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"Jüdisches Leben ist selbstverständlicher"

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Zentralratspräsident Schuster - "Jüdisches Leben ist selbstverständlicher"

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70 Jahre nach Gründung ist der Zentralrat der Juden Interessenvertretung und Dachverband für mehr als 100.000 Juden in Deutschland. Vor welchen Aufgaben steht der Verband heute?

Hass im Netz ist leider allgegenwärtig – oft richten sich die Attacken gegen Juden. Deren Zentralrat appelliert deswegen auch an die Betreiber Sozialer Netzwerke.

Beitragslänge:
6 min
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Der Zentralrat der Juden feiert Geburtstag. Wie steht es um das jüdische Leben in Deutschland 70 Jahre nach Gründung des Dachverbands? Präsident Josef Schuster sprach im ZDF-Interview über ...

... das Etablieren jüdischen Lebens in Deutschland

Das jüdische Leben habe sich in Deutschland etabliert. "Über 100 jüdische Gemeinden quer durchs Land, die sich ganz bewusst auch nach außen öffnen, die jüdisches Leben zeigen wollen", sagt Schuster. "Ich denke, jüdisches Leben ist selbstverständlicher geworden." Aber:

Zur Selbstverständlichkeit fehlt aber leider doch noch ein gutes Stück.
Josef Schuster

... Hass und Antisemitismus online und offline

Denn die jüdische Gemeinschaft sei auch heute noch Hass und Antisemitismus ausgesetzt. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle beispielsweise habe zu einer tiefen Verunsicherung geführt. Die Sorge, ob man gefahrlos ein jüdisches Gemeindezentrum oder eine Synagoge aufsuchen kann, habe zugenommen.

Hinzu komme der allgegenwärtige Hass im Netz, der leider ein bedeutendes Thema sei. In der Anonymität krude Theorien zu streuen und sich antisemitisch zu äußern, sei leider fast Alltag. Er richtet einen Appell an die Betreiber Sozialer Medien aktiv zu werden und entsprechende Posts zu löschen und gegebenenfalls den Behörden zu melden.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden. Archivbild

Präsident des Zentralrats der Juden -
"Jeder Jude kennt Antisemitismus aus seinem Alltag"
 

Der Zentralrat der Juden warnt vor einem wachsenden Antisemitismus. Vorfälle sollten bei einer eigenen Meldestelle angezeigt werden, sagt Präsident Josef Schuster im Interview.

... die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland

Er sei "den Umständen entsprechend optimistisch", sagt Schuster. Das heißt, er gehe davon aus, dass sich jüdisches Leben in Deutschland weiter positiv entwickeln werde. Allerdings:

Euphorisch ist es nicht, denn euphorisch wäre es dann, wenn der Polizeischutz für jüdische Einrichtungen nicht mehr notwendig wäre.
Josef Schuster, Präsident Zentralrat der Juden
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