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Weltcup-Finale in Östersund : Zukunft des deutschen Biathlon beginnt jetzt

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Im schwedischen Östersund startet am Freitag mit den Sprints das diesjährige Saisonfinale. Beim DSV drehen sich die Gedanken allerdings längst um die Zeit nach der Heim-WM 2023.

Franziska Preuß aus Deutschland in Aktion.
Die Konstanteste im DSV-Team: Franziska Preuß
Quelle: dpa

In den drei Tagen seit ihrer Ankunft in Östersund hat Franziska Preuß den Skijägerinnen und Skijägern um sie herum immer mal etwas genauer in die Augen gesehen - und dabei festgestellt: "Jeder ist irgendwie müde."

Der lange Winter fordert eben seinen Tribut. Und nach den finalen Massenstarts am Sonntag kann die internationale Biathlon-Elite Skier und Gewehre auch erst mal in die Ecke stellen.

Denise Herrmann vom ursprünglichen Ziel weit entfernt

Bei aller Erschöpfung: Für die führenden Kräfte im deutschen Team haben die Östersunder Rennen ihren Reiz. "Richtig cool und abwechslungsreich", findet die 27-jährige Preuß den Kurs. Auch Erik Lesser (32) sagt: "Die Strecken liegen mir." Und Denise Herrmann äußert gegenüber ZDFheute.de: "Die Runde ist sehr selektiv und hat mir immer sehr gut gefallen. Ich habe da schon einen guten Spirit."

Biathletin Franziska Preuß holt in der Verfolgung in Nove Mesto ihr drittes Podest in dieser Saison.

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Über die Saison hinweg war es um den Spirit der 32-Jährigen allerdings nicht ganz so gut bestellt wie erhofft. Ihre drei Podiumsplätze ergatterte Herrmann im allerersten Rennen und zuletzt in Nove Mesto. Von ihrem ursprünglichen Ziel, die Gesamtwertung zu gewinnen, ist die frühere Langläuferin als aktuell Achte im Ranking weit entfernt.

Franziska Preuß' "1.000-prozentige" Gewissheit

Besser lief es für die Teamkollegin Preuß, die kurz vor dem Ende ihrer bislang konstantesten Saison auf Platz vier im Gesamt-Weltcup liegt. Die Entscheidung aus dem vergangenen Jahr, beim Training am Stützpunkt in Ruhpolding zu ihrem Jugendcoach Tobias Reiter zurückzukehren, machte sich bei ihr vor allem im läuferischen Bereich bezahlt. "Das mache ich 1.000-prozentig so weiter", kündigt die Oberbayerin für den kommenden olympischen Winter an.

Ohnehin fällt bei den DSV-Frauen, die mit Preuß und Herrmann immerhin zwei Athletinnen unter den Top Ten haben, der Blick auf die zu Ende gehende Saison etwas gefälliger aus als bei den männlichen Kollegen. Dasselbe gilt für den Blick in die Zukunft.

Nachwuchsproblem im Biathlon nimmt Fahrt auf

Nach Simon Schempp, der Ende Januar Adieu sagte, hat mit Arnd Peiffer, als bester Deutscher aktuell Elfter in der Gesamtwertung, gerade der nächste Leistungsträger der zurückliegenden Dekade seinen Rücktritt erklärt.

Wodurch das ohnehin drängende Nachwuchsproblem zusätzlich Fahrt aufgenommen hat. Laut Sportlichem Leiter Bernd Eisenbichler arbeitet der Verband mit Hochdruck daran, "auch nach 2023 konkurrenzfähig zu bleiben".

In zwei Jahren trägt Oberhof die Heim-WM aus. Spätestens danach werden langjährige Teamstützen wie Lesser, Herrmann und womöglich auch Benedikt Doll (30) mit der Skijägerei aufhören.

Weit und breit im Team kein Lägreid in Sicht

Deshalb beginnt die Zukunft schon jetzt, in Östersund: Auch weil Arnd Peiffer nach seinem absehbaren, aber doch abrupten Abmarsch in Mittelschweden gar nicht mehr am Start ist, feiern neben Juliane Frühwirt (23) die Herren Justus Strelow (24) und David Zobel (24) ihr Weltcup-Debüt für Deutschland.

Die WM im Februar auf der Hochebene Pokljuka war für den DSV nach den Titelkämpfen von 2013 in Nove Mesto (einmal Silber, einmal Bronze) mit zwei zweiten Plätzen die schlechteste in diesem Jahrtausend. Und Erik Lesser erklärt nüchtern: "Ich gehe mal davon aus, dass wir keinen Lägreid im Team haben, der nächstes Jahr die Erfolge einheimst."

Wie geht es weiter im Biathlon-Sport? Darüber diskutieren Laura Dahlmeier, Sven Fischer, Herbert Fritzenwenger und Bernd Eisenbichler mit Moderator Alex Ruda.

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22 min
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Norwegisches Kopf-an-Kopf-Rennen um Biathlon-Krone

Ganz anders liegen die Dinge bei dem von Lesser genannten Sturla Holm Lägreid: Während Teamkollegin Tiril Eckhoff in Östersund der Gesamtsieg im Grunde nicht mehr zu nehmen ist, liefert sich Lägreid (24) mit seinem norwegischen Landsmann Johannes Thingnes Bö dort in den letzten drei Wettkämpfen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die diesjährige Biathlon-Krone. Ein Jahr nach seinem allerersten Start im Weltcup.

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