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BBL: Chance genutzt - und nun?

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Basketball | Kommentar - BBL: Chance genutzt - und nun?

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Die Basketball-Bundesliga hat in der Corona-Krise einen neuen Meister gefunden. Die nächste Herausforderung wartet aber schon. Ein Kommentar von Daniel Pinschower.

Kommentar: Daniel Pinschower - Basketball
Daniel Pinschower
Quelle: ZDF/reuters

Alba Berlin ist Deutscher Meister. Zum neunten Mal. Die Hauptstädter sichern sich damit überlegen das Double und stechen den Titelverteidiger Bayern München aus. Dazu gab es mit dem erstmaligen Finaleinzug von Ludwigsburg und den starken Ulmern, die es als Tabellen-Zehnter vor der Corona-Pause nun bis ins Halbfinale schafften, zwei Überraschungen, die dem Turnier sehr gut getan haben.

Aber man muss diese Basketball-Saison viel mehr wegen anderer Dinge bewerten. Das Krisenmanagement der Liga hat funktioniert. Die Basketballer haben, weil sie andere Voraussetzungen als Handball-Bundesliga oder DEL hatten, die Saison retten können. Der lange Atem war entscheidend. Das Warten, bis DFL und DFB grünes Licht bekamen, um dann kurz danach ebenfalls das „Go“ zu erhalten.

Weltweite Aufmerksamkeit

Es war ein Turnier, das weltweit sehr genau beobachtet und gelobt wurde. Dass hierzulande die Aufmerksamkeit, natürlich auch aufgrund mangelnder sportlicher Alternativen, so groß war wie nie, war klar.

Leise Misstöne (fehlende Spieler-Mitbestimmung, Kritik am Modus und die generelle Frage nach der Sinnhaftigkeit von Geisterspielen) wurden öffentlich kaum gehört.

Nächste Hürde: nächste BBL-Saison

Das Fazit: Die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga haben großes Lob verdient. Sie haben eine Chance gesehen, viel riskiert und gewonnen. Zeit zum Ausruhen bleibt aber nicht. Nun gilt es, das Erreichte mindestens zu erhalten. Das wird nicht leicht. Jetzt muss die Liga die nächste hohe Hürde nehmen – wie auch alle anderen Ligen.

Die nächste Saison wird jetzt geplant. Aber wie? Fließen die dringend benötigten Zuschauereinnahmen? Was ist mit TV- und Sponsoren-Geldern? Welchen finanziellen Spielraum gibt es bei der Kadergestaltung? Würde eine, wie auch immer, anders geartete Saison von den Fans angenommen?

Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen

Zwei Klubs (Vechta und Frankfurt) haben bereits ihre Teilnahme an europäischen Wettbewerben wegen der risikoreichen Finanzlage auf Eis gelegt, weitere Absagen könnten folgen. Nur die ersten Reaktionen. Ob wirklich alle BBL-Klubs es schaffen, kommende Saison an den Start zu gehen, muss bezweifelt werden.

Die Zukunft der deutschen Basketball-Eliteliga soll hier nicht in Schwarzmalerei enden, zumal alle anderen Sportarten – wie immer muss man den Fußball hier anders betrachten – die gleichen Probleme haben. Aber es ist wieder einmal eine Herkules-Aufgabe, die den Verantwortlichen bevorsteht.

Erfolgreiches Finalturnier macht Mut

Hoffnung sollte daraus entstehen, dass es ihnen nun gerade schon einmal gelungen ist, so eine Herausforderung zu meistern. Mit guten Ideen, viel Mut und eben einem langen Atem.

Das Fundament hat die BBL soeben in München mit dem erfolgreichen Finalturnier gelegt. Das war gestern, nun beginnt morgen, schon heute. Viel Erfolg!

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