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Fußball - Union Berlin - Polizei ermittelt wegen Antisemitismus

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Berichte über antisemitische Vorfälle in Berlin: Der Europacup-Abend des 1. FC Union ist von hässlichen Szenen überschattet worden.

Olympiastadion, Berlin, Germany
Das Berliner Olympiastadion soll Schauplatz von antisemitischen Anfeindungen geworden sein.
Quelle: Reuters

Die Freude über den Sieg in der Conference League währte nur kurz. Empörung und Entsetzen über antisemitische Beleidigungen und Übergriffe durch einige Fans beim 3:0-Erfolg des 1. FC Union Berlin gegen Israels Meister Maccabi Haifa werfen einen dunklen Schatten auf einen euphorischen Fußball-Abend im Berliner Olympiastadion.

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Berliner LKA ermittelt gegen Union-Anhänger

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt in drei Fällen gegen Union-Anhänger. Wie die Berliner Polizei mitteilte, wird gegen mehrere noch unbekannte Personen wegen des Verdachts der Volksverhetzung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie sollen Fans von Maccabi Haifa "verbal provoziert, bedroht und mit Bier beworfen" sowie fremdenfeindliche Äußerungen getätigt haben.

Dieses Verhalten ist beschämend und nicht tolerierbar. Wir bitten die Betroffenen um Entschuldigung. Es gilt wachsam zu bleiben und unermüdlich dagegen anzugehen.
Union Berlin in einer Presseerklärung

Gegen einen noch nicht identifizierten Tatverdächtigen wird wegen Inbrandsetzens einer Handfahne und Beschädigung einer ausländischen Flagge ermittelt. Der Mann konnte sich einer Festnahme entziehen, nachdem er beobachtet von einem Zivilbeamten versucht hatte, eine israelische Fahne eines Haifa-Fans anzuzünden.

"Sieg Heil"-Rufe

Einem weiteren Mann wurde vorläufig die Freiheit entzogen, nachdem er mehrfach "Sieg Heil" gerufen hatte. Er muss sich wegen "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten", teilte die Polizei mit. Insgesamt waren 470 Polizisten bei der Partie im Einsatz.

Publik geworden waren die Ereignisse durch das Jugend Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. "Im gemischten Block wurden wir von Union-Fans bedroht, mit Bier beworfen und u.a. als "scheiß Juden" beleidigt", hieß es am späten Donnerstagabend bei Twitter.

Bestätigt und detailliert dokumentiert wurden die Vorwürfe von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (Rias), die allerdings auch den Umgang von Union durch erste Reaktionen und eine Kontaktaufnahme mit Betroffenen durch den Verein lobte.

Union-Fans solidarisch

Das Jugend Forum forderte ein klares Vorgehen gegen antisemitische Vorfälle in Fußball-Stadien - unabhängig davon, dass es sich in Berlin offenbar um Einzelfälle handelte. "Vielen Dank für die Welle der Solidarität online und an die Union-Fans, die sich im Stadion mit uns solidarisiert haben! Der Großteil der Unioner hat Maccabi freundschaftlich empfangen und mit ihnen den Fußball gefeiert", so die Origanisation.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt reagierte entsetzt auf die Berichte. Der Grünen-Politiker bezeichnete diese am Freitag als "bestürzend". "Antisemitismus darf auch im Fußball keinen Platz haben. Meine Solidarität gilt den Fans des israelischen Meisters Maccabi Haifa", sagte der 50-Jährige. Behrendt offerierte seine Hilfe bei der Aufarbeitung:

Wir unterstützen Vereine wie Union auf dem Weg zu einer Fankultur ohne Hass.
Berlins Justizsenator Dirk Behrendt

Gute Stimmung während des Spiels

Während der Partie herrschte unter den 23.000 Zuschauern insgesamt eine euphorische Stimmung. Rund 1.000 Haifa-Fans feuerten ihr Team ebenso leidenschaftlich an, wie die Union-Fans ihre Mannschaft. Die hatten mehrfach lautstark zum Ausdruck gebracht, dass sie das Spiel lieber im eigenen Stadion an der Alten Försterei gesehen hätten, was die UEFA-Regularien zu Sitzplatzkapazitäten aber unmöglich machen.

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