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Chrupalla: Streit "hört auch mal der Nachbar"

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ZDF-Sommerinterview - Chrupalla: Streit "hört auch mal der Nachbar"

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Die AfD streitet über den eigenen Corona-Kurs sowie den Ausschluss des rechtsextremen Andreas Kalbitz. AfD-Chef Tino Chrupalla beschwichtigt: Streit komme in jeder Familie vor.

Sehen Sie hier das komplette ZDF-Sommerinterview mit Tino Chrupalla (AfD).

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19 min
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"Erbärmlich." So findet der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Renner den Zustand der AfD im Moment. "Es ist viel von Altparteitechnik auch in unserer Parteiführung hineingegangen", sagte Renner im ZDF Ende Mai.

Auch in einem Brief des AfD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schulz an die Fraktionsführung im Juni hieß es: "Insbesondere versagen Sie als sogenannte Führungskräfte. Und das in vollem Umfang. Wenn Sie in der Lage und willens wären, den Blick auf die Mitglieder und Wähler zu richten, auf die reale Situation draußen im Lande, würden Sie feststellen, dass wir keine Alternative bieten. Der Wähler bemerkt es schon." Und weiter:

Ich warte nur auf den Moment, wo uns Altparteien und Medien dann final entlarvt haben werden.
Uwe Schulz, AfD-Bundestagsabgeordneter

Chrupalla nennt die Kritik "Einzelmeinungen"

Angesprochen auf die massive innerparteiliche Kritik der vergangenen Monate, sagt AfD-Sprecher Tino Chrupalla im ZDF-Sommerinterview: "Das ist eine Meinung." Er wolle nicht über die "permanenten Einzelmeinungen" reden, sondern über die "Probleme der Menschen im Land". Auf Nachfrage, warum sich die AfD derzeit vor allem mit sich selbst beschäftige, sagt Chrupalla:

"Das sehe ich überhaupt nicht so, dass wir uns mit uns selbst beschäftigen." Interner Streit gehöre dazu. "Das ist doch im Prinzip wie in einer Familie. Da gibt es Streit, auch mal Laute, die hört auch mal der Nachbar." Interessant sei dieser Streit allerdings "nur für die Medien".

Chrupalla stellt sich hinter Kalbitz

Innerparteilich gibt es auch Streit um den Umgang mit dem Rechtsextremisten und ehemaligen Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Kalbitz. Während Chrupallas Co-Vorsitzender Jörg Meuthen Kalbitz' Ausschluss aus der Partei forciert hatte, will sich Chrupalla nicht eindeutig von Kalbitz distanzieren. Wörtlich sagt Chrupalla:

Für die Zeit, für die ich Andreas Kalbitz in dieser Partei kenne, und das ist jetzt sechs Jahre, kann ich bei ihm keinen Extremismus erkennen.
Tino Chrupalla, AfD-Bundessprecher

Chrupalla schränkt jedoch ein: "Ich hätte mir sehr wohl gewünscht, dass sich Andreas Kalbitz von seiner Vergangenheit, die er sehr wohl hat, deutlicher distanziert. Das hätte ich erwartet. Das werfe ich ihm auch vor."

AfD-Sprecher Tino Chrupalla kann bei Andreas Kalbitz derzeit keinen Extremismus erkennen. Kalbitz hätte sich aber deutlicher von seiner Vergangenheit distanzieren müssen.

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Chrupalla für freiwilliges Maskentragen

In dem Interview spricht sich Chrupalla gegen eine Maskenpflicht zum Beispiel im Schulunterricht aus. "Wir sagen es ausdrücklich, dass wir auf die Freiwilligkeit des Masketragens wert legen." Anders als zum Beispiel bei der Gurtpflicht im Auto gebe es unterschiedliche Auffassungen über die Wirksamkeit von Masken.

"Ein einheitliches Bild gibt es meiner Meinung nach nicht, was die Maskenpflicht angeht", sagt Chrupalla. So habe zum Beispiel selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Pandemie von Masken als "Virenschleuder" geredet. Auch der sogenannte "Lockdown" im Frühling dieses Jahres sei "unverhältnismäßig" gewesen, so Chrupalla.

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