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Nahost-Gesandte besorgt - Tempelberg: Wieder schwere Zusammenstöße

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Zum Ende des Fastenmonats ist die Lage in Jerusalem nun einmal mehr eskaliert. Es kam wieder zu Zusammenstößen. Die Rede ist von mehr als 200 Verletzten.

Sicherheitskräfte neben einer brennenden Barrikade in Jerusalem.
Sicherheitskräfte neben einer brennenden Barrikade in Jerusalem.
Quelle: Ilia Yefimovich/dpa

In Jerusalem ist es in der zweiten Nacht in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und palästinensischen Gläubigen gekommen.

Bei den Zusammenstößen am Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) setzte die Polizei israelischen Medienberichten zufolge Gummigeschosse, Tränengas und Blendgranaten gegen Steine werfende Palästinenser ein.

Laut der Zeitung "Haaretz" war die Lage eskaliert, nachdem dort am Abend Zehntausende Muslime für das Samstagsgebet zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der Al-Aksa-Moschee zusammengeströmt waren.

Im Ostteil Jerusalems gab es wieder Zusammenstöße zwischen Polizei und Palästinensern. Seit Tagen gibt es Proteste, weil Palästinensern die Zwangs-Räumung ihrer Wohnungen droht.

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Nahost-Quartett "tief besorgt"

Das sogenannte Nahost-Quartett aus USA, Russland, EU und Vereinten Nationen zeigte sich "tief besorgt" über die inzwischen "täglichen Auseinandersetzungen und Gewaltakte".

Laut dem palästinensischen Rettungsdienst Roter Halbmond seien 64 Palästinenser - darunter mehrere Kinder - durch Polizeigewalt verletzt worden, hieß es bei "Haaretz". In Ost-Jerusalem kam es den Berichten zufolge zu ähnlichen Zusammenstößen, bei denen auch Barrikaden und Wachposten der Einsatzkräfte in Brand gesetzt wurden.

Bereits in der Nacht davor war die Lage rund um die Altstadt und das Viertel Scheich Dscharrah eskaliert, besonders brisant war die Situation auch hier am Tempelberg. Nach den Zusammenstößen war von mehr als 200 Verletzten die Rede, die Polizei sprach von knapp 20 Sicherheitskräften, die im Einsatz verletzt worden seien.

Die Proteste richten sich gegen die drohende Zwangsräumung von Häusern palästinensischer Familien. Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 80 Menschen verletzt.

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Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist als heilige Stätte im Islam als auch im Judentum von größter Bedeutung.

Seit Ramadan angespannte Lage

Die Lage im Westjordanland und im Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des Fastenmonats Ramadan angespannt. Viele Palästinenser sind wütend, weil die israelische Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hat, um Versammlungen zu verhindern. Außerdem drohen einigen palästinensischen Familien Wohnungsräumungen durch israelische Behörden, was die Spannungen zusätzlich verschärft.

Am Samstagabend wurde zudem erneut eine Rakete aus dem Gazastreifen über die Grenze nach Israel geschossen, woraufhin die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben einen militärischen Posten der islamistischen Hamas attackierte, die in dem abgeschotteten Küstengebiet herrscht.

"Wir sind alarmiert aufgrund der provokanten Stellungnahmen mancher politischer Gruppen, der Attacken mit Raketen und Brandballons aus dem Gazastreifen auf Israel wie auch aufgrund der Angriffe auf palästinensisches Ackerland im Westjordanland", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Gesandten des Nahost-Quartetts. Auch die Zwangsräumungen seien "sehr besorgniserregend".

Die israelische Seite solle während des Ramadans besondere Zurückhaltung walten lassen und "alle Schritte vermeiden, die die Lage weiter eskalieren könnten".

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