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Para-Sportler*innen des Jahres - Semechin: Bekomme noch immer Gänsehaut

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Sportlich haben Elena Semechin und Valentin Baus mit Gold in Tokio ebenso überzeugt wie alle anderen Kandidaten. Ihre persönlichen Geschichten sind aber besonders berührend.

"Para-Sportlerin des Jahres" Elena Semechin erzählt im Sportstudio über paralympisches Schwimm-Gold und den Hirntumor, der nach ihrer Rückkehr aus Tokio diagnostiziert wurde.

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Die edle Gala mit geladenen Gästen und feierlicher Abendgarderobe in Düsseldorf musste wie im vergangenen Jahr ausfallen, die steigenden Corona-Infektionszahlen im Land wollte der Deutsche Behindertensportverband DBS nicht ignorieren. Eine angemessene Gelegenheit, seine Sportler des Jahres nach einer erfolgreichen Paralympics-Saison in Szene zu setzen, fand der Verband dennoch: das aktuelle sportstudio.

Semechin: "Dafür habe ich die letzten zehn Jahre gearbeitet"

Die 28-Jährige Elena Semechin erzählt mit einem strahlenden Lächeln von ihren großen Momenten des Jahres. Der eine Moment sei ihr Sieg bei den Paralympischen Spielen in Tokio gewesen, erzählte Semechin. Da hieß sie noch Elena Krawzow. Weltmeisterin war die sehbehinderte Schwimmerin über 100 Meter Brust 2013 und 2019 bereits geworden, die ultimative Goldmedaille aber hatte ihr noch gefehlt. "Dafür habe ich in den letzten zehn Jahren gearbeitet", sagte sie am Samstag. Ihr paralympischer Finallauf wurde eingespielt. Und sie ergänzte: "Wenn ich die Bilder da höre, dann bekomme ich noch immer Gänsehaut."

Sehen kann sie kaum etwas, nur zwei Prozent Sehkraft habe sie aktuell noch. Deshalb sei es im Becken nicht immer einfach, die Richtung zu halten. "Ich knalle halt öfter mal gegen die Leine", berichtete Semechin. Bei den Wenden oder beim Anschlag auch gegen die Beckenwand, dabei habe sie sich schon "etliche Bänder und Kapseln gerissen".

Diagnose Gehirntumor - OP ist keine vier Wochen her

Ihren zweiten Moment des Jahres beschrieb Semechin so: "Das war, als ich nach meiner Gehirnoperation aufgewacht bin und gemerkt habe, dass ich noch die alte Elena bin." Die etwas flippige, extrovertierte Elena, die sich gern öffentlich präsentiert, aus dem Zuspruch ihrer Social-Media-Gemeinde Kraft schöpft und auch schon für ein Playboy-Cover die Hüllen fallen ließ. Sie musste sich einen Hirntumor entfernen lassen, die OP ist keine vier Wochen her. Zwei Tage vorher hatte sie noch ihren Freund und Trainer Philip Semechin geheiratet.

Aktuell fühle sie sich gut, berichtete die Schwimmerin, sie trainiere weiterhin so gut es eben gehe. Allerdings müsse sie sich nun doch noch einer Bestrahlung und Chemotherapie unterziehen, da nicht ganz sicher sei, ob wirklich der komplette Tumor entfernt werden konnte. Sie trug diese Neuigkeit sehr gefasst vor. Ihrem frisch gebackenen Ehemann im 2G-Publikum standen die Tränen in den Augen.

Videobotschaft von Timo Boll für Valentin Baus

Auch bei Tischtennisspieler Valentin Baus, der sich bei der Sportlerwahl wie Semechin gegen fünf weitere Paralympics-Sieger durchsetzte, sind große Emotionen im Spiel. Der 25-Jährige, der auf Grund der Glasknochenkrankheit im Rollstuhl sitzt, gewann sein Finale von Tokio in fünf Sätzen gegen Cao Ningning, jenen Chinesen, der ihm fünf Jahre zuvor in Rio noch Gold weggeschnappt hatte.

Paralympics: Sprint der Beinamputierten (Symbolbild)

Nachrichten | Sport - Mehr Para-Sport 

Behindertensportler*innen im Blickpunkt: Nicht nur bei den Paralympics sorgen die Atletinnen und Athleten mit Behinderung immer wieder für Furore.

Am Samstagabend schickte Tischtennis-Profi Timo Boll per Videobotschaft viel Anerkennung für Baus und sagte unter anderem:

Er hat gezeigt, wie man die übermächtigen Chinesen im Tischtennis mit Präzision, aber auch mit viel Spielwitz und Dynamik besiegen kann. Da kann ich mir noch ein Scheibchen von abschneiden.
Timo Boll, Tischtennis-Profi

Hat er dann offenbar gemacht, denn am Ende der Sendung stand fest, dass der 40-Jährige bei der aktuell in Houston laufenden WM ins Halbfinale eingezogen ist und damit eine Medaille sicher hat.

Torwandkandidat Dennis Kühl (1.FSC Neubrandenburg 04) fordert Studiogast Elena Semechin/Parasportlerin an der Torwand heraus.

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Semechin trifft beim Torwandschießen

Elena Semechin bestritt schließlich gemeinsam mit Mareike Miller, die mit Laura Fürst die als Para-Sport-Mannschaft des Jahres ausgezeichneten Rollstuhlbasketballerinnen vertrat, das Torwandschießen. Dass sie kaum etwas sieht, war Semechin nun genauso wenig anzumerken wie bei ihrer Ankunft im Studio. Sie schoss, und gleich der erste Versuch war ein Treffer.

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