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Für die Amateur-Klubs gilt: Durchhalten

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Die Zeit nach dem Teil-Shutdown - Für die Amateur-Klubs gilt: Durchhalten

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Auch für den Amateursport wird es eine Zeit nach dem Teil-Shutdown geben. Aber wie wird diese Zeit aussehen? Und was passiert, wenn ein dritter Stopp kommt?

Ein Handball liegt auf dem Boden einer Sporthalle
Im Amateursport ruht der Ball derzeit.
Quelle: imago images / Beautiful Sports

Stichtag 30. November - pures Wunschdenken?

Für den Mannschaftssport auf Amateurebene gilt jetzt ein bundesweiter Trainings- und Wettkampfstopp. Ab Dezember stehen in vielen Sportarten allerdings noch Spieltage vor der Winterpause an. Diese Spiele ohne Vorbereitung durchzuziehen, halten viele Landessportverbände für unrealistisch. Der Hessische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb deshalb "bis auf Weiteres" und mindestens bis Jahresende ausgesetzt.

Schon jetzt gleichen viele Spielpläne einem Flickenteppich. Bereits vor dem Teil-Shutdown mussten ganze Mannschaften nach positiven Corona-Fällen in Quarantäne und Spiele verlegt werden.

Die Bereitschaft der Teamsportler, zum Sport zurückzukehren, hält sich zurzeit in Grenzen. Eine Aussage, die man an der Basis zuletzt sportartenübergreifend hörte:

Niemand will seinem Arbeitgeber oder seiner Familie gegenüber in Erklärungsnot geraten, weil er wegen seines Hobbys in Quarantäne muss.

Der erneute Corona-Lockdown trifft auch den Sport hart. DOSB-Präsident Alfons Hörmann macht sich um die Vielfalt des Sports in Deutschlands Sorgen und blickt bereits auf Olympia.

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Was passiert bei einem weiteren Lockdown oder Shutdown?

Zumindest für den Spielbetrieb haben viele Verbände in Abstimmung mit den Vereinen vorgesorgt. Schleswig-Holsteins Tischtennisverband ordnete an, bis April 2021 eine einfache Runde im Jeder-gegen-jeden-Modus ausspielen zu lassen. Bayerns Fußballer legten sich darauf fest, die Spielzeit 2019/20 als 19/21er Saison fertig zu spielen.

Der Großteil der Sportverbände beschloss, nach dem Abbruch der alten Runde regulär mit Hin- und Rückspielmodus neu zu starten. Nach der jetzigen Unterbrechung überlegen einige Verbände, auf eine Einfachrunde umzustellen.

Doch ob es dann Auf- und Absteiger sowie Meister geben darf, ist noch zu klären. Denn ein solcher Schritt mitten in der Runde könnte den Wettbewerb weiter verzerren.

Und was machen die Vereine?

Sie müssen vor allem eines: durchhalten. Das Vereinsleben liegt in Lockdown-Zeiten brach. Durch ausfallende Vereinsfeste und den befürchteten Mitgliederschwund könnten überlebenswichtige Einnahmen ausbleiben.

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Plötzlich Profi?

Ein Schreiben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an die Sportminister  der Länder erregt Aufsehen. Das Schreiben vom 29. Oktober trägt den Betreff "Team D und alle Profisportler*innen müssen weiter aktiv bleiben".

Darin definiert DOSB-Präsident Alfons Hörmann unter anderem "alle Kaderathlet*innen" als Profis. Wohl aus gutem Grund: Wer als Profi gilt, muss zum Beispiel seine Olympia-Vorbereitung nicht unterbrechen.

Ferner werden die ersten drei Ligen "in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten, die vierte Liga im Männerfußball sowie nationale und internationale Sportveranstaltungen, an denen professionelle Sportler*innen teilnehmen", als Profisport aufgefasst.

Ist das nicht gut?

Nur bedingt. Nach DOSB-Definition dürften Fußball-Regionalligisten wie Kickers Offenbach, die eine Klage gegen Hessens Corona-Verordnung erwägen, wieder trainieren. Doch in Sportarten wie Handball, Tennis, Bogenschießen oder Judo sind in den zweiten und dritten Ligen so gut wie gar keine Vollzeitprofis am Werk.

Der hessische Tischtennis-Drittligist TTC Lampertheim hätte gegen seinen Willen spielen müssen. "Wir haben hier eine Inzidenz jenseits der 140 und müssten in Hochrisikogebiete wie NRW fahren", sagt Vereinsboss Uwe van gen Hassend. Und: "Außerdem könnten viele Teams gar nicht spielen. Unsere Halle gehört dem Kreis - und die Halle ist zu."

Der Deutsche Tischtennis-Bund berief sich auf den DOSB, der Verein kontaktierte das Hessische Innenministerium. Das legt Profisport als Vollzeittätigkeit aus. Die Folge: Im Tischtennis geht es nur erstklassig weiter. Ähnliche Beschlüsse sind für andere Sportarten zu erwarten. Denn: "Der DOSB kann sich nicht über Landesrecht stellen", findet TTC-Vorsitzender van gen Hassend.

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