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Biathlon-Weltcup | Kontiolahti - Privilegiert in einen "verrückten" Winter

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Am Wochenende starten die Biathleten in die neue Saison. Trotz Corona-Einschränkungen wissen die Skijäger zu schätzen, dass sie ihrem Sport nachgehen können.

Biathlon: Franziska Preuß (Archivbild vom 13.12.2018)
Franziska Preuß und Co. starten in den WM-Winter unter Corona-Bedingungen.
Quelle: apa

Acht Monate sind vergangen, seit die Biathleten ihre letzte Saison abgeschlossen haben. Nur die finale Weltcupstation in Oslo kippte der zuständige Weltverband (IBU) wegen der fortschreitenden Corona-Pandemie im März. Nun, wo am Wochenende (live im ZDF) im finnischen Kontiolahti die neue Saison beginnt, räumt Franziska Preuß im Gespräch mit zdfsport.de ein, dass sie nicht mit den dramatischen Langzeitwirkungen der Corona-Pandemie gerechnet hätte.

Ich persönlich hätte im März nicht gedacht, dass Corona auch jetzt noch so ein Thema ist. Das habe ich unterschätzt.
Franziska Preuß

Vier Mal Doppel-Weltcup

Nun steigen die Skijäger mit den Einzelrennen der Männer und Frauen am Samstag wieder ein – in einen Winter, den DSV-Bundestrainer Mark Kirchner wegen der speziellen Umstände vorab als "verrückt" bezeichnet. Denn vieles wird in den nächsten vier Monaten anders sein, als die Wettkämpfer mit Ski und Gewehr es bislang gewohnt waren.

So finden acht der zehn Weltcups, die rund um die WM Mitte Februar im slowenischen Pokljuka geplant sind, als Doppelveranstaltungen an einem Ort statt. Allein Antholz Ende Januar und Oslo, wo im März das Saisonfinale terminiert ist, tragen wie sonst nur einen Weltcup aus. Zur Durchführung der regelmäßigen Corona-Tests bei Sportlern, Trainern, Betreuern und Funktionären richtet die IBU an den jeweiligen Weltcuporten ein eigenes Labor ein.

Die deutschen Biathletinnen haben sich im Trainingslager in Davos den Feinschliff für den Saisonauftakt geholt

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Leben in einer Blase

Die Zusammenlegung der Weltcups in Pandemie-Zeiten findet durchaus Anklang bei den Athleten: "Um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, war das die absolut richtige Entscheidung", sagt Franziska Preuß. Dadurch seien die Biathleten jeweils zwei Wochen am Stück in einer "Blase", was in diesem Jahr sehr wichtig sei.

Schließlich stellen gerade die Reisetage mit einer erhöhten Infektionsgefahr einen Risikofaktor dar. "Wenn es einen da erwischt, hängt ein richtiger Rattenschwanz daran", erklärt Preuß, die es zudem genießt, die Ruhetage jetzt tatsächlich zur Regeneration nutzen zu können.

Corona keine Ausrede

Arnd Peiffer fehlt angesichts der Pandemie und den nötigen Maßnahmen gerade "ein bisschen die Leichtigkeit". Nach einer nahezu normalen Vorbereitung sagt der Sprint-Olympiasieger von Pyeongchang aber auch:

Wenn ich keine guten Leistungen bringe, wäre es eine Ausrede, wenn ich es auf die Corona-Einschränkungen schieben würde.
Arnd Peiffer

Immerhin können die Biathleten ihrem Sport nachgehen, im Gegensatz zu manch anderen Leistungssportlern. Vanessa Hinz verweist in dem Zusammenhang auf ihren engen Kontakt zu einigen Triathleten, bei denen in diesem Jahr unter anderem die WM auf Hawaii abgesagt wurde. "Existenzen stehen da ganz anders auf dem Spiel als bei uns", sagt die WM-Zweite von Antholz. Schließlich hätten die Triathleten keine Behörde hinter sich wie etwa die DSV-Skijäger. "Von daher", weiß Hinz, "sind wir schon privilegiert."

Bedauern für die Sommersportler

Teamkollegin Denise Herrmann, die den Sieg im Gesamtweltcup gegenüber zdfsport.de als ihr "großes Ziel" für diesen Winter ausgibt, tauscht sich zwischendurch immer mal mit Gesa Felicitas Krause aus. Dass die Weltklasse-Hindernisläuferin ihre Motivation hochhalten kann, ohne zu wissen, ob sie nicht vielleicht ins Blaue hinein trainiert, beeindruckt die Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019.

"Mir haben die Sommersportler in diesem Jahr echt leid getan. Als sogar die Olympischen Spiele verschoben wurden – das war schon beängstigend", sagt Herrmann. Umso erfreulicher findet es die 31-Jährige, dass es bei den Skijägern jetzt wieder los geht. Wenn auch nicht ganz so wie gewohnt.

Letzte Saison-Vorbereitungen der Biathleten - vor allem im Schießen liegen noch Reserven, die es zu nutzen gilt. DSV-Vorzeige-Athletin Denise Herrmann setzt auf einen neuen Gewehrschaft.

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