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Saisonstart im American Football - Wie die NFL gegen Impfmuffel vorgeht

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Vergangene Saison brachten Covid-Ausbrüche den NFL-Spielplan gehörig durcheinander. Um das im neuen Jahr zu verhindern, droht die Liga ungeimpften Spielern mit Konsequenzen.

Quarterback Kirk Cousins von den Minnesota Vikings wirft einen Pass
Lieber Plexiglas statt Impfung: Quarterback Kirk Cousins von den Minnesota Vikings.
Quelle: AP

Lamar Jackson ist einer der großen Entertainer im American Football. Der Quarterback der Baltimore Ravens wurde vor zwei Jahren mit gerade einmal 22 Jahren ohne Gegenstimme zum "wertvollsten Spieler der Saison" gewählt. In der Vorbereitung zur in der Nacht auf Freitag beginnenden NFL-Saison hat Jackson wieder Schlagzeilen gemacht - wenn auch zweifelhafte.

Prominente Impf-Zweifler: Jackson und Cousins

Im Juli war Jackson zum zweiten Mal innerhalb von acht Monaten an Covid erkrankt. Als der Spielmacher seine zehntägige Quarantäne hinter sich hatte und von den Medien gefragt wurde, ob er sich nun impfen lassen werde, druckste er herum. Er wolle erstmal mit seinen Teamärzten darüber reden und sehen, was die so darüber denken. Zudem, so Jackson, habe er ja derzeit Antikörper und wolle so viel wie möglich über Covid lernen.

Aktive deutsche Spieler in der NFL
Aktive deutsche Spieler in der NFL: Amon Ra St. Brown und Jakob Johnson.

Auch Kirk Cousins versucht das Thema Impfung zu umschiffen, so gut es geht. Der Quarterback der Minnesota Vikings hatte bereits vergangenen Herbst betont, wenn er an Covid sterben würde, dann sei das eben so. "Um Kontakt zu vermeiden, habe ich sogar daran gedacht, Plexiglas um mich herum aufzustellen, wo immer ich sitze. Was auch immer getan werden muss, werde ich tun", sagte Cousins.

Ich werde wachsam sein.
Kirk Cousins, Minnesota Vikings

Impfen lassen möchte sich der 33-Jährige jedoch partout nicht.

Die Liga verschärft die Tonart

Für Spieler wie Cousins und Jackson könnte es in der neuen Saison ungemütlich werden - und für ihre Teams auch. Zwar darf die NFL niemanden zur Impfung zwingen, aber die Liga hat zumindest die Tonart verschärft. In einem Schreiben an alle 32 Teams hieß es: Sollte es aufgrund umgeimpfter Spieler zu einem Covid-Ausbruch kommen, könnte das Spiel nicht mehr verschoben, sondern als Niederlage gewertet werden.

Zudem würden die Spieler beider Teams eine Woche lang kein Gehalt bekommen. J.C. Tretter, Center der Cleveland Browns und zugleich Präsident der Spielergewerkschaft NFLPA, nennt dies den "worst case" und forderte seine Mit- und Gegenspieler auf, "alles dazu beizutragen, dies zu verhindern."

Grafik: Diese Deutschen hoffen auf die Chance in der NFL
Einige deutsche NFL-Spieler hoffen auf ihren Einsatz. Aaron Donkor, David Beda, Dominik Eberle und Euqanimeous St. Brown.
Quelle: zdf

Das Wichtigste zur neuen NFL-Saison

Mehrere Corona-Ausbrüche in der Vorsaison

In der vergangenen Saison hatte es zahlreiche Covid-Ausbrüche gegeben. Das war wenig verwunderlich, schließlich besteht ein Team inklusive sämtlicher Spezialtrainer, Assistenten und Physiotherapeuten aus rund 100 Personen. Ende November waren insgesamt 65 Spieler auf der Covid-Liste - allein 25 Akteure, Trainer und Betreuer umfasste das Papier bei den Baltimore Ravens um Quarterback Lamar Jackson.

Insgesamt 22 NFL-Partien (8,6 Prozent) mussten verschoben werden, einige bis zu dreimal. Das soll nun anders werden, denn im Gegensatz zum Vorjahr ist ein Impfstoff vorhanden.

Ich denke, wir sind viel weiter als vor einem Jahr um diese Zeit,

sagt NFL-Chefarzt Allen Sills. Laut Liga sind 93 Prozent aller Spieler geimpft. Mitte Juli, bevor die NFL ihr Schreiben mit möglichen Konsequenzen an die Teams abschickte, waren es noch 73 Prozent gewesen. Mit den Atlanta Falcons und Meister Tampa Bay Buccaneers vermeldeten zwei Teams sogar eine hundertprozentige Impfquote.

Es war ein Wechselbad der Gefühle: Amon-Ra St. Brown hat es geschafft und spielt in der kommenden Saison in der NFL. Die Detroit Lions haben ihn in Runde 4 des Draft ausgewählt.

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Impfrate als Wettbewerbs-Vorteil

Auch deshalb hat die NFL die strikten Regularien der Vorsaison gelockert. Wer geimpft ist, muss nicht nur seltener eine Maske tragen, sondern wird auch nur einmal pro Woche getestet. Ungeimpfte Spieler hingegen müssen sich täglich testen lassen - und anschließend auf das Ergebnis warten. Erst bei einem negativen Resultat dürfen sie die Teamgebäude betreten.

Ein weiterer Unterschied: Wer als Ungeimpfter in engen Kontakt mit Infizierten kommt, muss fünf Tage in Quarantäne. Bei geimpften Akteuren ist dies nicht nötig. "Die hohe Impfrate ist nicht nur ein Gewinn für die öffentliche Gesundheit, sondern auch ein Wettbewerbs-Vorteil", schlussfolgert das "Wall Street Journal."

Die St. Brown-Brüder und der Traum vom Football-Profi.

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38 min
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