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Tag 25 im Ukraine-Krieg : Russland fordert Mariupol zu Kapitulation auf

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Moskau fordert die ukrainischen Truppen auf, Mariupol unbewaffnet zu verlassen. Der ukrainische Präsident Selenskyj setzt Russland mit Nazi-Deutschland gleich. Die Lage an Tag 25.

In Kiews Krankenhäuser werden Medikamente und Verbandsmaterial knapp, in Mariupol wird ein großes Stahlwerk zerstört. Bei Angriffen auf Mykolajiw soll auch die russische Hyperschallrakete Kinshal eingesetzt worden sein.

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Wir fassen für Sie die wichtigsten Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Folgenden zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Krieg gegen die Ukraine: Die Entwicklungen am Sonntag

  • In Mariupol fordert Russland die ukrainischen Streitkräfte auf, die Waffen niederzulegen. "Es hat sich eine schreckliche humanitäre Katastrophe entwickelt", erklärt der Leiter des Nationalen Zentrums für Verteidigung, Michail Misinzew, mit Blick auf die Lage in der Stadt. "Allen, die ihre Waffen niederlegen, wird ein freies Geleit aus Mariupol garantiert." Er kündigte an, Fluchtkorridore sollten am Montag um 10 Uhr Moskauer Zeit (8 Uhr MEZ) geöffnet werden. Allerdings müsse die Ukraine dem bis spätestens 5 Uhr Moskauer Zeit (3 Uhr MEZ) zustimmen.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Video-Botschaft an Israel Russland mit Nazi-Deutschland gleichgesetzt und dem Kreml einen Plan zur Auslöschung der Ukraine vorgeworfen. "Hört darauf, was jetzt in Moskau gesagt wird: "Endlösung", aber jetzt bereits in Bezug auf die ukrainische Frage", sagte der 44-Jährige am Sonntag in einem Video-Auftritt vor Knesset-Abgeordneten. Das Staatsoberhaupt mit jüdischen Wurzeln erinnerte dabei an die sogenannte "Endlösung der Judenfrage", wie die Ermordung von Millionen Juden in Europa durch Nazi-Deutschland genannt wurde. "Das ist ein großflächiger und hinterhältiger Krieg, der auf die Vernichtung unseres Volkes, unserer Kinder, unserer Familien, unseres Staates abzielt", sagte Selenskyj. Er verlangte von Israel Raketenabwehrsysteme.
  • Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem kritisierte Selenskyjs Holocaust-Vergleich, ohne den ukrainischen Präsidenten beim Namen zu nennen. Es werde in Zusammenhang mit den Kämpfen Propaganda verbreitet, die falsche Vergleiche mit der Ideologie und den Taten der Nazis ziehe, hieß es in einer Stellungnahme der Gedenkstätte."Yad Vashem verurteilt diese Trivialisierung und Verzerrung der historischen Fakten des Holocausts." Die Gedenkstätte hatte auch die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert, er wolle die Ukraine "entnazifizieren".
  • In einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CNN betonte Selenskyj erneut, zu persönlichen Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin bereit zu sein. "Ich bin bereit für Verhandlungen mit ihm", sagte Selenskyj am Sonntag laut Übersetzer. "Wenn es nur eine einprozentige Chance gibt, diesen Krieg zu stoppen, dann denke ich, dass wir sie ergreifen müssen." Sollten alle Friedensbemühungen scheitern, "würde es bedeuten, dass dies ein dritter Weltkrieg ist". Selenskyj machte deutlich, dass die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine sowie ihre Unabhängigkeit nicht zur Verhandlung stehen könnten. Von westlichen Staats- und Regierungschefs forderte der ukrainische Präsident Sicherheitsgarantien für sein Land.
  • Laut den Vereinten Nationen sind bereits zehn Millionen Menschen aufgrund des Ukraine-Kriegs geflohen. Knapp 3,4 Millionen von ihnen haben das Land verlassen. Vor Beginn des russischen Angriffs hatte die Ukraine mehr als 44 Millionen Einwohner - demnach ist fast ein Viertel von ihnen auf der Flucht.

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  • Russland hat in der Ukraine nach eigenen Angaben erneut eine Hyperschallrakete des Typs "Kinschal" eingesetzt. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte am Sonntag, mit ihr sei ein Treibstofflager in Kostiantyniwka nahe dem Schwarzmeerhafen Mykolajiw getroffen worden. Es war der zweite Kampfeinsatz der Hyperschallrakete. Die Rakete kann nach russischen Angaben Ziele in einer Entfernung von bis zu 2.000 Kilometern treffen und fliegt mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit.

Eigenen Angaben zufolge hat das russische Militär Hyperschallraketen In Richtung Mykolajiw abgefeuert. Zudem soll Mariupol besonders von den russischen Angriffen betroffen sein.

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  • Der Ukrainische Sicherheitsrat hat die Arbeit einer Reihe prorussischer Parteien für die Gültigkeitsdauer des Kriegsrechts im Land verboten. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Sonntag per Videobotschaft mit. Zudem sollen alle nationalen TV-Sender zu einem zusammengelegt werden, um eine "einheitliche Informationspolitik" zu gewährleisten.
Karte: Russischer Vormarsch am 18.3.2022
Die orangenen Gebiete werden von der russischen Armee kontrolliert.
Quelle: ZDF

Die Lage in ukrainischen Städten

  • Das russische Militär hat nach Angaben des Stadtrats von Mariupol eine Kunstschule bombardiert, in der etwa 400 Menschen Schutz suchten. Die lokalen Behörden in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt teilten am Sonntag mit, das Schulgebäude sei zerstört worden, möglicherweise befänden sich die Menschen unter den Trümmern. Opferzahlen lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben der Stadtverwaltung haben russische Streitkräfte in der vergangenen Woche auch mehrere Tausend Menschen gewaltsam aus der belagerten Stadt gebracht.
Die Besatzer haben illegal Menschen aus dem Stadtteil Livoberezhniy und aus dem Schutzraum des Sportklubs verschleppt, wo sich mehr als Tausend Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, vor den ständigen Bombardierungen versteckt hatten.
Stadtrat von Mariupol auf Telegram
  • In den umkämpften Städten der Ukraine sind am Sonntag sieben humanitäre Korridore für flüchtende Zivilisten eingerichtet worden. Über die Wege sollten auch Hilfsgüter in die Städte gebracht werden, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk in Kiew mit. Angelegt seien die Korridore in den Gebieten um die Hauptstadt Kiew und Charkiw sowie aus der besonders schwer von Kämpfen betroffenen Hafenstadt Mariupol in Richtung der Stadt Saporischschja. Am Samstag waren über Fluchtkorridore rund 6.000 Menschen aus Kiew und Mariupol geflohen.
Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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  • Um die nordukrainische Stadt Tschernihiw gibt es nach Militärangaben aus Kiew weiter schwere Gefechte. "Tschernihiw wird verteidigt", teilte die ukrainische Armee am Sonntag mit. Die Stadt nahe der Grenze zu Belarus werde beschossen. Es gebe keinen Strom und keine Heizung mehr. Viele Einwohner seien ohne Gas.

In Mykolajiw suchen Rettungskräfte in den Trümmern einer Kaserne nach Überlebenden. ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf ist in der Region und hat Details.

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  • Das Personal im ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ausgetauscht worden. 50 Angestellte, die ununterbrochen im Dienst waren, seit russische Truppen am 24. Februar das Gelände erobert hatten, seien durch Kollegen ersetzt worden, teilte die Behörde, die die Reaktorruine verwaltet, am Sonntag mit. Einzelheiten darüber, wie die Einigung erzielt und organisiert wurde, wurden nicht genannt. In den vergangenen Wochen hatten Experten mehrfach gewarnt, dass erschöpftes und überarbeitetes Personal eine Gefahr für die Sicherheit des ehemaligen Atomkraftwerks darstellen könnte.

Internationale Reaktionen auf Russlands Angriffskrieg

  • Papst Franziskus hat den Krieg in der Ukraine in bislang ungekannter Schärfe verurteilt. Vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt sprach er am Sonntag von einem "sinnlosen Massaker", für das es keine Rechtfertigung gebe - ein offensichtlicher Verweis auf Russland, das versucht hat, die Invasion als entscheidend für die eigene Sicherheit darzustellen.
  • Verteidigungsministerin Christina Lambrecht (SPD) hat die Verschwiegenheit der Bundesregierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine gerechtfertigt. "Wir reden nicht öffentlich darüber", sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Bei den ersten Lieferungen seien Abfahrtsdaten und Wege bekanntgegeben worden. Die am Transport beteiligten Personen seien dadurch einer Lebensgefahr ausgesetzt worden. "Und aus dem Grund werden wir weder über die Zahl der Waffen, noch wann sie geliefert werden, noch auf welchem Wege, öffentlich sprechen. Weil wir wollen, dass die Waffen dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden."
Jeder, der es versucht, die Not der Geflüchteten auszunutzen, sollte wissen: Auf solche Taten reagieren wir mit aller Härte des Gesetzes.
Nancy Faeser, Bundesinnenministerin

Die deutsche Kultur- und Musikszene zeigt mit einem Friedenskonzert vor dem Brandenburger Tor Flagge und fordert ein Ende des Ukraine-Krieges.

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  • Mit einer Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor haben Kulturschaffende am Sonntag ihre Unterstützung für die Ukraine demonstriert. Bei "Sound of Peace" sollten bis zum Abend unter anderem Clueso, Fatoni, In Extremo, Mia, Michael Patrick Kelly, Mine, Peter Maffay, Revolverheld, Sarah Connor, Silbermond, The BossHoss oder Zoe Wees auftreten. Nach Angaben der Polizei vom frühen Abend waren 15.000 Besucher vor Ort.

Das ist im Krieg in der Ukraine an Tag 24 passiert:

Bei Luftangriffen auf Mykolajiw soll es viele Tote gegeben haben. Saporischschja verhängt eine Ausgangssperre bis Montag.

Tag 24 im Ukraine-Krieg - Heftige Angriffe auf "Odessas Schutzschild" 

Bei Luftangriffen auf Mykolajiw soll es viele Tote gegeben haben. Saporischschja verhängt eine Ausgangssperre bis Montag. Die Lage im Ukraine-Krieg an Tag 24.

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Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Zwei Feuerwehrleute, die inmitten eines zerstörten Hauses stehen und dieses löschen.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Russland meldet Einnahme Luhansks 

Das russische Militär meldet die Einnahme der Region Luhansk, Kiew dementiert das. Offenbar konnten moskautreue Truppen in der umkämpften Stadt Lyssytschansk vorrücken.

03.07.2022
von Thomas Gonsior
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