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Prüfung von Auslandseinsätzen - Zahl traumatisierter Soldaten steigt stark

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Die Zahl der traumatisierten Bundeswehrsoldaten ist seit 2013 stark gestiegen. Linken-Verteidigungsexperte Höhn fordert die Prüfung von Auslandseinsätzen.

Marschierende Soldaten (Archivbild).
In Mali droht laut Linken-Verteidigungsexperte "ein zweites Afghanistan".(Symbolbild)
Quelle: Reuters

Die Zahl der traumatisierten Soldaten in der Bundeswehr wächst stark und kontinuierlich. Das zeigt eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag, die ZDFheute vorliegt. Betroffene bräuchten Gehör, Sichtbarkeit und Hilfe, vor allem hätten sie Anspruch darauf, dass Regierung und Bundestag den Sinn von Auslandseinsätzen genau prüften, meint der Verteidigungsexperte der Linksfraktion, Matthias Höhn. Zuerst hatte das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" darüber berichtet.

Wurden im Jahr 2013 noch 602 Soldatinnen und Soldaten wegen einsatzbedingter psychischer Störungen in psychiatrischen Kliniken behandelt, so waren es 2019 nach Angaben des Verteidigungsministeriums schon 1.006 und 2020 bereits 1.116.

Höhn: Anzahl traumatisierter Soldaten steigt

Für die ersten fünf Monate dieses Jahres werden bereits 762 Fälle in dem Bericht gemeldet. Auch die Zahl der erstmals diagnostizierten und vermutlich aus dem Einsatz herrührenden psychischen Störungen sei zuletzt von 290 im Jahr 2019 auf 301 im Jahr 2020 gestiegen.

Der Verteidigungsexperte der Linksfraktion, Matthias Höhn, sagte dazu: "Jahr für Jahr steigt die Anzahl traumatisierter Soldatinnen und Soldaten. Auch diese bedrückende Wahrheit gehört zur Bilanz der Einsätze in Afghanistan und anderswo."

Nach dem Anschlag auf Bundeswehrsoldaten in Mali, wurden die ersten von ihnen wurden nach Deutschland ausgeflogen. Unterdessen beginnt die politische Diskussion über den Einsatz.

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Mali: Zweites Afghanistan?

In Mali drohe nun "ein zweites Afghanistan", so Höhn. "Bundesregierung und Bundestag sollten sich genau überlegen, welche langfristigen Konsequenzen solche gefährlichen Einsätze haben". Es brauche eine breite Debatte in Politik und Gesellschaft, wie mit der steigenden Anzahl an erkrankten Soldatinnen und Soldaten umzugehen sei.

Die beiden Mali-Einsätze gehen allerdings weiter, einer wurde zuletzt ausgeweitet. Ende Juni wurden bei einem Anschlag in dem Land zwölf deutsche Soldaten verletzt. Insgesamt ist die Bundeswehr derzeit in elf Auslandseinsätzen engagiert, 25 Einsätze seien abgeschlossen.

Angriff auf Soldaten in Mali - AKK zu Anschlag auf Bundeswehr-Soldaten 

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer äußert sich zum Anschlag auf Bundeswehr-Soldaten in Mali. ZDFheute live mit der Pressekonferenz und Einordnungen.

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