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Wer profitiert und wer nicht?

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Paralympics-Verlegung - Wer profitiert und wer nicht?

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Den deutschen Goalballern hat die Corona-Zwangspause gut getan. Die Prothesen-Sprinter und -Springer aus Leverkusen dagegen kämpfen mit ganz speziellen Problemen.

Goalball-Nationalmannschaft
Die deutschen Goalballer sind ein Medaillenfavorit für die Paralympics 2021 in Tokio.
Quelle: dpa

Johannes Günther und Karl-Heinz Düe haben etwas gemeinsam: Beide trainieren Athleten, die beste Aussichten haben, bei den kommenden Paralympics 2021 in Tokio Medaillen zu gewinnen. Günther leitet die deutschen Goalballer an, Düe hat beim TSV Bayer 04 Leverkusen eine höchst erfolgreiche Runde beinamputierter Sprinter und Springer um sich versammelt.

Der Unterschied zwischen den beiden Spitzen-Trainern: Günther erlebt die Corona-bedingte Verschiebung der Spiele als willkommene Entschleunigung. Düe dagegen verflucht das Virus. Er hatte bereits die Tage bis zu seinem ohnehin schon um vier Jahre nach hinten verlegten Rentenbeginn gezählt. Nach Tokio 2020 sollte endgültig Schluss sein für das Trainer-Urgestein.

Neue Herausforderungen für Para-Sportler und Trainer

Nun erlebt der seit Jahrzehnten erfolgreiche Coach eine nie dagewesene Herausforderung. Er muss selbst ein weiteres Jahr durchhalten - und gleichzeitig seine Athleten bei widrigen Bedingungen motivieren, im täglichen Training nicht nachzulassen. "Wir sind aus der Regelmäßigkeit rausgerissen worden und müssen viel improvisieren", sagt Düe.

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher über die Verschiebung der Paralympics.

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Die zeitweilige Schließung der Trainings-Anlage sei für die Parasportler problematischer gewesen als für ihre nicht-behinderten Kollegen. Läufe im Wald sind für sie keine schöne Abwechslung vom Alltag auf der Bahn, sondern eine Tortur. "Ist doch klar, die haben keine Füße. Und die Karbonfeder passt sich dem Untergrund nicht an", sagt Düe. Daher erhöhe sich im Gelände die Belastung für den Stumpf, die Knie, den Rücken.

Pausen tun Prothesenträgern nicht gut

"Am liebsten hätte ich den Athleten eine Auszeit verordnet und sie in den Urlaub geschickt", sagt der Coach. Doch eine längere Trainingspause tut Prothesenträgern nicht gut. Der Stumpf würde anfällig für Blessuren werden. Dann wäre irgendwann ein mühsamer Wiedereinstieg nötig. Doch das Ziel Paralympics bleibt ja. Die Form muss gewahrt werden - nun bis zum Sommer 2021.

Johannes Günther dagegen sagt über seine Goalballer:

Mit einem Jahr mehr Vorbereitungszeit werden wir in Tokio bessere Chancen haben, auch Brasilien zu schlagen und ganz oben zu stehen.
Johannes Günther

Die Vorbereitung auf die EM im Herbst des vergangenen Jahres sei sehr anstrengend gewesen, erklärt der Coach. Und danach sei es nahezu nahtlos mit der Paralympics-Vorbereitung weitergegangen.

Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft der Männer hat bei der Heim-EM in Rostock den Titel geholt.

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Paralympics-Verschiebung als heilsame Zwangspause

Die "erzwungene Pause“ habe ihm und dem Team gutgetan. "Das war eine heilsame Zeit für uns, wir starten jetzt mit neuem Elan." Bei den Paralympics 2016 schied das deutsche Team im Viertelfinale aus. Danach begann ein rasanter Aufstieg. Als Vizeweltmeister und Europameister ist das große Ziel der Mannschaft nun, in Tokio das Goalball-Überteam, Weltmeister Brasilien, zu besiegen.

Weitspringer Markus Rehm

Paralympics | Weitsprung -
Markus Rehm träumt vom Doppelstart
 

Para-Weitspringer Markus Rehm möchte in Tokio an den Paralympischen und den Olympischen Spielen teilnehmen. Die Japaner würde das sicher freuen - für sie ist der Deutsche ein Star.

von Susanne Rohlfing
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