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Fußball | Champions League - FC Bayern und der harte Hans

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Bayern-Trainer Flick untermauert vorm Jahresendspurt, dass er keinesfalls nur der nette Hansi, sondern sehr konsequent ist. Zu spüren bekommen das Spieler wie Vorgesetzte.

Bayern, München: Bayerns Trainer Hansi Flick beim Abschlusstraining des FC Bayern München vor dem Gruppenspiel in der Champions League gegen  RB Salzburg.
Redebedarf: Bayern-Trainer Hansi Flick
Quelle: dpa

Schon vorher hatte Hansi Flick eine klare Ansage gemacht. Und auch später scheute der Trainer des FC Bayern eindeutige Sätze nicht. Das galt für Verteidiger Niklas Süle, dem Flick vorm jüngsten 1:1 gegen Bremen wegen Trainingsrückstands einen Tribünenplatz zugewiesen hatte.

Das überraschte, weil Süle zuvor für die deutsche Nationalelf gegen die Ukraine und in Spanien aufgelaufen war. Flick interessierte das wenig. Süle müsse erst "100 Prozent fit sein, dann ist er wieder ein Thema für uns", sagte er streng. Die "Bild"-Zeitung berichtete, der Trainer störe sich an einer Gewichtszunahme Süles.

Flicks klare Kante

Auch nach Remis gegen Werder zeigte Flick klare Kante, als es um die hohe Belastung im Jahresendspurt ging. Oder um Zugang und Sechser Marc Roca, der trotz Joshua Kimmichs Ausfall bis Januar unberücksichtigt geblieben war. 

"Da gibt es keine Entschuldigung", befand Flick zu den Personalsorgen und zum Terminstress in seiner bisher wohl kniffligsten Phase, "das lassen wir uns auch nicht einreden, dass es zu viel des Guten ist." Für Roca sei dennoch "kein Platz" gewesen.

Widerspruch bei Boateng und Alaba

Hinzu kam ein Interview mit der "Welt am Sonntag", in dem Flick einem Abschied der Verteidiger Jérôme Boateng und David Alaba zum Saisonende entgegentrat.

Wir wissen, was wir an Jérôme haben. Und tun gut daran, gewisse Entwicklungen abzuwarten,

sagte Flick, und "dass mit Jérôme nicht mehr geplant wird, habe ich in dieser Klarheit nicht gehört." Über diesen angeblich feststehenden Beschluss der Klubführung war zuvor berichtet worden.

FC Bayern: Gegen Salzburg ins Achtelfinale

Am Mittwoch wollen die Münchner in der Champions League gegen RB Salzburg den Einzug ins Achtelfinale schon im vierten von sechs Gruppenspielen erreichen, bestenfalls sogar als vorzeitiger Erster. Doch trotz der komfortablen Lage schärft Flick vor den noch acht Spielen bis zum 19. Dezember mit aller Konsequenz die Sinne. Zu spüren bekommen das Spieler wie Vorgesetzte.

Wie jüngst, als Präsident Herbert Hainer verkündete, dass man das Angebot zur Vertragsverlängerung mit Abwehrchef Alaba zurückgezogen habe. Der Trainer erklärte, er sei über diesen öffentlichen Vorstoß "alles andere als glücklich". Flick möchte Alaba unbedingt halten, am liebsten auch Boateng.

FC Salzburg - Bayern München: Corentin Tolisso gegen Salzburgs Andre Ramalho (li.)

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Bayern München hat beim FC Salzburg 6:2 gewonnen und damit den dritten Sieg im dritten Spiel der Gruppe A eingefahren. Die Rekordserie in der Champions League hält an.

Flicks Wandlung

Wer Flick seit seiner Amtsübernahme im November 2019 beobachtet, erkennt eine Wandlung. Anfangs galt Flick nicht als Mann für die erste Reihe, sondern als der nette Helfer Hansi. Vor allem sein sympathisches Auftreten und seine Empathie wurden gelobt.

Inzwischen wird seine Fachkompetenz sehr geschätzt. Mit seiner markant gestiegenen Reputation als Triple-Trainer wird immer häufiger jenes geradlinige Eintreten für seine Interessen erkennbar, was ihm lange nicht zugetraut wurde. Womöglich auch nicht von der Klubführung.

Mehr Hans-Dieter als Hansi

Flick ist jetzt, wenn man so will, mehr Hans-Dieter als Hansi. Oder, weil er seinen richtigen Doppel-Vornamen nicht gerne hört, der harte Hans.

Diesen hatte Hasan Salihamidzic früh zu spüren bekommen. Flick forderte bald nach seinem Amtsantritt öffentlich einen Rechtsverteidiger als Back-up für Benjamin Pavard.

Differenzen mit Salihamidzic

Er sei "kein Freund medialer Kaderplanung", ließ Salihamidzic daraufhin wissen. Als der Sportvorstand Álvaro Ordiozola fürs erste Halbjahr 2020 beschaffte, fand Flick für diesen keine Verwendung. Es war ein eindeutiges sportliches Urteil über Real Madrids Leihspieler.

Bayern Münchens Trainer Hansi Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic.
"Kein Freund medialer Kaderplanung": Bayern Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic (re.)
Quelle: Reuters

Auch jetzt scheinen sie sich über die Kaderplanung nicht einig zu sein, siehe Boateng. Und dass Flick seinen eigenen Kopf hat und vertritt, zeigt auch der Königstransfer von Salihamidzic.

Sané bislang nur Ergänzungsspieler

Leroy Sané, nach langem Poker und einem Kreuzbandriss für knapp 50 Millionen Euro im Sommer von Manchester City stolz verpflichtet, ist bisher nur Ergänzungsspieler.

Gegen Salzburg könnte Sané mal wieder auf dem Flügel beginnen. Jedenfalls vielleicht.

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