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Bernie Ecclestone - Der Pate der Formel 1 wird 90

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Macht beweisen, Strippen ziehen, Geld verdienen - das begleitete Bernie Ecclestone sein ganzes Leben lang.

Bernie Ecclestone am 17.11.2019 beim Brasilien-Grand-Prix.
Seit 2017 nur noch als Gast bei der Formel 1: Bernie Ecclestone, hier im November 2019 beim Brasilien-Grand-Prix.
Quelle: imago images / eu-images

Schon als Kind wusste Charles Bernard Ecclestone, wie er mit vollem Namen heißt, schon, wie man schnell Geld verdient. Er kaufte auf dem Schulweg massenhaft kleine Gebäckstücke, um sie dann in der Pause auf dem Schulhof mit entsprechendem Aufschlag weiterzuverticken.

Ecclestone - einst Gebrauchtwagenhändler

Später stellte der mit ihm gut befreundete Jochen Rindt einmal erstaunt fest: "Wenn man mit Bernie über einen großen Parkplatz geht, dann sagt er einem nachher sofort, wie viel die ganzen Autos da drauf zusammen wert sind." Zu dem Zeitpunkt hatte Ecclestone freilich schon eine erfolgreiche Karriere als Gebrauchtwagenhändler hinter sich, mit der er den Grundstein seines Vermögens legte.

Weniger erfolgreich verlief nur seine eigene aktive Rennkarriere. Der Versuch, in der Formel 1 als Fahrer Fuß zu fassen, scheiterte kläglich. Zwei Mal probierte es Ecclestone, 1958 in Monaco und in Silverstone. Beide Male blieb er in der Qualifikation hängen.

Erst Fahrermanager, dann Teamchef in der Formel 1

Danach verlegte er sich auf andere Möglichkeiten, im Motorsport zu bleiben und dabei auch noch gutes Geld zu machen. Zeitweise als Fahrermanager, zum Beispiel für Jochen Rindt, dann als Teamchef.

Als sich Jack Brabham 1971 nach Australien zurückzog, kaufte ihm Ecclestone für damals 600.000 Pfund sein Team ab - und übernahm von da an Schritt für Schritt die Kontrolle über die Formel 1. Er kümmerte sich um all das, womit sich zuvor niemand so wirklich beschäftigen wollte.

Die Summen beginnen zu fließen bei Ecclesone

Ergebnis: Alle anderen Teamchefs waren  ihm dankbar - erst recht, als er auch noch anbot, für alle gemeinsam ordentliche Start- und Preisgelder auszuhandeln. Ein Prozent davon wollte er anfangs kassieren, "für Bürokosten".

Die Summen, die flossen, stiegen. Die Prozente für die eigene Tasche auch, zwischenzeitlich sogar einmal auf 40 Prozent, wie man heute munkelt - Ecclestones Privatvermögen wurde zuletzt auf etwa 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Aber keiner meckerte - schließlich profitierten über lange Zeit alle vom System Ecclestone.

Job-Vermittler mit Charme

Nebenbei verstand er es auch immer, alten Vertrauten einerseits mit guten Jobs wirklich weiter zu helfen, andererseits damit auch seine strategische Position zu verbessern.

Und im Gegensatz zu so manchem Teamchef oder sonstigem "Wichtigen" oder sich zumindest für sehr wichtig haltenden: Wenn er durchs Fahrerlager lief, dann grüßte er, marschierte nicht auf Wolke sieben durch sein Reich. Gerade alte Bekannte aus der Anfangszeit konnten bei ihm immer auf Unterstützung bauen.

Das System Ecclestone nimmt Fahrt auf

Trotzdem kam natürlich im Laufe der Zeit viel berechtigte Kritik auf, auch von Seiten einiger Teams. Aber angesichts des kaum mehr zu durchschauenden Ecclestone'schen Firmengeflechts, angesichts der extrem konzentrierten Macht in einer Hand, hatte der "Pate" der Formel 1 längst vollendete Tatsachen geschaffen. Das System war erst einmal nicht mehr zu stoppen.

Nicht nach seinen Lobpreisungen einer "Diktatur als gutem Regierungssystem", auch nicht durch den Bestechungsprozess in München. Und auch nicht durch den schlechten Gesamtzustand der Formel 1, oder durch das teils miserable Image, oder die langjährigen Versäumnisse im Bereich digitale Medien, oder die politisch umstrittene Austragungsorte von China über Bahrain bis Sotschi und Baku, oder das extrem ungleiche Geldverteilungssystem.

Auch das Alter schwächt die Position

Und auch das Alter machte sich irgendwann doch ein bisschen bemerkbar. Was seine Position natürlich auch intern schwächte - und damit Liberty Media den Übernahme-Feldzug sicherlich erleichterte, der mit Ecclestones Absetzung zu Beginn 2017 endete.

Der Große Preis von Brasilien am 14.11.2021 in Sao Paulo.

Formel 1 in Zahlen - Der Katar-GP zum Nachlesen im Ticker 

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