gewässer fischen.

Weißspitzen-Hochseehai

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So könnte sich ein Abkommen auswirken

Die amerikanische Umweltorganisation Pew Charitable Trusts schätzt, dass die Fisch-Gesamtmenge in den Weltmeeren bei Abschaffung sämtlicher schädlicher Fischereisubventionen bis 2050 um 12,5 Prozent steigen würde. Das wären 35 Millionen Tonnen mehr Fisch - dreimal so viel Fisch, wie in Afrika in einem ganzen Jahr gegessen wird.

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