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das aktuelle sportstudio - Rummenigge: "Wir maßen uns keine Arroganz an"

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Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender versucht die Debatten um die Sonderbehandlung des Fußballs in der Corona-Pandemie zu beruhigen. Die Kritiker dürfte er kaum überzeugt haben.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge über die Niederlage bei Eintracht Frankfurt, seine umstrittene Äußerung zur Corona-Impfung für Fußballprofis, Katar, die EM und sein Karriere-Ende

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39 min
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Karl-Heinz Rummenigges Füße wippten manchmal und mit ihnen seine Knie, zuweilen bewegten sie sich aufeinander zu und wieder auseinander. Es waren Regungen in jenen Momenten, in denen der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern auf seinem Sitzhocker im aktuellen sportstudio des ZDF offenbar eine innere Unruhe verspürte.

Nachtflugverbot und Impf-Vorbilder

Gekommen war er nach der 1:2-Niederlage der Münchner bei Eintracht Frankfurt vor allem, um die jüngsten Debatten um die Sonderbehandlung und mangelnde Demut des Fußballs inmitten der Corona-Pandemie zu beruhigen.

Also auch jene Debatten, die sich zuletzt gehäuft hatten: Die Kritik der Bayern, weil sie sich auf dem Weg zur Klub-WM in Katar dem Berliner Nachtflugverbot beugen mussten, was für Ehrenpräsident Uli Hoeneß einen "Skandal ohne Ende" und eine "Unverschämtheit" darstellte.

Flicks Disput mit Lauterbach

Dann Rummenigges Vorschlag, die Impfreihenfolge zu ändern, mit Fußballern als Vorbilder für Impfskeptiker. Und Hansi Flicks Kritik am SPD-Gesundheitsexperten und Epidemiologen Karl Lauterbach, den der Trainer als einen "sogenannten Experten" bezeichnet hatte, dessen ständiges Genörgel und Gemahne man nicht mehr hören könne.

Flick und Lauterbach haben sich inzwischen ausgesprochen. Doch das Unbehagen über das Gebaren im Profi-Fußball ist vielerorts geblieben. Kritiker könnten sich durch Rummenigges Auftritt in ihrer Meinung bestätigt gefühlt haben. Danach ist im professionellen Kickergewerbe wenig Bereitschaft zu einem wirklich vorbildlichen und solidarischen Verhalten erkennbar.

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"Bodenhaftung nicht verloren"

Rummenigge versuchte, um Verständnis und Nachsicht zu werben. "Die Bodenhaftung haben wir nicht verloren", sagte er, "wir maßen uns überhaupt keine Arroganz an, irgendwelche Sonderbehandlungen in Anspruch zu nehmen." Doch die Corona-Pandemie zehre eben an den Nerven aller, "auch an den Nerven des Fußballs".

Er verwies auf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), den er in der vergangenen Woche im Fernsehen gesehen habe. Dieser sei angespannt gewesen. Rummenigge sagte: "Wir sind alle kaputt, wir sind alle angespannt, und ich glaube, man darf nicht den Fehler machen, alles auf die Goldwaage zu legen."

FC Bayerns Beziehungen zu Katar

Später, als es um die jahrelangen Geschäftsbeziehungen des Vereins zu Katar trotz der dortigen Menschenrechtsverletzungen ging und um die Frage, warum sich der reiche FC Bayern nicht mehr Moral leiste, verwies Rummenigge auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese habe den Mittelstand 2018 auf einer deutsch-katarischen Veranstaltung aufgefordert, Handelsbeziehungen zu Katar aufzunehmen.

Auf die Frage, warum im Fußball angesichts der Pandemie samt Mutationen nicht auf die vielen Reisen verzichtet werde, sagte Rummenigge: "Das ist eine Entscheidung der Uefa." Es waren Sätze, die aus Sicht der Kritiker eher nicht danach geklungen haben dürften, dass der Chef des aktuell erfolgreichsten Fußballvereins der Welt bereit ist, in seiner Vorbildrolle Verantwortung zu übernehmen oder einzufordern.

Corona-Impfung: Spieler als Vorbilder

Rummenigge kann sich derweil aber nach wie vor vorstellen, dass der Fußball beim Thema Impfen als Vorbild fungieren könne. Er sei zuvor falsch verstanden worden bei seinem Vorschlag und habe sich vielleicht missverständlich ausgedrückt.

"Wenn es irgendwann ausreichend Impfstoff gibt", habe er gemeint, "dann wäre es vielleicht am Fußball, ein Vorbild zu sein und seine Spieler impfen zu lassen, um den Bürgern zu zeigen, dass Impfen keine Schädigungen mit sich bringt."

Wollen uns nicht vordrängeln

Den entstandenen Eindruck versuchte er zu widerlegen. "Eigene Probleme wollen wir nicht lösen", sagte Rummenigge und ergänzte: "Wir wollen uns in keinster Weise vordrängeln." Es war eines dieser Themen, bei dem er eine innere Unruhe zu verspüren schien und zugleich versuchte, die Debatten zu beruhigen.

Corona-Impfung - Rummenigge: Missverständlich ausgedrückt 

Karl-Heinz Rummenigge hat dem Vorwurf widersprochen, sein Klub wolle sich beim Impfen vordrängeln. Im sportstudio sagte er, er habe sich wohl missverständlich ausgedrückt.

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